Spyware-Skandal vertieft sich: Péter Magyar erklärt, dass die Infrastruktur der Theiß-Partei mit Spyware infiziert war

Die politische Landschaft Ungarns wurde durch neue Anschuldigungen von Péter Magyar, dem Vorsitzenden der Theiß-Partei, erschüttert, der behauptet, dass ausgeklügelte Spionagesoftware gegen seine Bewegung eingesetzt wurde.
Spyware wurde in den IT-Systemen der Theiß-Partei gefunden
Laut Magyar handelt es sich bei der fraglichen Software um Candiru, ein von Israel entwickeltes Überwachungsprogramm, das weithin als Nachfolger von Pegasus gilt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Videoerklärung behauptete Magyar, dass sich die ungarischen Geheimdienste nicht nur auf Infiltration, Zwang und Einschüchterung verlassen, sondern auch fortschrittliche Cyber-Tools zur Überwachung politischer Gegner einsetzen.
Er deutete außerdem an, dass die Operation möglicherweise in Zusammenarbeit mit “östlichen Mächten” durchgeführt wurde, was Bedenken hinsichtlich möglicher internationaler Dimensionen weckt. Wir haben kürzlich über das Komplott geschrieben , das die Polizei nicht untersuchen wollte.
Was ist Candiru?
Candiru ist eine umstrittene Spyware-Plattform, die von einer israelischen Cyberfirma entwickelt wurde, die ihre Produkte hauptsächlich an Regierungen und Geheimdienste verkauft. Obwohl Candiru offiziell als Instrument zur Bekämpfung von Terrorismus und schwerer Kriminalität vermarktet wird, haben Untersuchungen von Organisationen wie Citizen Lab und Microsoft den Einsatz von Candiru mit der Überwachung von Journalisten, Aktivisten und Oppositionellen weltweit in Verbindung gebracht.
Magyar behauptet, dass diese Software letztes Jahr auf den Systemen der Theiss-Partei entdeckt wurde und beschreibt sie als ein militärisches Werkzeug, das ursprünglich für Geheimdienstoperationen entwickelt wurde. Falls Sie es verpasst haben: Atemberaubende Umfrageergebnisse für die Theiß-Partei, die, wenn sie stimmen, Péter Magyar eine beispiellose Machtfülle verleihen könnten.
Razzien und umstrittene Ermittlungen
Die Anschuldigungen folgen auf einen Untersuchungsbericht von Direkt36, in dem ein koordinierter Versuch beschrieben wurde, die IT-Infrastruktur der Theiß-Partei im Sommer 2024 zu stören. Dem Bericht zufolge leiteten die ungarischen Behörden eine strafrechtliche Untersuchung gegen zwei Männer ein, die mit der Partei in Verbindung stehen, und zwar aufgrund des Verdachts auf Kinderpornographie.
Bei den anschließenden Durchsuchungen wurden jedoch keine Beweise für diese Behauptungen gefunden. Stattdessen entdeckten die Ermittler große Mengen an digitalem Material, darunter Screenshots von Gesprächen, die auf den Versuch hinweisen, einen der IT-Spezialisten anzuwerben. Eine nicht identifizierte Person, die als “Henry” bezeichnet wurde, bat angeblich um Unterstützung bei der Untergrabung der Theiß-Partei vor den Wahlen.
Der ehemalige Ermittler Bence Szabó äußerte sich später öffentlich zu dem Fall und behauptete, der Verfassungsschutz habe während der Ermittlungen Druck auf die Polizei ausgeübt. Das mehr als 90-minütige Interview, in dem er über den Fall und seine Situation sprach, erregte in den ersten 24 Stunden eine beispiellose Aufmerksamkeit.
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Antwort der Regierung und Gegenbehauptungen
Die ungarische Regierung hat die Darstellung der Opposition zurückgewiesen. Bei einer kürzlichen Pressekonferenz erklärte Gergely Gulyás, Minister im Büro des Premierministers, dass die Geheimdienste im Rahmen ihres Mandats handelten, um mutmaßliche Spione zu verfolgen. Er deutete auch an, dass Personen, die mit dem Fall in Verbindung stehen, Verbindungen zu ausländischen Akteuren haben und möglicherweise selbst versucht haben, illegale Überwachungsinstrumente zu erwerben. Gulyás argumentierte weiter, dass die öffentliche Bekanntgabe von Geheimdienstoperationen eine Straftat darstellen könnte.
Kann es das “ungarische Watergate” sein?
Magyar beschrieb die sich entwickelnde Situation als eine Reminiszenz an den Watergate-Skandal und bezeichnete sie als einen der schwerwiegendsten politischen Skandale im modernen Ungarn. Der Fall hat quer durch das politische Spektrum scharfe Reaktionen ausgelöst. Einige lobten die Whistleblower, während andere die Glaubwürdigkeit und die Motive hinter den Behauptungen in Frage stellten.
Bildnachweis: Facebook/Péter Magyar

