Ungarn startet 5,5-Milliarden-Euro-Modernisierung des Schienennetzes – Entwicklungsplan erhält grünes Licht

Ungarns ehrgeiziger „Baross-Gábor-Eisenbahnentwicklungsplan“ kann nun in die Umsetzungsphase übergehen, nachdem die Überprüfung des Integrierten Verkehrsentwicklungs-Operationsprogramms (IKOP Plus) durch die Regierung im Ungarischen Amtsblatt (Magyar Közlöny) veröffentlicht wurde.

Laut Dávid Vitézy werden durch den Entwicklungsplan mehr als 2.000 Milliarden HUF (etwa 5,5 Milliarden Euro) an Investitionen in den Schienenverkehr und andere schienengebundene Verkehrsträger für Projekte im ganzen Land bereitgestellt.

Der ehemalige Staatssekretär für Verkehr und derzeitige Minister für Verkehr und Investitionen gab diese Entwicklung auf Facebook bekannt und erklärte, die Veröffentlichung des Regierungsbeschlusses bedeute, dass Projekte, die größtenteils aus EU-Mitteln finanziert werden, nun offiziell in Angriff genommen werden können.

Hungary's Transport and Investment Minister Dávid Vitézy at a railway crossing
Ungarns Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy an einem Bahnübergang. Foto: Facebook/Vitézy Dávid

Eisenbahnausbauprogramm in Höhe von 3.550 Milliarden HUF

Der Baross-Gábor-Eisenbahnausbauplan sieht vor, die ungarische Eisenbahn- und sonstige Schienenverkehrsinfrastruktur in den nächsten zehn Jahren mit einem Gesamtbudget von 3.550 Milliarden HUF zu erneuern.

Eine der wichtigsten Finanzierungsquellen ist das von der EU geförderte IKOP-Plus-Programm. Laut Vitézy stehen im laufenden EU-Förderzeitraum 1.406 Milliarden HUF für Verkehrsausbaumaßnahmen zur Verfügung, während weitere 950 Milliarden HUF nun für Projekte im nächsten Förderzeitraum zugesagt wurden.

Dies bedeute, dass Eisenbahnausbauprojekte im Umfang von mehr als 2.000 Milliarden HUF nun in die konkrete Umsetzung gehen könnten, erklärte er. Vitézy hob zudem die Bedeutung der Verhandlungen mit Brüssel hervor und erklärte, Ungarn habe sich 16,4 Milliarden Euro an EU-Fördermitteln gesichert.

Große Eisenbahnprojekte in ganz Ungarn geplant

Das Programm umfasst ein breites Spektrum an Projekten, von S-Bahn-Strecken rund um Budapest bis hin zu wichtigen Eisenbahnstrecken und Bahnhöfen im ganzen Land.

Zu den geplanten Maßnahmen zählen der Ausbau der Bahnstrecken Budapest–Veresegyház–Vác und Budapest–Lajosmizse–Kecskemét sowie die Modernisierung des Budapester HÉV-Nahverkehrsnetzes.

Zudem sollen die Vorbereitungsarbeiten für den Umbau des Hauptbahnhofs von Debrecen beginnen, während die Bahnstrecke Debrecen–Nyíregyháza ausgebaut wird. Die Hauptbahnstrecken in Richtung Miskolc und Szeged sollen für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgebaut werden, während die Vorbereitungen für den Umbau der Hauptstrecke in Richtung Pécs beginnen werden.

Darüber hinaus sind neue intermodale Verkehrsknotenpunkte sowie die Modernisierung zahlreicher regionaler Bahnstrecken und Bahnhöfe geplant. Das Programm könnte zudem den Weg für den Ausbau der U-Bahn-Linie 3 in Budapest und die Weiterentwicklung des miteinander verbundenen Straßenbahnnetzes der Stadt sowohl auf der Pest- als auch auf der Buda-Seite ebnen.

Neue Züge und HÉV-Fahrzeuge sind ebenfalls geplant

Der Baross-Gábor-Plan beschränkt sich nicht nur auf die Infrastruktur. Er umfasst auch die Anschaffung neuer InterCity-Züge und HÉV-Fahrzeuge, die Sanierung von Bahnhöfen, den Wiederaufbau von Gleisanlagen sowie die Aufhebung von Geschwindigkeitsbeschränkungen, die durch den schlechten Zustand der Gleise verursacht werden.

Für einige nicht elektrifizierte Regionalbahnstrecken, die größere Kreisstädte verbinden, sind zudem neue batteriebetriebene Triebzüge geplant. Vitézy nannte als Beispiele mögliche Verbindungen nach Salgótarján und Szekszárd. Der Plan zielt außerdem darauf ab, die internationalen Bahnverbindungen zu stärken und den Schienenverkehr in Budapest, seinem Ballungsraum sowie den großen regionalen Städten zu verbessern.

Die Eisenbahnprojekte können nun offiziell beginnen

Vitézy beschrieb den Baross-Gábor-Eisenbahnentwicklungsplan als ein landesweites Programm, das Gebiete von der Metropolregion Budapest über die Große Tiefebene bis nach Westungarn umfasst. Die Veröffentlichung der IKOP-Plus-Überprüfung im ungarischen Amtsblatt bedeutet, dass die Projekte nun nicht mehr nur Pläne auf dem Papier sind: Mit ihrer Umsetzung kann nun offiziell begonnen werden.

Vitézy erklärte, die Maßnahmen könnten Ungarns Schienen- und Festgleisverkehrssystem nach Jahren des Rückgangs wieder auf einen Entwicklungskurs bringen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *