Ungarn und die Slowakei wenden sich wegen des Streits mit Kroatien über den Öltransit an Brüssel

Ungarn und die Slowakei haben sich gemeinsam an die Europäische Kommission gewandt, nachdem die Lieferungen durch die Druschba-Pipeline unterbrochen wurden und die Spannungen zwischen Budapest und Zagreb zunahmen.

Ungarn und die Slowakei wandten sich an die Europäische Kommission

Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó sagte, die beiden Länder hätten Brüssel formell aufgefordert, eine EU-Regel durchzusetzen, die es ihnen erlaubt, russisches Rohöl über die Seewege zu kaufen, wenn die Pipeline-Lieferungen blockiert sind. Ihm zufolge hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky die Lieferungen nach Ungarn aus “politischen Gründen” gestoppt, ein Vorwurf, den Kiew nicht akzeptiert.

Szijjártó betonte, dass die Energiesicherheit Ungarns stabil bleibe und dass das Land über strategische Reserven für mehr als drei Monate verfüge. Er fügte hinzu, dass die ungarische Öl- und Gasgesellschaft MOL bereits alternative Lieferungen auf dem Seeweg bestellt hat. Die ersten Ladungen werden voraussichtlich Anfang März einen kroatischen Hafen erreichen, bevor sie zu Raffinerien in Ungarn und der Slowakei weitergepumpt werden.

Wir haben vor kurzem darüber berichtet, wie Ungarn Kroatien um Hilfe bittet, um die russischen Öllieferungen zu sichern, während es die Schuld auf die Ukraine schiebt.

Kroatien sagt, die Pipeline solle die Abhängigkeit von Russland verringern und nicht verlängern.

Das Thema hat jedoch einen scharfen und ungewöhnlich öffentlichen Schlagabtausch mit Kroatien ausgelöst. Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Šušnjar reagierte mit spitzen Bemerkungen in den sozialen Medien. Er sagte, es sei “herzerwärmend” zu hören, dass Ungarn so stark über das Recht und die Werte der EU spreche. Seine Kommentare wurden weithin als sarkastisch interpretiert und spiegeln die langjährigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Budapest und Brüssel in Fragen der Rechtsstaatlichkeit wider, schreibt HVG.

Die kroatische Regierung hat betont, dass die Adria-Pipeline, die von der staatlichen Firma Janaf betrieben wird, zuverlässig ist und über ausreichende Kapazitäten verfügt, um die ungarische und slowakische Nachfrage zu decken. Beamte in Zagreb argumentieren, dass die Infrastruktur speziell entwickelt wurde, um die Abhängigkeit Mitteleuropas von russischer Energie zu verringern und nicht, um weitere Importe aus Russland zu ermöglichen, berichtet 444.

Falls Sie es verpasst haben: Außenpolitik durch Freundschaft: Regierung sagt, Orbán-Trump-Bindung schütze Ungarns Interessen.

Ungarn und der Slowakei wurden Ausnahmen gewährt, als die russische Invasion begann

Im Rahmen der EU-Sanktionen bleiben die russischen Öllieferungen eingeschränkt, obwohl Binnenstaaten wie Ungarn und die Slowakei nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine vorübergehende Ausnahmen gewährt wurden. Die Ausweitung dieser Ausnahmen auf Lieferungen auf dem Seeweg über Kroatien würde spezielle Genehmigungen erfordern und wäre wahrscheinlich an strenge Bedingungen geknüpft.

Der Streit hat auch einen politischen Hintergrund. Kroatische Beamte haben darauf hingewiesen, dass erst vor wenigen Monaten ungarische Vertreter in Frage gestellt haben, ob die Adria-Pipeline ausreichende Mengen bewältigen kann – eine Behauptung, die Zagreb damals zurückwies. Jetzt sagen kroatische Politiker, dass Budapest die gleiche Infrastruktur als EU-Verpflichtung darstellt.

Abgebildetes Bild: Szijjártó Péter/Facebook

One comment

  1. Ungarn muss sich natürlich nicht an EU-Verträge halten, wenn es dem Land nicht passt, bei den anderen Mitgliedern greift das natürlich nicht, denn wer sich wie Ungarn in Gottes Nähe bei Trump befindet, für den gelten natürlich andere Regeln. Gleichzeitig wird die EU bei jeder sich bietenden Gelegenheit verächtlich gemacht und mit einer Lügenpropaganda überzogen, die den Ungarn eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben müsste.

    Hier aber hält sich jemand an die EU-Verträge und jetzt soll die EU ran und Recht brechen, weil hier das von Ungarn ansonsten hochgehaltene und bevorzugte Trumpsche Recht des Stärkeren (Orban-Originalton) nicht greift. Ich kann nur empfehlen, Ungarn sollte sich an Trump oder Putin wenden. Ich lese hier auch immer wieder, dass Trump der ungarische “Schutzengel” sei. Also auf und viel Spaß dabei!

    Und wenn es Ungarn nicht passt, hat es immer noch die Möglichkeit, aus der EU auszutreten. Allerdings gäbe es dann ein kleines finanzielles Problem für Ungarn, wenn es den Marktzugang zur EU verliert. Das wäre allerdings für den Rest ein Grund zu feiern, wenn der von externen Kräften beauftragte ungarische Binnen-Zerstörer und -Blockierer der EU beseitigt ist. Dann müssten Putin und Trump Staatstrauer anordnen und auch mit dem Schutzengel Trump wäre es dann garantiert vorbei.

    Was ist das nur für eine verrottete Moral und Rechtseinstellung? Ist Ungarn wirklich schon in Russland angekommen?

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