Orbáns Fidesz unter Beschuss wegen eines abscheulichen KI-Wahlkampfvideos, das die Hinrichtung eines ungarischen Vaters zeigt

Die ungarische Regierungspartei Fidesz hat mit der Veröffentlichung eines von künstlicher Intelligenz generierten Wahlkampfvideos, das die Hinrichtung eines ungarischen Vaters in einer Kriegsszene zeigt, Empörung ausgelöst. Das Video hat scharfe Kritik von Oppositionspolitikern hervorgerufen und Bedenken über angstbasierte politische Botschaften im Vorfeld der Wahlen geweckt.
Das kurze Video, das von der Budapester Fidesz-Organisation in den sozialen Medien verbreitet wurde, zeigt ein junges Mädchen auf der Suche nach ihrem Vater, während ihre Mutter weint. In der nächsten Szene ist der Vater zu sehen, der im Schlamm kniet, bevor er aus nächster Nähe erschossen wird. Der Clip endet mit einer politischen Botschaft, die andeutet, dass solche Ereignisse Realität werden könnten, wenn die Wähler die Fidesz nicht unterstützen, zusammen mit dem Slogan:
“Dies ist vorerst nur ein Alptraum, aber Brüssel bereitet sich darauf vor, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Fidesz ist die sichere Wahl.”
Magyar: “Das ist keine Politik, das ist Manipulation”
Péter Magyar, Vorsitzender der Theiß-Partei, bezeichnete das Video als “widerwärtig und unverzeihlich”. In einem Facebook-Post warf er der Regierungspartei vor, jede moralische Grenze zu überschreiten, indem sie Kinder, Hinrichtungen und Angst benutzt, um die Wähler zu beeinflussen.
“Mit Kindern, Hinrichtungen und Angst zu spielen, ist keine Politik, sondern herzlose Manipulation”, schrieb er und fügte hinzu, dass das Filmmaterial “die grundlegendsten menschlichen und moralischen Normen” mit Füßen tritt.
Magyar forderte, dass der Fidesz das Video sofort entfernt und sich bei der ungarischen Öffentlichkeit entschuldigt.
Er argumentierte auch, dass jeder, der es versäumt, solche Taktiken zu verurteilen, mitverantwortlich ist. “Schweigen ist Mittäterschaft. Das öffentliche Leben darf nicht zu einer Bühne für Angstmacherei und totalen moralischen Verfall werden”, sagte er und wandte sich damit direkt an Ministerpräsident Viktor Orbán.
Angst vor Krieg wird zum Wahlkampfthema
Nach Berichten von HVG und 444.hu ist das Video Teil eines umfassenderen Narrativs, das besagt, dass ein Sieg der Opposition Ungarn in den Krieg ziehen könnte. Die Botschaft scheint die Idee mit Brüssel und der Politik der Europäischen Union zu verbinden.
Die Theiss-Partei hat jedoch wiederholt erklärt, dass sie einen Eintritt Ungarns in einen bewaffneten Konflikt nicht unterstützt.
Analysten stellen fest, dass kein EU-Mitgliedstaat, der durch die Regierungsrhetorik als “kriegsbefürwortend” bezeichnet wird, Truppen in die Ukraine geschickt hat.
Besorgnis über KI in der Politik
Der Vorfall hat auch die Debatte über den Einsatz von KI-generierten Inhalten in politischen Kampagnen neu entfacht. Kritiker argumentieren, dass hochemotionale oder gewalttätige synthetische Videos das Risiko bergen, die Wähler in die Irre zu führen und die soziale Spaltung zu vertiefen, insbesondere wenn sie die Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Fidesz KI einsetzt, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen:

