Ungarns Energieminister gibt bekannt, wann das Land auf russisches Gas verzichten könnte

Ungarn könnte seine Gasversorgung auch ohne russische Ressourcen sichern, so Wirtschafts- und Energieminister István Kapitány, der zudem Pläne für Paks, erneuerbare Energien und gezielte Diesel-Fördermaßnahmen vorstellte.
Überprüfung von Paks II und Ausbau der Energiespeicherung
Die Regierung wird voraussichtlich bis Ende des Jahres eine Überprüfung des Kernkraftwerksprojekts Paks II abschließen. Anschließend wird entschieden, ob die zusätzlichen Reaktoren für das ungarische Energiesystem weiterhin notwendig sind. Gleichzeitig prüfen die Behörden, ob die Betriebsdauer der bestehenden Reaktoren von Paks I über das Jahr 2032 hinaus um weitere 20 Jahre verlängert werden kann.
Kapitány betonte zudem die Notwendigkeit, die Energiespeicherkapazitäten deutlich auszubauen. Die Solarleistung Ungarns hat bereits 8.000 Megawatt überschritten, doch die Speicherkapazitäten sind nicht im gleichen Tempo gewachsen. Er argumentierte, dass zusätzliche Speicherkapazitäten in Verbindung mit Solar- und Windenergie dazu beitragen würden, die Abhängigkeit des Landes von Energieimporten zu verringern. Der Minister verwies zudem auf die niedrigen Wasserstände der Donau in diesem Sommer als Beleg dafür, dass man sich gründlicher auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten müsse.
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Regierung: Russisches Gas könnte bereits in naher Zukunft ersetzt werden
Ungarn könnte bereit sein, seine Abhängigkeit von russischem Gas bis Oktober nächsten Jahres zu beenden, entsprechend der von der Europäischen Union gesetzten Frist, erklärte István Kapitány in einem Interview mit Telex. Der Minister für Wirtschaft und Energie erklärte, Ungarn sei auf den kommenden Winter vorbereitet, da die Gasvorräte als ausreichend gelten und keine physischen Versorgungsprobleme bestehen. Er argumentierte, russisches Gas habe vor allem deshalb eine dominierende Rolle gespielt, weil es historisch gesehen die wirtschaftlichste Option gewesen sei, und nicht, weil alternative Quellen nicht verfügbar seien.
Kapitány gab nicht bekannt, um wie viel sich die Abhängigkeit Ungarns von russischem Gas in den letzten Monaten verringert hat. Er erklärte jedoch, dass, sollten sich die aktuellen Trends wie erwartet fortsetzen, die Lieferungen aus anderen Quellen ausreichen würden, um den Bedarf des Landes bis zum Zieltermin der EU zu decken. Ungarn erörtere zudem mit Kroatien eine stärkere Nutzung der Adria-Ölpipeline mit dem Ziel, diese laut dem Minister mit voller Kapazität zu betreiben.
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Die Diesel-Subventionen werden monatlich 10 Milliarden HUF kosten
Die Regierung plant, einer gezielteren Gruppe von Autofahrern eine monatliche Dieselbeihilfe in Höhe von 5.000 HUF (13,74 EUR) zu gewähren. Kapitány erklärte, dass etwa 900.000 bis 1 Million Autofahrer Anspruch darauf haben könnten, wobei die Maßnahme den Staatshaushalt monatlich etwa 10 Milliarden HUF (etwa 27,5 Millionen Euro) bzw. insgesamt 40 Milliarden HUF (fast 110 Millionen Euro) kosten würde. Er stellte dies der bisherigen pauschalen Kraftstoffpreisobergrenze gegenüber, die seiner Aussage nach monatlich rund 50 Milliarden HUF (fast 137,5 Millionen Euro) gekostet habe.
In Bezug auf die Wirtschaft erklärte Kapitány, es solle ein stärkerer Schwerpunkt auf die Verbesserung der Produktivität kleiner und mittlerer Unternehmen sowie auf deren stärkere Einbindung in ungarische Lieferketten gelegt werden. Er erklärte außerdem, er rechne damit, dass die vorgeschlagene Vermögenssteuer ihn persönlich betreffen werde, und bezeichnete sie als eine Form des sozialen Beitrags der wohlhabenderen Mitglieder der Gesellschaft.
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