Ungarischer „falscher Jesus“ in Italien festgenommen, nachdem er vor einer Haftstrafe wegen Betrugs geflohen war

Ein 73-jähriger ungarischer Mann, der in den Medien als „der falsche Jesus aus dem Komitat Zala“ bekannt ist, wurde in Italien festgenommen, nachdem er aus Ungarn geflohen war, um einer Haftstrafe wegen Betrugs an seinen Anhängern in Höhe von mehreren Millionen HUF zu entgehen.

Der Mann wurde am 7. Juli in Macerata von der italienischen Polizei festgenommen, wie ein Sprecher der Polizeidirektion des Komitats Zala bestätigte. Die ungarischen und italienischen Behörden haben inzwischen ein Auslieferungsverfahren eingeleitet, allerdings wurde noch kein Termin für die Rückführung des „falschen Jesus“ nach Ungarn festgelegt. Sein Status in der Fahndungsdatenbank der ungarischen Polizei wurde ebenfalls auf „festgenommen“ aktualisiert.

Der „falsche Jesus“ wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Gegen den Mann lag ein landesweiter Haftbefehl vor, nachdem er sich nicht im Gefängnis gemeldet hatte, um eine viereinhalbjährige Haftstrafe anzutreten. Nach Angaben des Landgerichts Zalaegerszeg konnte er an seiner gemeldeten Adresse nicht ausfindig gemacht werden, woraufhin das Gericht einen Haftbefehl gegen ihn erließ.

Ursprünglich war er im Oktober 2024 wegen 23 Fällen von Betrug und eines Falles von ordnungswidrigem Verhalten zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht verurteilte ihn zudem zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 300.000 HUF sowie von fast 19 Millionen HUF zuzüglich Zinsen als Entschädigung an seine Opfer. Im Berufungsverfahren wurde das Strafmaß im November 2025 unter Berücksichtigung seines fortgeschrittenen Alters und seiner bisherigen Unbescholtenheit auf vier Jahre und sechs Monate herabgesetzt.

Anhänger wurden angeblich jahrzehntelang manipuliert

Den Gerichten zufolge gab sich der Mann, der behauptete, die Reinkarnation Jesu zu sein, jahrzehntelang als spiritueller Heiler, Energietherapeut und Retter der Seelen aus. Er organisierte Gruppensitzungen und private Beratungen in mehreren ungarischen Städten, darunter Zalaegerszeg, Nagykanizsa, Pécs, Budapest und Böhönye.

Bei diesen Zusammenkünften soll er über bedingungslose Liebe, Gott, den Erlöser, Bescheidenheit, Selbstaufopferung und die Ablehnung materiellen Reichtums gepredigt haben, während er gleichzeitig behauptete, er habe kaum Verständnis für finanzielle Angelegenheiten.

Die Ermittler stellten fest, dass er sich als Reinkarnation Jesu darstellte und so nach und nach das Vertrauen von Menschen gewann, die Heilung oder spirituelle Führung suchten. Die Staatsanwaltschaft erklärte, er habe bei seinen Anhängern emotionale Abhängigkeit geschaffen und zunehmend Einfluss auf deren persönliche Beziehungen, Berufswahl und finanzielle Entscheidungen genommen.

Millionen, die für wohltätige Zwecke gesammelt wurden, finanzierten offenbar einen luxuriösen Lebensstil

Das Gericht stellte fest, dass der Mann seine Anhänger dazu überredete, Geld für von ihm als wohltätig oder edel bezeichnete Zwecke zu spenden, darunter den Kauf von Immobilien, die Unterstützung bedürftiger Menschen und die Finanzierung von Kinderfreizeiten. Stattdessen wurde das Geld laut Staatsanwaltschaft zur Finanzierung seines eigenen luxuriösen Lebensstils verwendet.

Den Opfern wurden insgesamt fast 20 Millionen HUF (55.200 Euro) entzogen. Berichten zufolge glaubten einige Anhänger während der gesamten Ermittlungen weiterhin an seine spirituelle Mission, während andere seine Aktivitäten zwar hinterfragten, sich jedoch nicht in der Lage sahen, sich seinem Einfluss zu entziehen. Nach Angaben des Gerichts warnte er seine Anhänger, dass jeder, der ihn „verrate“, schwer erkranken würde.

Während des gesamten Gerichtsverfahrens bestritt der Mann jegliches strafrechtliches Fehlverhalten. Er räumte zwar ein, nicht Jesus zu sein, beharrte jedoch darauf, dennoch über außergewöhnliches spirituelles Wissen zu verfügen.

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