Die ungarische Staatsbahn hat ihre meistgenutzte Ermäßigung still und leise abgeschafft

Die Ungarische Staatsbahn hat still und leise eine ihrer am häufigsten genutzten Fahrkartenrabatte gestrichen und damit die Preise für Fahrgäste, die ihre Fahrten normalerweise im Voraus buchen, erhöht.

Über die Entscheidung wurde kein einziges Wort verloren

Die Maßnahme, die sogenannte “Smart Tickets” betrifft, wurde ohne öffentliche Ankündigung eingeführt und hat bereits zu spürbar höheren Fahrpreisen auf wichtigen Strecken geführt.

Bis Mitte Dezember konnten Reisende, die ihre Tickets im Voraus kauften, bis zu 40 Prozent gegenüber dem Standardtarif sparen. So kostete beispielsweise ein Frühbucherticket für die Strecke Budapest-Miskolc bisher rund 2.600 HUF (6,87 EUR).

Heute jedoch kostet die gleiche Fahrt in der Weihnachtszeit 4.042 HUF (10,68 Euro) – der volle, nicht diskontierte Tarif – egal ob Sie sie auf der Website der Ungarischen Staatsbahn oder über eine ihrer mobilen Apps kaufen.

Was wie eine starke Preiserhöhung aussieht, ist in Wirklichkeit das Verschwinden der Ermäßigung selbst. Intelligente Fahrkarten waren lange Zeit ein Anreiz für Fahrgäste mit vorhersehbaren Reiseplänen, die Bahn gegenüber anderen Verkehrsmitteln zu bevorzugen.

Diese Tarife waren einfach und enthielten bereits Reservierungsgebühren, so dass sie selbst in den notorisch schwierigen Sommermonaten der MÁV ein Gefühl von Wertigkeit vermittelten.

Dennoch hat die MÁV diese Option ohne sichtbare Kommunikation abgeschafft. Es wurde keine Pressemitteilung herausgegeben, keine Erklärung auf ihren Plattformen veröffentlicht und die ermäßigten Tarife sind einfach aus dem Buchungssystem verschwunden.

Die Ungarische Staatsbahn dementierte jedoch nicht

In einer schriftlichen Antwort an Magyar Narancs hat das Unternehmen die Änderung nicht dementiert. Stattdessen erklärte sie, dass “das intelligente Fahrkartensystem mit Beginn der neuen Fahrplanperiode erneuert und umgestellt wird.

Wir werden unsere geschätzten Fahrgäste und die Öffentlichkeit in Kürze über die Einzelheiten informieren.” Derzeit sind Smart Tickets nur noch für Reisedaten bis zum 14. Dezember erhältlich. Für spätere Termine erscheinen sie nicht mehr.

Dieser Mangel an Klarheit steht im Gegensatz zu früheren Mitteilungen der Ungarischen Staatsbahn. In einer Pressemitteilung vom 15. November über den bevorstehenden Fahrplanwechsel erwähnte das Unternehmen mit keinem Wort die Abschaffung der Smart-Tickets. Trotzdem sind die Fahrkarten für die neue Fahrplanperiode bereits im Verkauf – ohne den beliebten Rabatt.

Die Abschaffung selbst ist nicht völlig überraschend. Die MÁV, die seit langem mit finanziellen Engpässen zu kämpfen hat, hat wenig Interesse an der Förderung ermäßigter Tarife gezeigt.

Als die von Verkehrsminister János Lázár propagierte MÁV+ App im Sommer auf den Markt kam, bot sie im Gegensatz zur älteren MÁV App und der Online-Buchungsplattform überhaupt keine Smart Tickets an. Die jüngste Anpassung an das neue System scheint die Abschaffung lediglich zu vervollständigen.

Wir können anderswo Anspruch auf Entschädigung haben

Die Fahrgäste können jedoch auch anderswo Erleichterung finden. Anfang dieses Jahres hat Minister Lázár angesichts der weit verbreiteten Verspätungen eine automatische Entschädigung eingeführt: Wenn ein Zug mehr als 20 Minuten Verspätung hat, haben die Fahrgäste Anspruch auf eine Erstattung von 50 Prozent des Fahrpreises.

Allein im Juni hat die Ungarische Staatsbahn Berichten zufolge 18 Millionen Forint (47.564 Euro) im Rahmen dieser Regelung ausgezahlt – und das noch vor Beginn der Hochsaison im Sommer.

Angesichts der anhaltenden Pünktlichkeitsprobleme und der Abschaffung der Vorverkaufsrabatte werden viele Fahrgäste nun abwägen, ob Bahnreisen in Ungarn noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Ob das versprochene “erneuerte” System der Ungarischen Staatsbahn einen sinnvollen Ersatz für das Smart-Ticket beinhaltet, bleibt abzuwarten.

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