Schwarze Farbe zielt auf ungarische Schilder in Satu Mare: Vandalen verunstalten zweisprachige Straßennamen und Kirchentafel

Unbekannte Täter haben mit schwarzer Sprühfarbe Inschriften in ungarischer Sprache in der Stadt Satu Mare (Szatmárnémeti) beschmiert. Dies führte zu einer Verurteilung der örtlichen ungarischen Gemeindevertreter und zu Forderungen nach einer offiziellen Untersuchung.
Fotos, die der Komitatsverband der ungarischen Minderheitenpartei in den sozialen Medien veröffentlichte, zeigen, dass das zweisprachige Straßenschild in der Hám János Straße absichtlich mit dem ungarischen Wort “utca” übersprüht wurde. Vandalen zielten auch auf eine ungarischsprachige Informationstafel an der Urunk Mennybemenetele római katolikus székesegyház (Himmelfahrtskathedrale) ab, die über die Renovierung der Kirche informiert und darauf hinweist, dass das Projekt teilweise von der ungarischen Regierung finanziert wird.
Die rumänischsprachigen Elemente beider Schilder wurden unangetastet gelassen.

“Ein Angriff auf unsere gemeinsamen Werte”
In einer Erklärung bezeichnete der Kreisverband der ungarischen Partei die Tat als inakzeptablen Vandalismus.
Derartige Handlungen schädigen nicht nur das Gemeinschaftsvermögen, sondern untergraben auch die Grundsätze des gegenseitigen Respekts und der friedlichen Koexistenz. Die Verunstaltung von öffentlichen Schildern und Markierungen von religiöser, kultureller oder historischer Bedeutung “kann unter keinen Umständen als akzeptabel angesehen werden”.
Die Gruppe forderte die Behörden auf, den Fall zu untersuchen und alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Sie betonte, dass ihre Gemeinschaft weiterhin dem Dialog, dem Respekt und der Koexistenz verpflichtet sei.
Historischer und rechtlicher Kontext
Die Erklärung erinnerte auch an das Vermächtnis von János Hám, dem römisch-katholischen Bischof, nach dem die Straße benannt ist. Während seiner Amtszeit erlebte Satu Mare eine seiner bedeutendsten Entwicklungsperioden. Seine Arbeit trug dazu bei, das historische Zentrum der Stadt zu gestalten, einschließlich des Baus der Kathedrale im neoklassischen Stil.
Nach rumänischem Recht müssen öffentliche Inschriften in Siedlungen, in denen eine Minderheitengruppe mehr als 20% der Bevölkerung ausmacht, auch in Minderheitensprachen erscheinen. In Satu Mare liegt der Anteil der ethnischen Ungarn weit über diesem Schwellenwert (etwa 30%), so dass die Beschilderung in ungarischer Sprache nicht nur selbstverständlich, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben ist, so die Organisation.
Lokale Führer melden sich zu Wort
Der Vandalismus wurde auch von Csaba Pataki, dem Vorsitzenden der Komitatsorganisation und Präsidenten des Komitatsrates, und von Gábor Kereskényi, dem Bürgermeister der Stadt, verurteilt.
“Ungarischsprachige Inschriften in Satu Mare sind legal und natürlich. Wer sie angreift, greift unsere Gemeinschaft an”, schrieben sie. Sie forderten die Behörden auf, “die Ordnung wiederherzustellen” und bekräftigten ihre Unterstützung für Minderheitenrechte und ein respektvolles Zusammenleben.
Laut der letzten Volkszählung bezeichnen sich etwa 28.000 der rund 91.000 Einwohner der Stadt als ethnische Ungarn.
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