Mehr als 50 Jahre ist es her, dass Menschen das letzte Mal den Mond betreten haben – warum ist die NASA wieder einen Schritt zurückgegangen?

Die NASA hat eine unerwartete Verschiebung in ihrem Artemis-Programm angekündigt. Die bisher zentrale Mission Artemis III soll nun keine Astronauten mehr auf die Mondoberfläche bringen.

Die Entscheidung wurde vom neu bestätigten NASA-Administrator Jared Isaacman erläutert, der sagte, dass das ultimative Ziel – die Rückkehr von Menschen auf den Mond – unverändert bleibe, der Zeitplan aber an die tatsächliche technische Bereitschaft des Programms angepasst werden müsse. In den letzten Monaten wurden die Bemühungen durch Verzögerungen und technische Probleme behindert, während die Kritik der Fachwelt an der Mission ebenfalls zunahm.

Kurz vor der Ankündigung bezeichnete ein unabhängiges Gremium für Weltraumsicherheit das ursprüngliche Konzept von Artemis III als besonders riskant. Dem Bericht zufolge waren die Ziele der Mission im Verhältnis zum derzeitigen Stand der Vorbereitungen zu ehrgeizig, und es wurde eine Neubewertung des Programms gefordert.

NASA Artemis III Moon landing delay
NASA-Illustration der Artemis-Astronauten bei der Arbeit auf dem Mond. Bild: NASA

Isaacman deutete an, dass die NASA zur bewährten Logik der Apollo-Ära zurückkehren wird, indem sie in kleineren, aufeinanderfolgenden Schritten vorankommt und die Lehren aus jedem vorangegangenen Flug einbezieht. Wie er es ausdrückte, muss die Agentur “zu den Grundlagen zurückkehren”.

Das letzte Mal, dass Menschen den Mond besuchten, war im Dezember 1972 während der Apollo 17-Mission. Die NASA-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt betraten die Oberfläche, während ihr Besatzungsmitglied Ronald Evans in der Mondumlaufbahn blieb. Cernan war der letzte Mensch, der den Mond verließ – und seitdem ist kein Mensch mehr zurückgekehrt.

Neue technische Probleme vor dem Start

Die Ungewissheit über das Programm ist vor allem auf eine Reihe von technischen Problemen zurückzuführen. Erst kürzlich haben Ingenieure eine Anomalie im Heliumfluss in der Oberstufe der Space Launch System Rakete festgestellt, was weitere Überprüfungen nach sich zog, aber das war nicht das erste Warnzeichen.

Im Februar erzwang ein Wasserstoffleck die Absage eines Startversuchs, was die Befürchtung verstärkt, dass das System noch nicht ganz ausgereift ist.

Der Rückschlag wirkt sich auch auf den Zeitplan der Artemis II-Mission aus. Der Mondvorbeiflug mit vier Astronauten, der ursprünglich für Anfang März geplant war, wird nun voraussichtlich frühestens Anfang April starten.

Wenn die Mission wie geplant abläuft, wird die Besatzung etwa zehn Tage in der Mondumlaufbahn verbringen. Der Flug stellt eine wichtige Generalprobe dar: Die Astronauten werden sich weiter von der Erde entfernen als die Apollo 13-Besatzung im Jahr 1970 und wertvolle Daten für künftige Deep-Space-Missionen liefern.

NASA: Nächste Mondlandung nicht früher als 2028

Isaacman betonte auch, dass trotz der strategischen Anpassung das Endziel unverändert bleibt. Die NASA beabsichtigt immer noch, Menschen auf dem Mond zu landen, wird aber nun zusätzliche Zwischenschritte einlegen, um das Risiko zu verringern. Artemis III wird in erster Linie als Technologie- und Flugerfahrungsmission für die neuen Systeme dienen.

Der überarbeitete Plan sieht vor, dass die Mission nicht mehr zum Mond fliegt, sondern stattdessen komplexe Systemtests in einer niedrigen Erdumlaufbahn durchführt, damit die NASA im Vorfeld eines Landeversuchs mit Besatzung weitere Flugerfahrung sammeln kann.

Wenn der aktualisierte Zeitplan Bestand hat, könnte die erste neue US-Mondlandung mit Besatzung frühestens im Jahr 2028 auf Artemis IV erfolgen. Das Ziel bleibt die südliche Polarregion des Mondes, die als entscheidend für die zukünftige Entwicklung einer Mondbasis gilt.

Nach Ansicht der NASA-Führung kann die vorsichtigere Herangehensweise das Programm kurzfristig verlangsamen, erhöht aber letztlich die Chancen auf eine nachhaltige menschliche Rückkehr zum Mond.

Die Verschiebung erfolgt auch inmitten einer wachsenden Dynamik im ungarischen Raumfahrtsektor, die durch den bevorstehenden Weltraumgipfel 2026 unterstrichen wird, über den wir bereits berichtet haben.

Titelfoto: NASA/Joel Kowsky

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