Ungarische Unternehmen erkunden die Exportchancen in Kanada auf einer Veranstaltung in Budapest

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Fast 50 ungarische Unternehmen nahmen an einer Veranstaltung in Budapest teil, die sich mit den Exportchancen in Kanada und den praktischen Schritten für einen erfolgreichen Markteintritt in Kanada befasste.
Die Veranstaltung mit dem Titel “Auf geht’s nach Kanada! – Exportstrategien und Möglichkeiten zur Geschäftsanbahnung” wurde gemeinsam von der Budapester Industrie- und Handelskammer(BKIK) und der Botschaft von Kanada in Ungarn organisiert. Daily News Hungary war ebenfalls bei der Veranstaltung anwesend.
Die Hauptbotschaft der Konferenz war klar: Kanada bietet ungarischen Exporteuren echte Chancen, aber der Eintritt in den kanadischen Markt erfordert Vorbereitung, lokale Kenntnisse, Geduld und starke Geschäftspartnerschaften.
Die ungarisch-kanadische wirtschaftliche Zusammenarbeit war ein zentrales Thema
Die Veranstaltung wurde von Dr. Viktória Bódi, Generalsekretärin des BKIK, eröffnet, die über die Bedeutung der Stärkung der ungarisch-kanadischen Wirtschaftsbeziehungen sprach.
François Lafrenière, Kanadas Botschafter in Ungarn, sprach ebenfalls zu den Teilnehmern und hob das zukünftige Potenzial der bilateralen Zusammenarbeit hervor. Er wies auf die Chancen für ungarische Unternehmen hin, insbesondere in hochwertigen Sektoren und innovationsgetriebenen Branchen.

CETA kann ungarischen Exporteuren den Zugang zum kanadischen Markt erleichtern
Danielle Sabourin, Handelsbeauftragte der kanadischen Botschaft für Ungarn, Slowenien und Bosnien und Herzegowina, präsentierte einen Marktüberblick.
Sie erläuterte die Vorteile des Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens (CETA) zwischen der Europäischen Union und Kanada. Laut der Präsentation baut CETA Handelshemmnisse ab und verbessert die Bedingungen für europäische und ungarische Unternehmen, die in Kanada Geschäfte machen wollen.
Gleichzeitig betonten die Redner, dass CETA allein nicht ausreicht, um erfolgreich zu sein. Unternehmen brauchen immer noch eine starke Exportstrategie, eine lokale Anpassung und ein langfristiges Engagement auf dem Markt.
Kanada ist kein einheitlicher Markt, sagten die Redner
Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen des Rundtischgesprächs war, dass Kanada nicht als ein einziger, einheitlicher Markt behandelt werden sollte.
Die Teilnehmer sagten, Kanada sei ein stark dezentralisiertes Land, in dem viele Entscheidungen auf kommunaler oder regionaler Ebene getroffen werden. Das bedeutet, dass ungarische Unternehmen oft unterschiedliche Strategien für verschiedene Städte und Provinzen benötigen.
Kirill Degtyarev, Business Development Manager bei Kuube Hungary, sagte, dass Unternehmen, die nach Kanada kommen, sich auf Entscheidungen auf lokaler Ebene und ein komplexeres Geschäftsumfeld einstellen müssen, als viele zunächst erwarten.
Ungarische Unternehmen teilen praktische Lektionen zum Markteintritt in Kanada
Mehrere ungarische Unternehmensvertreter berichteten aus erster Hand über ihre Erfahrungen beim Verkauf von Produkten und Dienstleistungen in Kanada.
László Regőczi, Geschäftsführer von Bonaventura Gold Kft. sagte, dass selbst die Einhaltung grundlegender Vorschriften eine Herausforderung sein kann. Als Beispiel nannte er die vorgeschriebene zweisprachige Etikettierung in Englisch und Französisch. Er sagte auch, dass die höheren Logistikkosten das Unternehmen dazu veranlassten, nach effizienteren Lösungen zu suchen, einschließlich des gemeinsamen Exports mehrerer ungarischer Produkte.
Róbert Bíró, CEO von Chameleon Smart Home Nyrt., sprach über die Bedeutung der Anpassung von Produkten an die lokale kanadische Nachfrage. Er sagte, Unternehmen sollten sich oft auf die großen städtischen Märkte wie Toronto, Vancouver und Montreal konzentrieren, wo die Geschäftsmöglichkeiten größer und der Marktzugang realistischer sein könnten.
Lokale Partner sind oft entscheidend für den Erfolg in Kanada
Ein immer wiederkehrender Punkt in der Diskussion war, dass lokale Partner eine entscheidende Rolle beim Eintritt in den kanadischen Markt spielen können.
Die Redner sagten, ungarische Unternehmen brauchen oft:
- einen zuverlässigen lokalen Geschäftspartner,
- Referenzprojekte,
- eine ausreichende finanzielle Kapazität,
- und Geduld.
Nicholas Sárvári, Präsident der Kanadisch-Ungarischen Handelskammer, sagte, dass kanadische Unternehmen oft größer sind als ungarische Firmen und dass die Kosten für rechtliche und operative Fragen sowie für den Markteintritt höher sind, als viele Unternehmen zunächst erwarten.
Er wies auch darauf hin, dass das derzeitige wirtschaftliche Umfeld neue Möglichkeiten schaffen kann, da Kanada eine wachsende Offenheit gegenüber europäischen Partnern zeigt.
Kanada kann auch ein Tor zum US-Markt sein
Ein weiterer wichtiger Punkt, der auf der Veranstaltung angesprochen wurde, war, dass Kanada als Tor zu den Vereinigten Staaten dienen kann.
Die Redner sagten, dass sich einige rechtliche Rahmenbedingungen und Zertifizierungsanforderungen zwischen Kanada und den USA überschneiden. Aus diesem Grund können ungarische Unternehmen, die in Kanada Erfahrungen und Referenzen sammeln, ihre Position für eine zukünftige Expansion in ganz Nordamerika verbessern.
Für einige Exporteure kann Kanada daher mehr als nur ein Zielmarkt sein. Es kann auch ein strategischer erster Schritt in Richtung US-Markt sein.
Networking und Beziehungsaufbau weiterhin wichtig
Die Veranstaltung endete mit einer Networking-Sitzung, bei der die Teilnehmer ihre Diskussionen fortsetzten und neue Geschäftskontakte erkundeten.
Die abschließende Atmosphäre unterstrich eine der wichtigsten Lehren der Konferenz: Auch in einem Zeitalter, das von digitalen Geschäftswerkzeugen und künstlicher Intelligenz geprägt ist, bleiben persönliche Beziehungen, Vertrauen und lokales Geschäftswissen im internationalen Handel unerlässlich.
Warum dies wichtig ist
Die Budapester Veranstaltung hat gezeigt, dass Kanada ein vielversprechender Exportmarkt für ungarische Unternehmen ist, aber kein einfacher Markt. Die wichtigsten Lehren aus der Konferenz waren eindeutig:
- CETA schafft Chancen
- Kanada ist regional vielfältig und dezentralisiert
- Lokalisierung ist unerlässlich
- die Kosten und die Einhaltung der Vorschriften können erheblich sein
- lokale Partner und Geduld sind wichtig
- und Kanada kann ein nützlicher Einstiegspunkt in den nordamerikanischen Markt sein
Für ungarische Exporteure hängt der Erfolg in Kanada nicht nur von der Produktqualität ab, sondern auch von Strategie, Anpassung und langfristigem Engagement.
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