Selbst das Unternehmen von Trumps Sohn “glaubt”, dass Premierminister Orbán im April die Macht verlieren wird

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Die Anleger von Polymarket, einem Unternehmen, das sich teilweise im Besitz des Sohnes von US-Präsident Donald Trump befindet, sagen eine vernichtende Niederlage Orbáns im April voraus – wie falsch können sie liegen?

Umfragen sind eine Sache; da kann viel schief gehen, von der Stichprobengröße bis zur Repräsentativität über soziale Schichten hinweg. Doch wenn Investoren Geld auf ein Ergebnis setzen, sollen sie genauere Prognosen abgeben können, da sie selbst am Spiel beteiligt sind. Zumindest glauben das viele. Die Wahrheit ist differenzierter, obwohl es Fälle gab, in denen Wettende mit Geldeinsatz die Meinungsforscher übertroffen haben.

Prognosemärkte: in Ungarn offiziell verboten

Am 18. Januar berichteten wir zum ersten Mal über die Plattform Polymarket, auf der – neben vielen anderen Angeboten – Wetten darauf abgeschlossen werden konnten, wer nach den Wahlen im April Premierminister wird. Dann nahm der Trend eine scharfe Wendung: Ein knappes Rennen Mitte Januar entschied sich auf Polymarket eindeutig zugunsten von Péter Magyar, dem Vorsitzenden der Theiß-Partei.

Péter Magyar Tisza Party (2)
Jetzt oder nie – der Wahlkampfslogan von Magyar. Foto: Facebook/Péter Magyar

Schon am nächsten Tag, dem 19. Januar, erließ die Regierung ein sofortiges Dekret, das den Zugang zur Online-Wettplattform aus Ungarn heraus blockierte. Natürlich gibt es nach wie vor Umgehungsmöglichkeiten, so dass viele immer noch Wetten abschließen, während noch mehr Anleger genau hinschauen, worauf sie wetten. In der Theorie riskiert jeder nur sein eigenes Geld – und verliert es, wenn er auf das falsche Pferd setzt.

Polymarket sieht Magyar gegen Orbán gewinnen

Polymarket wurde erstmals während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes 2024 bekannt, als es einen weitaus größeren Vorsprung für Trump vorhersagte als die Meinungsforscher – und damit Recht behielt. Seitdem ist Donald Trump Jr. in den Beirat des Unternehmens eingetreten und hat in das Unternehmen investiert. Kein Wunder, dass der neue Amtsinhaber im Weißen Haus im Juli 2025 alle von der Regierung Biden eingeleiteten Untersuchungen gestoppt hat.

Orbán Viktor Polymarket
Foto: Facebook/Orbán Viktor

Heute gibt Polymarket Péter Magyar eine 64%ige Chance, nach den Wahlen im April eine Regierung zu bilden, während Viktor Orbán nur 36% erhält. Laut Zoltán Laky, der in Válasz Online schreibt, sind auf diesem Markt etwa 50 Millionen USD im Spiel – das entspricht 16,7 Milliarden Forint zu aktuellen Kursen.

Die Widersprüche des Polymarktes

Die Plattform ist nicht nur in Ungarn, sondern auch in Polen, Portugal, der Schweiz, Belgien, Frankreich und Singapur gesperrt, wo die Regulierungsbehörden ihre Aktivitäten als Glücksspiel und nicht als Investitionen einstufen. Der Betrieb wirft auch ethische Fragen auf: Es können Wetten auf Kriege oder Gewalt platziert werden, und ein ausreichend hoher Einsatz könnte einen Anreiz für das Ereignis selbst darstellen (so wurde ein israelischer Journalist, der über einen iranischen Raketenangriff berichtete, bedroht, um ihn zum Schweigen zu bringen).

Orbán and Meloni
Premierminister Orbán und Premierminister Meloni in Brüssel im März. Foto: Anadolu/Dursun Aydemir

Besonders besorgniserregend ist der Insiderhandel, für den es in den letzten Monaten zahlreiche Beispiele gab – nicht zuletzt der Raubüberfall auf den venezolanischen Präsidenten, bei dem jemand 63.000 Dollar in 700.000 Dollar verwandelte, indem er drei Konten nutzte, die nur 48 Stunden vor dem Überfall registriert worden waren, als ob er im Besitz von Vorwissen wäre.

Eine einzige Polymarket-Wette kann sogar zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden, wenn im richtigen Moment genügend Mittel eingesetzt werden. Die Gesetzgeber und die Marktteilnehmer werden sich zu gegebener Zeit mit all diesen Problemen befassen müssen, meint Herr Laky.

Wenn Sie unsere früheren Artikel über die Parlamentswahlen 2026 in Ungarn verpasst haben:

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