Péter Magyar möchte sich vom russischen Öl unabhängig machen, erwartet dafür jedoch Gegenleistungen aus Brüssel

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Ungarn könnte finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union in Anspruch nehmen, da es erwägt, seine Abhängigkeit von russischem Öl und Gas schrittweise zu verringern, während Analysten warnen, dass der Ersatz russischer Energie die Kosten für die ungarische Wirtschaft erheblich in die Höhe treiben könnte.

Bei einer Pressekonferenz im Rahmen des V4-Gipfels in Bratislava erklärte der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar, er wünsche sich konkrete, datengestützte Vorschläge der EU zur Unterstützung mitteleuropäischer Unternehmen, zur Unterstützung der Mitgliedstaaten beim Ausstieg aus russischem Öl und Gas, bei der Umstellung auf alternative Energiequellen sowie beim Aufbau einer Energiespeicherinfrastruktur.

Péter Magyar fordert EU-Unterstützung für die Energiewende

Berichten zufolge erwägt die ungarische Regierung, Ausgleichszahlungen für Länder, die russische Energie auslaufen lassen, in den nächsten Siebenjahreshaushalt der EU aufzunehmen. Péter Magyar erklärte, die aktuelle globale Energiesituation sei nach wie vor äußerst schwierig, da aus mehreren Ländern Berichte über Kraftstoffengpässe vorlägen. Er argumentierte ferner, dass die nationalen Haushalte die finanzielle Belastung nicht auf unbestimmte Zeit auffangen könnten und dass die Beibehaltung von Obergrenzen für Kraftstoffpreise letztendlich zu Engpässen führen könnte.

Der Ministerpräsident kritisierte das, was er als Mangel an konkreten Vorschlägen seitens der EU-Spitzenpolitiker bezeichnete, und erklärte, dass Unternehmen in Mitteleuropa mit steigenden Kosten zu kämpfen hätten. Das politische Programm der Tisza-Partei sah bereits zuvor das Ziel vor, die Abhängigkeit Ungarns von russischer Energie bis 2035 zu beenden.

Der Ersatz von russischem Öl wäre mit Kosten verbunden

Ungarn bezieht derzeit den Großteil seines russischen Rohöls über die Druschba-Pipeline, die die Raffinerien von MOL versorgt. Berichten zufolge wurden im Jahr 2025 rund 5 bis 5,5 Millionen Tonnen über diese Route geliefert, wobei für 2026 ein ähnliches Volumen erwartet wird. Analysten zufolge war russisches Urals-Rohöl in letzter Zeit etwa 15 bis 20 US-Dollar pro Barrel billiger als Brent, was Ungarn einen erheblichen Einkaufsvorteil verschafft.

Alternative Lieferungen könnten über Kroatien erfolgen, doch Analysten von Kpler weisen darauf hin, dass dies zumindest einen Teil des derzeitigen Preisvorteils zunichte machen würde. Teureres Rohöl könnte die Raffineriemargen von MOL unter Druck setzen und die Kosten im gesamten ungarischen Energiesystem in die Höhe treiben, berichtet VG.hu.

Die Gasabhängigkeit stellt eine noch größere Herausforderung dar

Ungarn ist zudem stark von russischem Erdgas abhängig, das im Rahmen langfristiger Vereinbarungen mit Gazprom über die TurkStream-Pipeline geliefert wird. Im Jahr 2025 wurden über diese Route Berichten zufolge 7,8 Milliarden Kubikmeter geliefert, während die täglichen Liefermengen im Jahr 2026 rund 22 Millionen Kubikmeter erreicht haben.

Die genaue Preisformel ist nicht öffentlich bekannt, sodass sich der tatsächliche Kostenvorteil nur schwer berechnen lässt. Frühere Berichte deuten jedoch darauf hin, dass russisches Gas deutlich günstiger sein könnte als die Preise auf dem europäischen TTF-Markt.

Russland könnte zudem einen Anreiz haben, Ungarn weiterhin zu beliefern

Analysten sind sich uneinig darüber, wie Moskau auf eine Abkehr Ungarns von russischen Energielieferungen reagieren könnte. Einige argumentieren, dass Russland finanziell von einer Fortsetzung der Lieferungen profitiert und ein Interesse daran hat, einen seiner verbleibenden europäischen Abnehmer zu behalten. Andere glauben, dass sich verändernde politische Beziehungen Moskau dazu veranlassen könnten, Preise oder Liefermengen zu überdenken.

Für Ungarn könnte ein rascher Übergang daher erheblich höhere Energiekosten bedeuten. Trotz der berichteten politischen Wende hat die Regierung nicht angedeutet, dass sie plant, bestehende russische Energieabkommen aufzukündigen, während die Zusammenarbeit bei der Gasversorgung und beim Kernkraftwerksprojekt Paks II voraussichtlich fortgesetzt wird.

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