Warum Ungarns günstigster Laden möglicherweise geschlossen hat – und die Kunden bereits empört sind

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Ungarns günstigster Laden weigert sich, zu erklären, warum er seit mehreren Tagen geschlossen ist, und führt „technische Gründe“ an – eine Erklärung, der kaum jemand Glauben schenkt. Besonders verdächtig ist, dass Berichten zufolge alle europäischen Filialen des Unternehmens geschlossen wurden, wobei in jedem Fall „technische Probleme“ als Grund angegeben wurden. Einige Kommentatoren gehen bereits davon aus, dass die Filiale in Budapest nicht nur für einige Tage – was im Falle eines technischen Problems verständlich wäre –, sondern für einen wesentlich längeren Zeitraum geschlossen bleiben wird. Die Mitarbeiter sollen Berichten zufolge bereits entlassen worden sein.

Ungarns günstigster Laden – mit Abstriche

Bis zum 1. August veröffentlichte „Basket Plusz“, die einzige ungarische Filiale der Mere-Gruppe, regelmäßig Videos, in denen für eine Reihe günstiger Produkte geworben wurde. Die Budapester Filiale der russisch finanzierten Gruppe im 18. Bezirk der Stadt wurde Anfang Dezember letzten Jahres, pünktlich zu Weihnachten, eröffnet und bewarb sich als Ungarns günstigster Laden – eine Behauptung, die nach den Erfahrungen der Kunden gerechtfertigt zu sein schien.

Dies ging jedoch mit erheblichen Abstriche einher. Das Geschäft setzte auf Marken der B- und C-Klasse, auf Verträge, die die Lieferanten begünstigten – diese wurden nur für tatsächlich verkaufte Waren bezahlt – sowie auf ein karges, lagerähnliches Erscheinungsbild. Die mit Paletten vollgestopften Räumlichkeiten, die eher einem Lagerhaus im Metro-Stil als einem herkömmlichen Supermarkt glichen, boten zwar ein schlechtes Einkaufserlebnis, trugen aber zweifellos dazu bei, die Preise niedrig zu halten.

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Foto: depositphotos.com

Einige Kunden beklagten sich jedoch, dass die von ihnen gekauften Produkte nicht so gut seien wie vergleichbare Artikel, die von anderen Einzelhändlern verkauft wurden.

Eine weitere Erklärung für die Schließungen

Die einzige ungarische Filiale schloss letzte Woche unter Berufung auf technische Probleme. Ihre Facebook-Seite wurde seitdem nicht mehr aktualisiert, und Berichten zufolge wurden die wenigen Mitarbeiter, die in dem fast schon lagerähnlichen Laden tätig waren, bereits entlassen.

Die technische Begründung erscheint besonders verdächtig, wenn man sie mit ähnlichen Berichten aus der Slowakei und der Tschechischen Republik in Verbindung bringt.

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Die russische Discounterkette MERE. Foto: mere.ws

„Világgazdaság“ berichtete, dass auch die slowakischen Filialen von Mere – wo die Kette ebenfalls im vergangenen Dezember ihren Betrieb aufgenommen hatte – sowie die Filialen im Baltikum und in Tschechien den Betrieb eingestellt hätten. Auch in diesen Fällen wurden technische Gründe angeführt. Die wahre Erklärung könnte jedoch das Ende Juli verabschiedete Sanktionspaket der EU sein, durch das Sergei Schneider, einer der Eigentümer der Gruppe hinter den Ketten Mere, Svetofor und MyPrice, auf eine Sanktionsliste gesetzt wurde.

Die Tschechische Republik hat nach Inkrafttreten der Sanktionen sogar die Aktien der Familie eingefroren. Infolgedessen können diese ihre Anteile weder verkaufen noch Dividenden erhalten.

Zieht sich die Unternehmensgruppe zurück oder ruht sie lediglich?

In Litauen untersuchen die Behörden derzeit, ob die neu eröffneten „Ola“-Filialen mit dem russischen Konzern in Verbindung stehen und ob sie einen Versuch darstellen, die Sanktionen zu umgehen. Zuvor wurden im Land 30 Filialen geschlossen und 250 Mitarbeiter entlassen.

Laut Világgazdaság lautet die zentrale Frage, ob die Schließungen den Rückzug des Konzerns aus Mitteleuropa signalisieren oder lediglich vorübergehende Maßnahmen darstellen.

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Die russische Discounterkette MERE. Foto: mere.ws

Ungarische Kunden haben in Facebook-Gruppen rund um „Mere“ ihre Verärgerung über die Schließung zum Ausdruck gebracht, hoffen jedoch, dass das Geschäft bald wiedereröffnet wird. Obwohl einige akzeptieren, dass die Schließung möglicherweise eine Folge der Sanktionen ist, sind viele der Ansicht, dass weder die EU noch die von Péter Magyar geführte Regierung eine ihrer Meinung nach vielversprechende Initiative vertreiben sollten.

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Warum wurde der Inhaber eines Lebensmittelunternehmens mit Sanktionen belegt?

Die Sanktionen gegen Sergei Schneider traten am 23. Juli in Kraft und umfassen ein Einfrieren von Vermögenswerten, ein Finanzierungsverbot sowie die Aussetzung des Betriebs des Unternehmens.

Als Grund wird angeführt, dass das Unternehmensimperium des russischen Geschäftsmannes eine wesentliche Rolle bei der Stützung der russischen Binnenwirtschaft spielt und somit indirekt zur russischen Invasion in der Ukraine beiträgt.

Tschechische Wirtschaftszeitung erläutert, wie und warum sich Tesco aus Ungarn zurückziehen wird

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