Ungarischer Staat nimmt 3 Milliarden Euro an neuen Krediten auf

Nach einer erfolgreichen Eurobond-Emission hat Ungarn am 7. Januar 3 Mrd. EUR an neuen Finanzmitteln aufgenommen, wie die staatliche Schuldenverwaltung (ÁKK) mitteilte. Die Nachfrage der Investoren war groß, die Anleihen waren stark überzeichnet und kurz nach der Emission ausverkauft.

Zwei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten

Die Transaktion bestand aus zwei separaten Anleihetranchen:

  • 2 Mrd. EUR in Anleihen mit einer Laufzeit bis 2033 und einem jährlichen Zinssatz von 4,25%
  • 1 Milliarde EUR in grünen Anleihen mit einer Laufzeit bis 2038 und einem Jahreszins von 4,875%

Nach Angaben der ÁKK werden die Erlöse aus der konventionellen Anleihe in Höhe von 2 Mrd. EUR für allgemeine Finanzierungszwecke verwendet, während die Mittel aus der grünen Anleihe für die Finanzierung und Refinanzierung umweltbezogener Ausgaben im Staatshaushalt verwendet werden sollen.

Starke Investorennachfrage und günstige Preisgestaltung

Das Interesse der Anleger war besonders groß: Die Gesamtgebote lagen bei über 10 Milliarden Euro, was etwa einer dreifachen Überzeichnung entspricht. Dank der starken Nachfrage konnte der Preis um 30 bzw. 25 Basispunkte niedriger angesetzt werden als ursprünglich vorgesehen.

Die Anleihe 2033 wurde mit einem Renditeaufschlag von 160 Basispunkten begeben, während die grüne Anleihe 2038 einen Aufschlag von 195 Basispunkten aufwies.

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Quelle: Facebook/Varga Mihály

Internationale Banken führten die Transaktion an

Die Emission der Eurobonds wurde gemeinsam von BNP Paribas, Erste Group Bank, ING Bank, JP Morgan und Raiffeisen Bank International durchgeführt.

Teil der ungarischen Finanzierungsstrategie für 2026

Die ÁKK hat bereits angekündigt, dass Ungarn im Jahr 2026 neue Finanzmittel in Höhe von etwa 16.000 Milliarden Forint aufnehmen will. Mehr als 10.000 Mrd. HUF davon werden zur Refinanzierung fälliger Schulden verwendet, während 5.455 Mrd. HUF zur Deckung des geplanten Haushaltsdefizits dienen.

Nach der jüngsten Emission wird der Anteil der Fremdwährungsschulden an der gesamten Staatsverschuldung Ungarns bis Ende 2026 voraussichtlich nahe am mittelfristigen Ziel der Regierung von rund 30% bleiben und damit innerhalb des vorgesehenen Toleranzbereichs liegen.

Kreditratings bleiben Investment Grade

Nach Angaben des Ministeriums für Nationale Wirtschaft deuten das starke Interesse der Investoren und die niedriger als erwartet ausgefallenen Renditen auf das anhaltende internationale Vertrauen in die ungarische Wirtschaft hin, trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland.

Zu Beginn des Jahres 2026 haben alle drei großen Ratingagenturen (Fitch Ratings, Standard & Poor’s und Moody’s) Ungarn weiterhin ein Investment-Grade-Rating zuerkannt. Das Ministerium verwies auch auf die erfolgreichen Anleiheemissionen des letzten Jahres in Euro, US-Dollar und chinesischen Renminbi als weitere Bestätigung für das anhaltende Vertrauen der Investoren.

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