Ungarischer stellvertretender Bürgermeister greift angeblich Frau auf Festival an: sie könnte ihr Augenlicht verlieren

Eine junge Frau hat in den sozialen Medien von einem schweren Übergriff berichtet. Sie behauptet, András Bodor, der stellvertretende Bürgermeister von Szentmártonkáta im Komitat Pest, habe sie auf dem Wurstfest der Stadt angegriffen. Das Opfer sagt, der Vorfall könne zu einem dauerhaften Verlust des Sehvermögens führen, da die Ärzte nicht garantieren können, dass ihr linkes Auge gerettet werden kann.
Gréta Bordás-Pauza teilte einen Beitrag aus einem Krankenwagen, nachdem sie sich einem CT-Scan unterzogen hatte. Sie schrieb, dass sie seit mehr als zwei Stunden darauf wartet, ins Krankenhaus eingeliefert und operiert zu werden. Ihrem Bericht zufolge leidet sie unter “unerträglichen Schmerzen” und läuft Gefahr, das Augenlicht auf einem Auge dauerhaft zu verlieren.
Streit eskaliert zu Gewalt
Bordás-Pauza erklärte, sie habe das Fest mit ihrem Mann besucht und sei nach dem Konsum von Alkohol in einen Streit mit dem stellvertretenden Bürgermeister geraten. Sie behauptet, der Politiker habe ihr zuvor bei einer Dorfveranstaltung einen Job bei der Gemeindeverwaltung “im Austausch für sexuelle Dienste” angeboten, was sie abgelehnt habe.
Auf dem jüngsten Fest kam die Angelegenheit wieder zur Sprache und nach Angaben der Frau eskalierte der Streit in körperliche Gewalt.
“Sobald ich meine Ablehnung zum Ausdruck brachte, schlug er mir den Kopf ein”, schrieb sie in ihrem Beitrag. Sie fügte hinzu, dass mehrere Zeugen den Vorfall gesehen haben, die derzeit von der Polizei befragt werden.
Bewusstlosigkeit und Verhaftung des Ehemanns
Das Opfer sagte, sie habe das Bewusstsein verloren, nachdem sie geschlagen wurde. Ihr Ehemann versuchte, sie zu verteidigen, aber nach ihren Angaben wurde er noch am Tatort festgenommen. In der Zwischenzeit wurde sie mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht und dort behandelt.
In den sozialen Medien teilte sie mehrere Fotos, die ihre Verletzungen zeigen, und betonte, dass diese echt seien. “Das ist keine künstliche Intelligenz”, schrieb sie.
Mögliche politische Auswirkungen
Der Beitrag hat unter den Kommentatoren große Empörung ausgelöst und wurde online vielfach geteilt. In ihrem Posting warf die Frau auch politische Fragen auf und wandte sich direkt an Premierminister Viktor Orbán, um eine Antwort auf den Vorfall zu erhalten. Es wird eine polizeiliche Untersuchung erwartet, die die genauen Umstände klären und die Verantwortung zuweisen könnte. Offizielle Stellungnahmen der Behörden wurden noch nicht veröffentlicht.
UPDATE: Bodor sagt, die Anschuldigungen seien unbegründet, tritt aber zurück
Bodor reagierte auf die Anschuldigungen in einem Facebook-Post, der inzwischen nicht mehr verfügbar ist. Laut Magyar Hang schrieb er: “Aufgrund der Ereignisse der letzten Nacht bin ich zum Ziel ernsthafter Anschuldigungen geworden. Diese Anschuldigungen sind unbegründet und unwahr. Ich möchte nicht, dass mein Fall zum Thema des Wahlkampfes wird, auch wenn ich nie ein Kandidat oder Mitglied einer Partei war. Ich werde mich den Ermittlungen stellen, und um sicherzustellen, dass sie reibungslos und fair und ohne parteipolitische Anschuldigungen ablaufen, trete ich mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als stellvertretender Bürgermeister zurück.”
Laut dem Artikel des Portals meldete sich auch Tibor Pogácsás, der Kandidat der Fidesz für die Gemeindevertretung, zu Wort: Er sagte, dass der stellvertretende Bürgermeister entgegen den Behauptungen in den sozialen Medien sein Amt nicht unter dem Banner der Fidesz ausübe, nie als Kandidat der Fidesz kandidiert habe und auch nie Mitglied der Fidesz gewesen sei.
“Gewalt und unverantwortliche Anschuldigungen sind keine Lösung, und ein Urteil zu fällen, ohne die Fakten zu kennen, ist ebenfalls unverantwortlich. Es ist die Aufgabe der Behörden, die Angelegenheit zu untersuchen. Wir verurteilen jede Form von Gewalt, wer auch immer sie verübt. Ich wünsche dem Opfer eine rasche Genesung”, schrieb er.
Falls Sie es verpasst haben:

