Ungarns kleinster Nachbar widersetzt sich mutig Trumps Willen zu Grönland

Die slowenische Regierung hat beschlossen, zwei Militäroffiziere nach Grönland zu entsenden, um eine internationale Militärübung unter dänischer Leitung vorzubereiten und durchzuführen, teilte das slowenische Verteidigungsministerium am Samstag mit. Slowenien, der kleinste Nachbar Ungarns, erstreckt sich über eine Fläche von etwas mehr als 20.000 Quadratkilometern und beheimatet etwas mehr als 2,1 Millionen Menschen.
Selbst die Polen sind nicht mutig genug
Gemäß der Entscheidung werden die beiden Offiziere in den kommenden Tagen nach Grönland aufbrechen. Der genaue Zeitpunkt der Übung wird später festgelegt, aber das Ministerium sagt, dass die notwendigen Verfahren zur Vorbereitung der Teilnahme bereits im Gange sind. Slowenien reiht sich damit in eine wachsende Zahl von europäischen Nationen ein. Frankreich, Deutschland, Schweden, Norwegen, Finnland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich haben bereits Truppen nach Grönland entsandt, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur.
Die Begründung der Regierung unterstreicht, dass Grönland und die Arktis im Konzeptpapier der NATO als Region von höchster strategischer Bedeutung genannt werden. In diesem Dokument werden auch die Ziele der Übung dargelegt: die Stärkung der regionalen Sicherheit und die Vertiefung der Zusammenarbeit der Allianz.

Der Beschluss sieht auch vor, dass die Regierung einen separaten Beschluss fassen wird, sollte die Planung eine stärkere Beteiligung der slowenischen Streitkräfte erforderlich machen.
Trump hat gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit keinen Hehl daraus gemacht, dass Washington Grönland zu Verteidigungszwecken braucht. Aber nach dem erfolgreichen venezolanischen Präsidentenraub Anfang Januar hat er noch eine Schippe draufgelegt und droht nun mit Zöllen auf jedes Land, das es wagt, zu Grönland und der Souveränität Dänemarks zu stehen. Wir haben die Hintergründe unten zusammengefasst:
- US-Gesetzgeber bringt Gesetzentwurf zur Annexion Grönlands ein
- Grönlands Premierminister wehrt sich gegen Trump und die NATO-Verbündeten protestieren gegen die US-Übernahmepläne
- Trumps Ambitionen in Bezug auf Grönland könnten die Klimaforschung gefährden – und die Zukunft der Erde
Ungarn bewacht Sloweniens Himmel
Die slowenische Regierung unter Premierminister Robert Golob hat sich mehrfach mit Trump angelegt. Ljubljana lehnte seine friedensorientierte Haltung im Ukraine-Konflikt rundheraus ab und betonte, dass Russland die Schuld an dem Krieg trage und dass jede Einigung zu Moskaus Bedingungen die europäischen Interessen verraten würde.

Slowenien hat ebenfalls die israelfreundliche Politik der USA in Bezug auf Gaza verurteilt und die palästinensische Position vor dem Internationalen Gerichtshof unterstützt. Das Land ist auch nicht darauf erpicht, die Forderung Washingtons zu erfüllen, 5 Prozent des BIP für Militärausgaben auszugeben. Dennoch sind zwei Drittel der Slowenen für die Beibehaltung der NATO-Mitgliedschaft.
Ungarn überwacht unterdessen mit seinen Gripen-Jets routinemäßig den baltischen Luftraum sowie den von Slowenien, der Slowakei und Kroatien.

Außenpolitischer Kurs könnte sich ändern
Am 22. März stehen in Slowenien Parlamentswahlen an. Laut Umfragen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu liegt die oppositionelle Slowenische Demokratische Partei hauchdünn vor der Freiheitsbewegung von Premierminister Robert Golob. Die Sozialdemokraten in der Regierungskoalition und die Oppositionspartei Neues Slowenien könnten ebenfalls Sitze in der 90-köpfigen Legislative erringen.

