Ungarn verbietet die politische Betätigung von Reservistensoldaten

Für Ungarns freiwillige Reservisten sind neue Vorschriften in Kraft getreten, die klarstellen, wann und wie sie sich während ihres Dienstes in den ungarischen Verteidigungsstreitkräften politisch engagieren dürfen.

Ungarn verschärft Regeln für Reservistensoldaten

Laut einem Dekret, das am 22. Januar in der Magyar Közlöny veröffentlicht wurde, hat der ungarische Verteidigungsminister Kristóf Szalay-Bobrovniczky mehrere Vorschriften geändert, die die Ausübung der Grundrechte durch freiwillige Reservisten betreffen.

Die Änderungen wurden zuerst von 24.hu gemeldet. Das Verteidigungsministerium erklärte, das Ziel der Überarbeitung sei die Harmonisierung der bestehenden Gesetzgebung zum Militärdienst, die Anpassung an die sich verändernden Lebensumstände und die klarere und leichtere Anwendung der Regeln in der Praxis.

Keine politische Zugehörigkeit auf dem Display erlaubt

Eines der bemerkenswertesten Elemente der neuen Regelung betrifft das politische Engagement. Nach den aktualisierten Regeln dürfen die ungarischen Verteidigungskräfte freiwilligen Reservisten nicht verbieten, Mitglied einer politischen Partei oder einer anderen politisch orientierten Organisation zu sein. Während des Militärdienstes gelten jedoch strenge Beschränkungen.

Während des aktiven Dienstes dürfen Reservisten weder die Rechte ausüben, die sich aus ihren politischen Mitgliedschaften ergeben, noch dürfen sie sich in irgendeiner Form politisch betätigen. Das Dekret besagt ausdrücklich, dass freiwillige Reservisten während ihres Dienstes politisch neutral bleiben müssen, auch wenn sie ansonsten einer Partei angehören.

Die Verordnung klärt auch den Status von Reservisten, die sich entschließen, für ein öffentliches Amt in Ungarn zu kandidieren. Die offizielle Registrierung als Kandidat bei Parlaments-, Europaparlaments-, Bürgermeister-, Kommunal- oder Minderheitenselbstverwaltungswahlen führt nicht automatisch zur Aussetzung oder Beendigung des Dienstverhältnisses eines Reservisten.

Stattdessen bleibt ihr rechtlicher Status unverändert, bis die Wahl abgeschlossen ist, der Kandidat sich zurückzieht oder – im Falle einer erfolgreichen Wahl – bis das Mandat formell bestätigt wird.

Auch die Strafen werden verschärft

Zusätzlich zu den politischen Regeln führt das Dekret strengere Wählbarkeits- und Disziplinarbestimmungen ein. Künftig dürfen Personen, deren Berufs- oder Vertragsdienst aus gesundheitlichen oder psychologischen Gründen beendet wurde, kein freiwilliges Reservistenverhältnis mehr eingehen.

Die Verordnung verschärft auch die Durchsetzung der Mobilmachungsverpflichtungen. Wenn ein Reservist zweimal hintereinander aus eigenem Verschulden seinen Einberufungspflichten nicht nachkommt, kann sein Dienstverhältnis sofort und ohne die übliche Nachfrist beendet werden.

Mit klareren Regeln versuchen sie, die politische Neutralität zu wahren

Das Verteidigungsministerium betonte, dass die Änderungen Teil eines umfassenderen Bestrebens sind, die Kohärenz der militärischen Dienstvorschriften zu gewährleisten und gleichzeitig den Realitäten des modernen Lebens Rechnung zu tragen. Die Beamten argumentieren, dass klarere Regeln sowohl den Streitkräften als auch den Reservisten zugute kommen werden, indem sie die Rechtsunsicherheit verringern und die Disziplin während des aktiven Dienstes in Ungarn stärken.

Während das neue Dekret die Rechte der Reservisten auf politische Zugehörigkeit im zivilen Leben bewahrt, unterstreicht es die Erwartung der Regierung, dass der Militärdienst – auch wenn er freiwillig und in Teilzeit geleistet wird – politische Neutralität bei der Ausübung der Pflichten erfordert.

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