Schockierende Entdeckung: Ist der Flores-Mensch doch nicht ausgestorben?

Die Insel Flores hütet seit Jahrzehnten eines der größten Geheimnisse der Wissenschaft: Könnte es sein, dass der Flores-Mensch, die winzige menschliche Spezies, die oft als “Hobbits” bezeichnet wird, gar nicht vollständig ausgestorben ist? Der Anthropologe Gregory Forth sammelt seit über vierzig Jahren Beweise – und nach Berichten von Einheimischen ist es möglich, dass diese kleinen, affenähnlichen Humanoiden noch tief im Dschungel der Insel leben.
Flores in Indonesien ist seit langem ein einzigartiger Ort für archäologische und anthropologische Forschungen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass der extrem kleinwüchsige Vorfahre des Menschen, der als Homo floresiensis bekannt ist, dort vor etwa 50.000 Jahren lebte, obwohl man glaubt, dass er längst ausgestorben ist. Gregory Forth glaubt jedoch, dass eine kleine Population dieser Spezies auch heute noch leben könnte und im Dschungel der Insel überlebt, schreibt Popular Mechanics.
Könnten Hobbits heute noch auf Flores leben?
Forth erforscht seit fast vier Jahrzehnten diese geheimnisvolle Spezies, die oft mit den Hobbits aus der Serie Der Herr der Ringe verglichen wird. Er begann seine Forschungen an der Universität von Oxford und setzte sie später an der Universität von Alberta in Kanada fort.
Seine jahrzehntelangen Forschungen fasste er in seinem 2022 erschienenen Buch Between Ape and Human: Ein Anthropologe auf der Spur eines verborgenen Hominoiden zusammen und sprach in einem Interview mit The Debrief ausführlich über seine Erkenntnisse.
Der Professor interessierte sich besonders für die lai ho’a, einen kleinen Humanoiden, von dem die Nage- und Lio-Gemeinschaften sagen, dass er noch heute in der Region lebt. Den Erzählungen der Stämme zufolge gehen diese Wesen aufrecht, sind aber haariger als Menschen und haben deutlich affenähnliche Gesichtszüge.
Forth berichtete auch, dass mehrere Mitglieder dieser Stämme behaupteten, im Dschungel Flores-Menschen begegnet zu sein.
Der Flores-Mensch könnte extrem klein gewesen sein
Der Professor war besonders erstaunt, als im Jahr 2003 Fossilien entdeckt wurden, die perfekt zu früheren Beschreibungen des Flores-Menschen passten. Die Rekonstruktionen der Paläoanthropologen entsprachen fast genau dem, was die Einheimischen ihm ein Jahr zuvor beschrieben hatten.
Nach den Überresten zu urteilen, war der Flores-Mensch möglicherweise nicht größer als 106 Zentimeter, eine Anpassung an die Umwelt der Insel. Dieses Phänomen, das als Inselzwergwuchs bekannt ist, war nicht nur beim Homo floresiensis zu beobachten – im Laufe der Jahrmillionen entwickelten sich viele Säugetiere auf Flores so, dass sie viel kleiner waren als ihre Gegenstücke auf dem Festland. Ein Beispiel dafür ist der Pygmäenelefant, den die Hobbits gejagt haben sollen.
Laut Nature haben Forscher im Jahr 2024 eine weitere Höhle auf Flores ausgegraben, in der weitere Überreste gefunden wurden, darunter ein besonders überraschender erwachsener Oberarmknochen. Er könnte zu einem Individuum gehört haben, das noch kleiner war als bisher bekannt – möglicherweise nicht größer als 100 Zentimeter.
Dieser Oberarmknochen erwies sich als der kleinste, der jemals unter menschlichen Fossilien gefunden wurde und stammt wahrscheinlich von einer älteren Variante der Spezies.
Gehirngröße und Zahngröße sind miteinander verbunden
Das Gehirn des Homo floresiensis war relativ klein, während seine Zähne erstaunlich groß waren. Das ist bemerkenswert, denn im Laufe der Evolution korrespondieren Veränderungen der Zahngröße mit Veränderungen der Gehirngröße, schreibt ScienceAlert.
Die Weisheitszähne zum Beispiel wurden proportional kleiner, als das Gehirnvolumen zunahm. Im Fall des Flores-Menschen blieben jedoch beide sehr klein, was darauf hindeutet, dass sich das Wachstum des zentralen Nervensystems in der frühen Kindheit verlangsamt haben könnte.
Sie könnten die nächsten Verwandten des Menschen sein
Lange Zeit standen den Forschern nur sehr wenige Überreste zur Verfügung, so dass die Ursprünge dieser Homininen im Dunkeln blieben. Man nahm an, dass sie Nachkommen des Homo erectus oder einer noch älteren Menschenart waren. Heute ist die vorherrschende Meinung jedoch, dass sie am engsten mit dem Homo sapiens verwandt sind.
Laut Forths Buch könnten diese affenähnlichen Menschen zumindest bis in die frühe Neuzeit überlebt haben, und der Professor glaubt, dass die glaubwürdigen lokalen Zeugnisse darauf hindeuten, dass eine kleine Gruppe von ihnen heute noch am Leben sein könnte.

