Ungarns Präsident trifft den Papst: Friedensgespräche, Privataudienz und ein besonderes Geschenk im Vatikan

Der ungarische Staatspräsident hat während seines offiziellen Besuchs im Vatikan Gespräche auf höchster Ebene über Frieden und internationale Konflikte geführt. Dazu gehörten auch eine Privataudienz beim Papst und Treffen mit hochrangigen Vertretern des Heiligen Stuhls.
Der ungarische Staatspräsident Tamás Sulyok traf sich mit Pietro Parolin, dem Staatssekretär des Heiligen Stuhls, um die aktuelle Weltlage, insbesondere in den Kriegsregionen, und die wachsende Notwendigkeit eines stärkeren internationalen Engagements für den Frieden zu erörtern, bestätigte der Vatikan am Samstag.

Privataudienz beim Papst
Während seines Besuchs wurde das ungarische Staatsoberhaupt von Papst Leo XIV. in einer Privataudienz empfangen. Wie das ungarische Präsidialamt im Sándor-Palast mitteilte, dauerte das persönliche Gespräch mehr als eine halbe Stunde.
Der Frieden war das zentrale Thema der Gespräche. Sulyok bekräftigte Ungarns Engagement für die Förderung von Frieden und Stabilität, während die beiden auch über die Bedeutung des Schutzes christlicher Werte sprachen.
Nach Rücksprache mit der ungarischen katholischen Bischofskonferenz lud der Präsident den Papst offiziell zu einem Besuch in Ungarn ein.
Ein symbolisches ungarisches Geschenk
Als Geste des guten Willens überreichte Sulyok dem Heiligen Vater eine Madonnenstatue aus Porzellan. Bei dem Stück handelt es sich um eine originalgetreue Herender Porzellanreplik der “Toporc-Madonna” aus dem 15. Jahrhundert, deren Original in der Ungarischen Nationalgalerie aufbewahrt wird.
Dies war das zweite Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern. Zuvor hatte Sulyok im Mai letzten Jahres an der Amtseinführung des Papstes im Vatikan teilgenommen.

Gespräche über christliche Gemeinschaften und bilaterale Beziehungen
Später setzte der Präsident die Gespräche mit Kardinal Parolin im Staatssekretariat fort, an der Seite des stellvertretenden Sekretärs für die Beziehungen zu den Staaten Mihaiţa Blaj.
Nach Angaben des Heiligen Stuhls lobten beide Seiten die Stärke der Beziehungen zwischen Ungarn und dem Vatikan und betonten den Beitrag der katholischen Kirche zum gesellschaftlichen Leben in Ungarn, insbesondere in den Bereichen Bildung, Wohltätigkeit und Gesundheitswesen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der zentralen Rolle der Familien und dem Schutz verfolgter christlicher Gemeinschaften weltweit gewidmet.
Parolin ging auch auf die Situation der katholischen Einrichtungen in Ungarn ein und würdigte die Bemühungen Ungarns, verfolgte Christen zu unterstützen.
Weiteres Programm in Rom
Sulyoks Besuch wurde am Hauptsitz des Souveränen Malteserordens in Rom fortgesetzt, wo er von Großmeister John Dunlap empfangen wurde.
Am Sonntag wird er an einer Messe mit der ungarischen Gemeinde in der Basilika St. Stephan der Protomartyrer teilnehmen, wo ein Gottesdienst in ungarischer Sprache gefeiert wird.
Im Anschluss an die Messe am Sonntag gratulierte der Präsident Papst Leo XIV. noch einmal persönlich zum Beginn seines Petrusamtes und erneuerte seine Einladung an den Pontifex, Ungarn zu besuchen, in der Hoffnung, dass er wie sein Vorgänger die gesamte ungarische Nation treffen werde.
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