Péter Magyar wird Premierminister: “Ich werde dienen, nicht herrschen”, entschuldigt sich in historischer Rede bei Opfern und Kritikern

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Das ungarische Parlament hat Péter Magyar mit 140 Ja-Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt und damit einen entscheidenden Moment im politischen Wandel des Landes markiert.

Auf die Bekanntgabe in der Nationalversammlung folgten gegensätzliche Reaktionen. Während die Abgeordneten der Opposition das Ergebnis weitgehend beklatschten, schlossen sich die meisten Vertreter von Fidesz und KDNP dem Applaus nicht an, mit nur wenigen Ausnahmen, zu denen Berichten zufolge Bence Rétvári und Balázs Hankó gehören.

Außerhalb des Parlaments brachen auf dem Kossuth-Platz Ovationen aus, als die Menschenmenge die Abstimmung live verfolgte.

“Macht ist vorübergehend” – eine Botschaft an künftige Regierungen

In seiner Antrittsrede bezeichnete Magyar den Regierungswechsel als eine demokratische Erinnerung daran, dass politische Macht nie von Dauer ist.

Er warnte, dass die Folgen politischer Entscheidungen “über Generationen hinweg bei uns bleiben” und fügte hinzu, dass ein Land je nach seiner Führung aufgebaut oder zerstört werden kann.

Seine zentrale Botschaft war klar und wurde während der gesamten Rede wiederholt:

“Ich werde nicht regieren, ich werde meinem Land dienen”.

Er verwies auf den ehemaligen Premierminister József Antall, zitierte dessen Philosophie des öffentlichen Dienstes und beschrieb seine eigene Rolle als eine Verantwortung, die ihm von Millionen von Bürgern übertragen wurde, die für den Wandel gestimmt haben.

Entschuldigung bei den Opfern und Kritik an vergangenen Staatsversäumnissen

Einer der emotionalsten Momente der Rede war, als Magyar sich in aller Form bei den Opfern des Versagens des Kinderschutzsystems entschuldigte, einschließlich derer, die mit früheren Missbrauchsfällen in Verbindung stehen.

Er entschuldigte sich auch bei Zivilisten, Lehrern, Journalisten, Mitarbeitern des Gesundheitswesens und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die nach seinen Worten “stigmatisiert oder schikaniert” wurden, weil sie eine abweichende Meinung geäußert hatten.

Magyar sagte, dass politische Anfeindungen und Angstkampagnen die ungarische Gesellschaft zutiefst beschädigt hätten und fügte hinzu, dass “der Staat seine Bürger nie wieder so behandeln darf”.

Er erklärte, eine politische Ära sei nun endgültig zu Ende.

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Foto: Anadolu Agentur

Aufruf zur Rechenschaftspflicht – und zur öffentlichen Kontrolle der Macht

Der neue Premierminister forderte die Bürger auf, sich nicht aus der Politik zurückzuziehen, sondern weiterhin aktiv über die Machthaber zu wachen.

“Machen Sie uns rechenschaftspflichtig”, sagte er der Öffentlichkeit und ermutigte die Menschen, die Politiker zu hinterfragen, zu kritisieren und sich direkt mit ihnen auseinanderzusetzen.

Er betonte, dass die demokratische Erneuerung von Dialog, Transparenz und bürgerschaftlichem Engagement abhängt.

Forderung nach Rücktritt und politischem Bruch mit der Vergangenheit

In einem sehr brisanten Teil der Rede forderte Magyar hochrangige Persönlichkeiten des bisherigen politischen Systems zum Rücktritt auf, darunter auch Präsident Tamás Sulyok, und drängte auf einen Rücktritt bis spätestens Ende Mai.

Er argumentierte, dass die moralische Verantwortung diejenigen zur Rechenschaft ziehe, die in Zeiten politischer Spannungen und Propaganda geschwiegen hätten.

Was jetzt passiert: Der Kossuth-Platz füllt sich mit Menschenmengen, als das ungarische Parlament mit Feierlichkeiten und Symbolen eröffnet wird

Gerechtigkeit, Transparenz und eine neue Ermittlungsbehörde

Magyar kündigte auch Pläne für eine wichtige institutionelle Initiative an: die Schaffung einer Nationalen Behörde für die Einziehung und den Schutz von Vermögenswerten.

Die Behörde soll den mutmaßlichen Missbrauch öffentlicher Gelder in den letzten zwei Jahrzehnten untersuchen, darunter Korruptionsfälle, Vermögensübertragungen, Unregelmäßigkeiten im öffentlichen Auftragswesen und anderes finanzielles Fehlverhalten.

Er betonte, dass die Institution unabhängig von der Kontrolle der Regierung arbeiten würde und versprach volle Autonomie, Professionalität und Transparenz.

“Ein neues Kapitel beginnt”

Magyar sagte, Ungarn müsse sich nun darauf konzentrieren, das Vertrauen wiederherzustellen, die Würde im öffentlichen Leben wiederherzustellen und sicherzustellen, dass künftige Generationen ein stärkeres Land erben.

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