Ungarischer Enthüllungsjournalist, der der Spionage beschuldigt wird, sucht öffentliche Unterstützung

Der Investigativjournalist Szabolcs Panyi steht unter intensiver Beobachtung, nachdem die ungarische Regierung Strafanzeige gegen ihn wegen angeblicher Spionage erstattet hat, wie Gergely Gulyás bei einer kürzlichen Regierungsbesprechung sagte. Die Anschuldigung, Panyi habe mit einem ausländischen Staat gegen Ungarn kollaboriert, ist für einen EU-Mitgliedstaat höchst ungewöhnlich und hat bei Verfechtern der Pressefreiheit große Besorgnis ausgelöst.
Panyi reagierte auf seiner Facebook-Seite. Er bezeichnete die Anschuldigungen als “völlig unbegründet” und beschrieb die Angriffe auf investigative Journalisten mit Spionagevorwürfen als beispiellos im modernen Europa: eine Praxis, die eher mit autoritären Regimen wie Russland oder Belarus in Verbindung gebracht wird.
Panyi beschreibt seine Ermittlungen im Detail
In seiner Erklärung erklärte Panyi, dass er über ein Jahrzehnt lang den Einfluss des russischen Geheimdienstes auf die ungarische Politik dokumentiert hat. Er brachte zum Ausdruck, dass die Regierung zwar zunehmend im Einklang mit dem Kreml handelt, er aber weiterhin darauf vertraut, dass die ungarischen Justizbehörden das nationale Recht und nicht die russischen Rechtsnormen einhalten werden.
Er führte aus, dass seine Arbeit nie mit tatsächlicher Spionage zu tun hatte. Vielmehr betrachtet er seine Ermittlungen als eine Form der “journalistischen Gegenspionage”, die darauf abzielt, die Versuche ausländischer Akteure aufzudecken, die ungarischen politischen Angelegenheiten zu beeinflussen.
Seit 2023 untersucht Panyi mögliche Rechtsverstöße in den Beziehungen zwischen Péter Szijjártó, dem ungarischen Außenminister, und russischen Beamten, darunter Sergej Lawrow, dem russischen Außenminister. Panyi stellte klar, dass die auf der Mandiner-Plattform veröffentlichten Aufnahmen stark bearbeitet wurden und keine Gespräche enthalten, in denen er die Möglichkeit einer politischen Geheimdiensttätigkeit zugunsten Russlands hervorhebt.
Suche nach Quellen und öffentlicher Unterstützung
Angesichts der Anschuldigungen der Regierung wendet sich Panyi nun an die Öffentlichkeit und bittet um Informationen. Er ist besonders an Hinweisen auf verdächtige Bargeld- oder Wertsachen interessiert, die in Regierungs- oder Privatflugzeugen ungarischer Beamter transportiert wurden, sowie an der Handhabung dieser Sendungen im Terminal für Kleinflugzeuge des Budapester Flughafens.
In seinem Facebook-Post forderte Panyi alle Personen mit sachdienlichen Informationen auf, ihn über einen sicheren Kanal zu kontaktieren: spanyi [at] protonmail [dot] com. Er betonte, dass er sich trotz rechtlicher Drohungen nicht davon abhalten lassen wird, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Reaktion der Regierung und politischer Kontext
Die Anschuldigungen der Regierung folgen auf eine durchgesickerte Aufnahme, die von Mandiner veröffentlicht wurde und die einen öffentlichen und politischen Aufruhr ausgelöst hat. Ministerpräsident Viktor Orbán und Regierungsbeamte, darunter Gergely Gulyás, bezeichneten den Fall als Teil eines umfassenderen Spionageproblems in Ungarn, in das sowohl die Theiß-Partei als auch ausländische Geheimdienstmitarbeiter verwickelt seien, schreibt Telex.
Panyi und andere Beobachter haben betont, dass die Anschuldigungen Teil eines politisch aufgeladenen Umfelds sind, das mit den bevorstehenden Wahlen zusammenfällt. Panyi besteht darauf, dass seine Rolle rein journalistisch war und darauf abzielte, Informationen über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der ausländischen Einflussnahme auf Ungarns Regierungsgeschäfte zu sammeln und zu überprüfen.
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