Budapester Wirtschaftsforum zum Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU: Zollfreier Handel, Investitionen und Chancen für Ungarn

Die indische Botschaft veranstaltete am 26. Februar in Budapest ein Fachseminar mit dem Titel “New Economic Horizon: Das Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU und der Unionshaushalt 2026 – Chancen für Ungarn”. Die Veranstaltung brachte ungarische und indische Wirtschaftsakteure, Parlamentsabgeordnete, Ministerialexperten und Wirtschaftsführer zusammen, um die Chancen zu diskutieren, die sich aus dem Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU ergeben.

Die Grundsatzrede des Botschafters: Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU

Im Mittelpunkt des Seminars stand die Grundsatzrede von Botschafter Anshuman Gaur, in der er die historische Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen Indien und der EU erläuterte. Der Abschluss der fast zwei Jahrzehnte andauernden Verhandlungen – die der Botschafter nicht dem Zufall, sondern dem pragmatischen und engagierten Ansatz der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft zuschrieb – wurde am 27. Januar formell erreicht. Das Abkommen ist eines der größten Handelsabkommen der Welt, das einen gemeinsamen Markt von über 2 Milliarden Verbrauchern schafft und die sofortige Abschaffung von Zöllen auf mehr als 90 Prozent der Waren vorsieht.

Budapest economic forum on the India–EU FTA
S.E. Herr Anshuman Gaur, Botschafter der Republik Indien in Ungarn. Quelle: Tagesschau Ungarn/Helló Magyar

Der Botschafter betonte, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht nur auf dem diplomatischen Protokoll, sondern auf echtem gegenseitigem Vertrauen und politischem Verständnis beruhen. Die ungarische Investitionspräsenz in Höhe von 3 Milliarden Euro und der bilaterale Handel in Höhe von 1,2 Milliarden Euro bilden bereits ein starkes Fundament – sei es in Form von ungarischer Steuerungstechnologie, die Elektrobusse in ganz Indien antreibt, oder der pharmazeutischen Zusammenarbeit mit Richter Gedeon. “Indiens Türen stehen nicht nur offen”, sagte er, “sie werden im Hinblick auf eine europäische – und speziell ungarische – Partnerschaft neu aufgebaut.”

Indiens Unionshaushalt 2026 unterstreicht diese Botschaft noch. Der fast 505 Milliarden Euro umfassende Rahmen sieht spezielle Mittel für grünen Wasserstoff, Halbleiter und städtische Infrastruktur vor – genau die Sektoren, in denen Ungarn über weltweit anerkanntes Know-how verfügt.

Podiumsdiskussion: Sechs Perspektiven, eine Richtung

An der Podiumsdiskussion nahmen sechs Experten teil, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten – von der Politik des Europäischen Parlaments bis hin zu praktischen Erfahrungen aus der Wirtschaft.

Enikő Győri, Mitglied des Europäischen Parlaments, merkte an, dass der Handel mit Indien bisher eine komplizierte Angelegenheit war, zeigte sich aber überzeugt, dass das Freihandelsabkommen dieser Beziehung einen bedeutenden Impuls verleihen könnte.

Dr. Gábor Matula, Vertreter des Ministeriums für nationale Wirtschaft, betonte, dass die ungarische Regierung aktiv bereit ist, die Entwicklung einer noch stärkeren Handelsbeziehung zwischen Ungarn und Indien zu unterstützen – sowohl durch institutionelle Unterstützung als auch durch konkrete Investitionsmöglichkeiten.

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Budapester Wirtschaftsforum zum Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. Quelle: Daily News Hungary/helló Magyar

Levente Pál Tibori, Senior Vice President bei SMR Automotive, sprach aus direkter Unternehmenserfahrung: Er sieht ein enormes Potenzial in Indien, nicht nur in Bezug auf die Größe des Marktes, sondern auch in Bezug auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes, die seiner Meinung nach einer der bestimmenden Faktoren der kommenden Jahre werden wird.

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István Kiss, Exekutivdirektor des Donau-Instituts, vertrat eine differenzierte Sichtweise: Seiner Ansicht nach wird die EU kurzfristig mehr von dem Abkommen profitieren, während langfristig beide Parteien – und vielleicht noch mehr Indien – beträchtliche Vorteile haben werden.

Rashmi Singh, die FICCI-Vertreterin für Europa, begrüßte das Abkommen und wies darauf hin, dass Indien weit mehr als ein Markt mit 1,5 Milliarden Menschen ist – es ist ein wirtschaftlich stabiles, transparentes und zunehmend investorenfreundliches Umfeld. Sie wies darauf hin, dass ihre Organisation jeden, der in Indien ein Unternehmen gründen möchte, gerne unterstützt.

Budapest economic forum on the India–EU FTA
Budapester Wirtschaftsforum über das Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. Quelle: Indische Botschaft in Budapest

Martina Almási, Vertreterin der HIPA, betonte, dass Ungarn die Chancen, die der indische Markt bietet, gerne nutzen möchte und dass die Agentur bereit ist, ungarische Unternehmen sowohl bei Importaktivitäten als auch beim Markteintritt zu unterstützen.

Schlussfolgerung

Das Seminar schloss mit einer klaren Botschaft: Das Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU und das ehrgeizige Haushaltsprogramm Indiens bieten eine Chance, die sich Ungarn nicht entgehen lassen darf. Der politische Wille, der rechtliche Rahmen und das finanzielle Engagement sind vorhanden – nun liegt es an den ungarischen Unternehmen, den nächsten Schritt zu tun.

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