Wertvolles deutsches Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg, menschliche Überreste und Sprengstoff aus der Donau in Budapest geborgen – Fotos

Sprache ändern:
Ein außergewöhnliches Relikt erregte am Ufer des Batthyány-Platzes Aufmerksamkeit, als dank des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands der Donau ein deutsches Militärmotorrad aus dem Zweiten Weltkrieg zwischen den Felsen sichtbar wurde. Später wurden an dieser Stelle auch weitere gefährliche Gegenstände und menschliche Überreste entdeckt.
Deutsches Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg taucht im Herzen von Budapest aus der Donau auf
Experten, die am Fundort eintrafen, stellten schnell fest, dass es sich um eine deutsche DKW NZ 350-1 aus dem Zweiten Weltkrieg handelte. Bemerkenswerterweise befand sich das Fahrzeug in ungewöhnlich gutem Zustand und war nahezu vollständig erhalten.

Doch das Motorrad war bei weitem nicht das einzige Relikt aus Kriegszeiten im Flussbett. Bei den Ausgrabungsarbeiten wurden zudem deutsche und sowjetische Infanteriemunition, Reste von Handgranaten und Artilleriegeschossen sowie deutsche TMi–35-Minen entdeckt. Aufgrund der gefährlichen Funde wurde das Gebiet abgesichert, und Sprengstoffexperten begannen mit den Räumungsarbeiten. Insgesamt mussten zehn Minen entfernt werden, was auch eine vorübergehende Verkehrsbeschränkung am Bem-Kai erforderlich machte.

Nach Ansicht von Fachleuten deutet die Vielfalt der Fundstücke darauf hin, dass möglicherweise eine nach dem Krieg angelegte Müllgrube freigelegt wurde. Unter den gefundenen Gegenständen befanden sich neben militärischem Material auch Tierknochen und zivile Keramik.

Schlamm trug zur Erhaltung des Motorrads bei
Der Flussschlamm hat das Motorrad und mehrere dazugehörige Gegenstände auf eigentümliche Weise konserviert, darunter einen deutschen Y-Gurt und eine Bajonettschelle. Doch die DKW, die durch Schlamm und eingeschlossenes Wasser beschwert war, brachte mehr als 200 Kilogramm auf die Waage, was es unmöglich machte, sie problemlos vom felsigen Flussufer zu heben.

Schließlich wurde es mit Hilfe eines Forschungsschiffs auf die Pest-Seite gebracht und anschließend in den Hangar des Instituts für Militärgeschichte und des Museums an der Kerepesi-Straße transportiert. In den kommenden Wochen wird es gereinigt und konserviert.
Die Geschichte hat jedoch auch eine dunklere Seite: Unter dem Motorrad wurden menschliche Überreste gefunden. Untersuchungen ergaben, dass es sich um die Überreste deutscher Soldaten handelte, deren weitere Bergung und Überführung von der deutschen Kriegsgräberkommission durchgeführt wurde.

Falls Sie es verpasst haben: Sollte Budapest sein umstrittenes Denkmal aus dem Zweiten Weltkrieg entfernen? Die öffentliche Konsultation beginnt
Was ist es heute wert?
Aufgrund von Marktvergleichen handelt es sich hierbei um ein besonders wertvolles Exemplar, umso mehr, als es in nahezu vollständiger Form aufgetaucht ist, was bedeutet, dass die Chance besteht, es zu restaurieren und sogar auszustellen. Sammler erwerben DKW-Motorräder dieses Typs in unrestauriertem, unvollständigem Zustand für einige Tausend Euro; in gutem, fahrtauglichem Zustand erzielen sie Preise zwischen 7.000 und 12.000 Euro. Ein sorgfältig restauriertes, originales Militärmodell kann 12.000 bis 18.000 Euro erzielen, bei guter Dokumentation sogar noch mehr.
Eine NZ 350-1 aus dem Jahr 1944 wurde beispielsweise 2020 im Dorotheum für 7.360 € verkauft. In der Beschreibung hieß es, dass bis 1945 rund 12.000 solcher Maschinen für die Armee produziert worden waren. Ein vollständig restauriertes Exemplar mit Original-Lackierung kostet 16.500 Euro bzw. mehr als 6 Millionen Forint. In Ungarn stehen derzeit folgende Exemplare zum Verkauf.
Das in der Donau gefundene Motorrad soll gereinigt und konserviert werden.
Quelle der Fotos: honvedelem.hu

