Österreich als Sprungbrett: Hiflylabs über den Schritt nach Österreich

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Immer mehr ungarische Unternehmen wagen den Schritt nach Österreich. Zu ihnen gehört auch Hiflylabs, das im letzten Jahr seine österreichische Tochtergesellschaft gegründet hat. Welche Möglichkeiten und Herausforderungen in einer Expansion nach Österreich liegen, erläutert uns Janos Török, Executive Director DACH und Prokurist bei Hiflylabs.

Hiflylabs ist ein datengetriebenes Unternehmen mit Fokus auf Data Analytics, Data Engineering und künstliche Intelligenz. Das Unternehmen unterstützt internationale Kunden dabei, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und Prozesse effizienter zu gestalten. Mit rund 250 Mitarbeitenden und Standorten in Wien, London, New York und Budapest unterstützt das Unternehmen im Bereich Data, KI und Digital Services namhafte Kunden wie die Erste Group, die Vienna Insurance Group, E.ON, Telekom, Rossmann, RTL und Roche. Im Jahr 2026 wurde Hiflylabs von der Financial Times in die Liste „FT1000“ der am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas aufgenommen.

Erste Schritte über bestehende Kunden

Török erklärt, dass der Einstieg in den österreichischen Markt nicht zufällig erfolgte. Hiflylabs arbeitete schon in Ungarn mit einer Vielzahl österreichischer Unternehmen zusammen, sodass auch durch diese Kooperationen der Gang nach Österreich logisch erschien. Diese ersten Projekte dienten als wichtige Referenzen und erleichterten den Zugang zum neuen Markt. Bestehende Geschäftsbeziehungen können somit eine entscheidende Rolle spielen, wenn es darum geht, sich auch international zu positionieren und Vertrauen aufzubauen.

Zugang zum DACH-Markt als zentraler Faktor

Für Hiflylabs liegt einer der größten Vorteile Österreichs in seiner Rolle als Zugang zur gesamten DACH-Region. Mit rund 100 Millionen Einwohnern und zahlreichen international tätigen Großkonzernen bietet der Markt enormes Potenzial und ist gerade für ein technologieorientiertes Unternehmen ein entscheidender Wachstumsfaktor. Des Weiteren erklärt Török, dass der österreichische Markt gewissermaßen konservativer und stabiler sei als der ungarische, was für Unternehmen bessere Planungssicherheit und insgesamt ein stabileres Umfeld bietet.

Qualität als entscheidender Erfolgsfaktor

Auf die Frage, wie ein Newcomer auf dem österreichischen Markt am ehesten erfolgreich wird, betont Török mehrfach die Bedeutung der Qualität der angebotenen Leistungen. Der österreichische Markt sei anspruchsvoll und verlange ein sehr hohes Leistungsniveau. „Unternehmen müssten sich ehrlich fragen, ob sie in ihrem Bereich tatsächlich zur Spitze gehören. Nur wer qualitativ hochwertige Leistungen bietet, kann sich langfristig etablieren”, sagt Török.

Gleichzeitig sieht Hiflylabs hier auch eine Chance für ungarische Unternehmen: Wer internationale Qualität liefern kann, hat aufgrund der geografischen Nähe gute Voraussetzungen, sich erfolgreich zu positionieren. Ein möglicher Einstieg kann dabei auch über Kooperationen mit Tochtergesellschaften österreichischer Unternehmen in Ungarn erfolgen.

Janos Török bei der von der Austrian Business Agency organisierten Veranstaltung "Österreich als Innovationsstandort"
Janos Török, Executive Director DACH und Prokurist von Hiflylabs bei der von der Austrian Business Agency organisierten Veranstaltung “Österreich als Innovationsstandort”

Unterstützung beim Markteintritt

Török betont außerdem, dass beim Aufbau der Aktivitäten in Österreich die Austrian Business Agency (ABA) eine wichtige Rolle spielte. Sie unterstützte unter anderem bei der Orientierung im lokalen Umfeld, vermittelte Kontakte und empfahl relevante Ansprechpartner wie Steuerberater oder Buchhalter. Auch beim Aufbau erster Netzwerke erwies sich diese Unterstützung als hilfreich. Weitere Informationen zu den Angeboten der ABA finden Sie hier.

Netzwerke und lokale Präsenz entscheidend

Ein weiterer zentraler Faktor ist der Aufbau von Vertrauen. Der österreichische Markt ist laut Török stark beziehungsorientiert, weshalb persönliche Kontakte eine wichtige Rolle spielen. Hiflylabs setzt daher gezielt auf Präsenz vor Ort und investiert in den Aufbau eines lokalen Netzwerks – etwa durch Veranstaltungen, Kooperationen und den Austausch mit potenziellen Partnern. Auch hierbei erhielt das Unternehmen erhebliche Unterstützung von der ABA. In Österreich werde dabei vor allem auf Vertrauen gesetzt, was nicht sofort entstehen kann, langfristige Partnerschaften aber umso wertvoller und stärker macht.

Erste Erfahrungen und Rat an Interessierte

Auch wenn sich das Unternehmen noch in einer frühen Phase befindet, zieht Török ein positives Zwischenfazit. Das Netzwerk wächst, und auch die ersten Geschäfte konnten bereits abgeschlossen werden. Langfristig sieht Hiflylabs Österreich als wichtigen Baustein für die weitere Expansion im deutschsprachigen Raum. Ungarischen Unternehmern, die ebenfalls an einer Expansion interessiert sind, rät er dazu, sich darauf zu fokussieren, ob sie eine Leistung oder ein Produkt anbieten können, das wirklich einzigartig und von besonders hoher Qualität ist, da der Wettbewerb in Österreich intensiver sei als in Ungarn. Wenn sie jedoch über die nötige Qualität und Erfahrung verfügen, kann sich der Schritt definitiv lohnen.

Für eine erste Beratung empfiehlt Janos Török auch die Austrian Business Agency, die für ungarische Unternehmer kostenlose Beratungsmöglichkeiten anbietet.      

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