Putin könnte Ungarns Wirtschaftsstrategie mit einem einzigen Federstrich zunichte machen

Der russische Präsident Wladimir Putin hat erklärt, dass er seine Regierung angewiesen hat, zu prüfen, wie die Lieferungen von russischem Gas nach Europa, einschließlich Ungarn, vollständig gestoppt werden können. Péter Szijjártó, der ungarische Außenminister, war gestern in Moskau und traf sich mit dem russischen Präsidenten, aber nach offiziellen Angaben wurde dieses Thema nicht besprochen.
Putin könnte Gaslieferungen nach Europa kürzen
Eine solche Entscheidung würde jedoch das Herzstück der ungarischen Energieversorgung treffen. Allein im Jahr 2025 kamen 7,8 Milliarden Kubikmeter russisches Pipeline-Gas über TurkStream an und deckten damit den Löwenanteil des ungarischen Verbrauchs.
Es ist unwahrscheinlich, dass Putins Äußerungen aus dem Wunsch heraus entstanden sind, Ungarn auszugrenzen. Wahrscheinlicher ist, dass sie die Politik der Europäischen Union widerspiegeln: Die Mitgliedstaaten werden den Kauf von russischem Flüssiggas bis Anfang 2027 und den Kauf von russischem Gas über Pipelines bis zum Ende des Jahres einstellen. Nach Angaben von Portfolio lieferte Russland im vergangenen Jahr 12% der gesamten Gasimporte der EU, was 16,8 Milliarden Kubikmetern entspricht.

Putin behauptet, Russland stehe jetzt am Scheideweg, weil sich außerhalb Europas vielversprechendere Märkte aufgetan haben. Von den EU-Staaten haben Frankreich, die Niederlande und Belgien im vergangenen Jahr noch russisches LNG importiert (im Wert von 157 Millionen Euro, 65 Millionen Euro bzw. 64 Millionen Euro). Im Gegensatz dazu belief sich die Rechnung Ungarns auf 416 Millionen Euro und die der Slowakei auf 275 Millionen Euro, berichtet Al Jazeera.
Keine Energie, keine Rohstoffe
Die ungarische Presse hat wiederholt darauf hingewiesen, dass der langfristige Gasvertrag die Preise an der niederländischen TTF-Börse mit einer leichten Verzögerung verfolgt und Budapest keine Rabatte gegenüber Moskau bietet. Einmalige Abmachungen können Zugeständnisse mit sich bringen, aber diese bleiben geheimnisumwittert, werden von beiden Seiten als Geschäftsgeheimnis behandelt, und bisher wurden keine Dokumente veröffentlicht.

In den letzten Jahren hat Ungarns Wirtschaftspolitik energieintensive Industrien in einem Land ohne nennenswerte heimische Energieressourcen gefördert und ausgebaut. Das abrupte Ende des russischen Gases in Verbindung mit knappen oder teuren Alternativen droht der ungarischen Wirtschaft nachhaltigen Schaden zuzufügen.
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