Ungarn verschärft die Syphilis-Untersuchungen während der Schwangerschaft angesichts steigender Zahlen angeborener Fälle

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In Ungarn kommen immer mehr Babys mit angeborener Syphilis zur Welt, was das Nationale Zentrum für öffentliche Gesundheit und Pharmazie (NNGYK) dazu veranlasst hat, neue, landesweite Verfahren einzuführen. Die Zahl der Fälle ist seit 2021 deutlich gestiegen: Im Jahr 2025 wurden 91 Fälle registriert, während allein in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 bereits 100 Fälle gemeldet wurden.
Neue Vorsorgeuntersuchung in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft
Nach Angaben des NNGYK ist eine koordinierte Vorgehensweise erforderlich, da eine angeborene Syphilis weitgehend verhindert werden kann, wenn die Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Eine der wichtigsten Änderungen im Rahmen der neuen methodischen Leitlinien besteht darin, dass Schwangere ab dem 1. September zusätzlich zu dem im ersten Trimester durchgeführten Test ein zweites Syphilis-Screening zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche absolvieren müssen.
Diese Vorschrift gilt auch für Schwangerschaften, bei denen die Schwangerschaftsvorsorge bereits vor dem 1. September begonnen hat. Ist die Schwangerschaft bereits über den Zeitraum der 24. bis 28. Woche hinaus fortgeschritten, muss die Untersuchung beim nächsten Termin zur Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden. Frauen, die keine Schwangerschaftsvorsorge in Anspruch genommen haben, sowie solche, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Syphilis-Infektion besteht, müssen sich bei der Entbindung einem Syphilis-Schnelltest unterziehen.
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Strenge Fristen für die Behandlung
Das NNGYK möchte sicherstellen, dass kein positives Screening-Ergebnis ohne angemessene Nachsorge bleibt. Bei bestätigten Syphilis-Fällen muss spätestens innerhalb von 72 Stunden nach der Diagnose eine spezifische Penicillin-Behandlung eingeleitet werden.
Die Behandlung der Sexualpartner gilt ebenfalls als unerlässlich, um eine Übertragung und eine erneute Infektion zu verhindern. Die Identifizierung und Benachrichtigung der Partner muss unverzüglich, spätestens jedoch 48 Stunden nach einer bestätigten Infektion, erfolgen. Bei einem positiven Testergebnis müssen zudem unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um eine angemessene Versorgung sowohl der Mutter als auch des Neugeborenen sicherzustellen.
Ungarn liegt mehr als doppelt so hoch wie das WHO-Ziel
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Ziel von höchstens 50 Fällen angeborener Syphilis pro 100.000 Lebendgeburten festgelegt. Basierend auf den in Ungarn im Jahr 2025 erfassten Daten lag die Rate bei 126 Fällen pro 100.000 Lebendgeburten. Die Schwere der Situation spiegelt sich auch in den gemeldeten Todesfällen wider: Im Jahr 2025 starben in Ungarn 26 Kinder an der Infektion, während bis August 2026 weitere 23 Todesfälle verzeichnet wurden.
Das neue landesweite Verfahren standardisiert die zu ergreifenden Maßnahmen, vom Screening über die Behandlung bis hin zur Betreuung der Sexualpartner und der Nachsorge der Neugeborenen. Die NNGYK betont, dass angeborene Syphilis weitgehend vermeidbar ist, dies jedoch eine rechtzeitige Erkennung und Behandlung der Infektion erfordert.
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