Treibstoffpreise steigen in Ungarn unkontrolliert an: Wie sind unsere Preise im Vergleich zu denen in der Region?

Autofahrer in Ungarn müssen mit stark steigenden Kraftstoffpreisen rechnen, da die Krise im Nahen Osten die Ölpreise in die Höhe treibt und die Lieferketten unterbricht. Analysten warnen, dass der Benzinpreis im Extremfall 700 HUF pro Liter erreichen könnte. (1 EUR = 388 HUF)

Inländische Kraftstoffpreise steigen an

Nach dem Ausbruch des Konflikts im Iran schnellten die Rohölpreise in die Höhe und der ungarische Forint schwächte sich gegenüber den wichtigsten Währungen ab, da die Anleger Sicherheit im US-Dollar suchten. Die Auswirkungen waren sofort an den ungarischen Tankstellen zu spüren: Seit Montag ist der Benzinpreis um 12 HUF pro Liter gestiegen, während Diesel um 29 HUF teurer wurde.

Laut dem Bericht von Portfolio ist der Anstieg der Dieselpreise besonders akut. Versorgungsunterbrechungen in den Raffinerien am Persischen Golf haben die Exporte eingeschränkt. So hat Saudi Aramco nach einem Drohnenangriff den Betrieb in seinem Ras Tanura Komplex eingestellt. Diese Raffinerie, die mit einer Tageskapazität von 550.000 Barrel hauptsächlich Diesel verarbeitet, ist ein wichtiges Exportzentrum für saudisches Rohöl. In der Zwischenzeit könnte die irakische Produktion um mehr als drei Millionen Barrel pro Tag sinken, wenn die Tanker weiterhin auf Hindernisse in der Straße von Hormuz stoßen. Auch die Produktion von Rumaila, dem zweitgrößten Ölfeld der Welt, könnte beeinträchtigt worden sein.

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Europäische und regionale Vergleiche

Die Auswirkungen des Nahostkonflikts sind nicht auf Ungarn beschränkt. Jüngste Daten der Europäischen Kommission zeigen, dass die Kraftstoffpreise in ganz Europa seit dem 23. Februar gestiegen sind. Den stärksten Anstieg im Wochenvergleich verzeichnete Finnland, wo Benzin um 83 HUF und Diesel um 82 HUF pro Liter teurer wurde. Auch in Deutschland, Belgien und Frankreich kam es zu erheblichen Preissteigerungen.

In Ungarns unmittelbarer Nachbarschaft gab es am Montag nur in Rumänien einen nennenswerten Anstieg der Benzinpreise (+HUF 10), während Diesel in Rumänien, Kroatien und Österreich teurer wurde. In Österreich bildeten sich lange Schlangen, da die Autofahrer sich beeilten, vor weiteren Preiserhöhungen zu tanken.

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Autofahrer in Ungarn sind mit stark steigenden Kraftstoffpreisen konfrontiert. Foto: depositphotos.com

Wie teuer ist Treibstoff in Ungarn?

Ein Vergleich der Preise mit den Nachbarländern bietet die klarste Perspektive. Die ungarischen Behörden bestehen seit langem darauf, dass die inländischen Kraftstoffpreise nicht über den regionalen Durchschnittspreisen liegen dürfen. Sollte dies der Fall sein, droht die Regierung einzugreifen, eine Haltung, die kürzlich von Premierminister Viktor Orbán und Minister Gergely Gulyás bekräftigt wurde.

Seit Montag liegt Ungarn weiterhin unter dem regionalen Durchschnitt: Benzin ist 9 HUF pro Liter billiger, während Diesel 6 HUF unter dem Durchschnitt liegt.

Schwächelnder Forint treibt Kraftstoffpreise in die Höhe

Der schwächelnde Forint verschärft das Problem. Seit dem Ausbruch des Konflikts hat der Forint gegenüber dem US-Dollar rund 5 % an Wert verloren, wodurch importiertes Rohöl für die ungarischen Verbraucher teurer wurde.

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Illustration. Foto: Pixabay

Was Experten erwarten

Eszter Bujdos, Analystin für den Kraftstoffmarkt bei Holtankoljak.hu, schätzt, dass allein der Ölpreisanstieg die Benzinkosten um etwa HUF 30 pro Liter erhöhen könnte, ohne Berücksichtigung von Währungseffekten und logistischen Kosten. In extremen Szenarien, bei denen die zusätzlichen Kosten für die Umwege um die Straße von Hormuz berücksichtigt werden, könnten die Benzinpreise um 70-80 HUF pro Liter steigen und möglicherweise 700 HUF erreichen.

Regionaler Preisüberblick (Stand: 5. März)

  • Rumänien: Benzin HUF 621, Diesel HUF 638
  • Kroatien: Benzin HUF 573, Diesel HUF 577
  • Slowenien: Benzin HUF 554, Diesel HUF 566
  • Slowakei: Benzin HUF 586, Diesel HUF 583
  • Serbien: Benzin HUF 589, Diesel HUF 651
  • Österreich: Benzin HUF 628, Diesel HUF 661

Trotz der steigenden Preise bleibt der ungarische Kraftstoff in der Region relativ wettbewerbsfähig. Aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und der Währungsschwankungen ist jedoch in den kommenden Tagen mit weiteren Preiserhöhungen zu rechnen.

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