Ungarn könnte die Preisobergrenzen für Kraftstoffe in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 beibehalten

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Der neue ungarische Minister für Wirtschaft und Energie, István Kapitány, hat angedeutet, dass die Regierung die Preisobergrenzen für Kraftstoffe weit über den 30. Juni hinaus beibehalten könnte. Er begründet dies mit den hohen globalen Ölpreisen und der Notwendigkeit, die Haushalte zu schützen.

In einem Gespräch mit RTL Híradó sagte Kapitány, das Kabinett werde die Situation im Juni überprüfen, schloss aber eine Verlängerung der Maßnahme bis in die zweite Jahreshälfte nicht aus. Der Minister argumentierte, dass die anhaltenden geopolitischen Spannungen die Rohölpreise weiter in die Höhe treiben und ein staatliches Eingreifen notwendig machen.

Gegenwärtig sind die Benzinpreise auf 595 HUF (1,65 Euro) pro Liter begrenzt, während der Dieselpreis bei 615 HUF (1,71 Euro) liegt. Die Regelung wurde ursprünglich von der Regierung des ehemaligen Premierministers Viktor Orbán am 10. März eingeführt und später von der neuen, im Mai gebildeten Tisza-geführten Regierung beibehalten.

Strategische Reserven zur Aufrechterhaltung der Preisobergrenzen für Kraftstoffe freigegeben

Um die Preisobergrenzen für Kraftstoffe einzuhalten, hat die Regierung die Freigabe von 575 Millionen Litern Kraftstoff aus den strategischen Reserven Ungarns genehmigt. Nach Angaben des Ungarischen Mineralölverbands sollten die zusätzlichen Lieferungen eine stabile Verfügbarkeit von Kraftstoff bis Ende Juni gewährleisten.

Die Entscheidung folgte auf Warnungen von Kraftstoffeinzelhändlern und MOL, Ungarns größter Ölgesellschaft, dass die strategischen Dieselreserven, die den Tankstellen zugewiesen wurden, kurz vor der Erschöpfung stehen. Unabhängige Tankstellenbetreiber haben auch ihre Besorgnis über schrumpfende Gewinnmargen und die Belastung durch zusätzliche Steuern geäußert, während sie gezwungen sind, Kraftstoff zu regulierten Preisen zu verkaufen.

Trotz dieser Bedenken betonte MOL, dass die Kraftstoffversorgung in Ungarn weiterhin stabil sei und dass sowohl Benzin als auch Diesel durch die eigenen Produktionskapazitäten des Unternehmens weiterhin landesweit verfügbar seien.

Ökonomen warnen vor Engpässen

Die mögliche Verlängerung der Preisobergrenze hat die Kritik mehrerer Wirtschaftswissenschaftler auf sich gezogen. In einem offenen Brief forderte eine Gruppe von 12 ungarischen Wirtschaftswissenschaftlern die Regierung auf, die Maßnahme auslaufen zu lassen, um mögliche Versorgungsengpässe und Marktverzerrungen zu vermeiden.

Neue Daten des ungarischen Zentralamts für Statistik (Központi Statisztikai Hivatal, KSH) zeigen außerdem, dass der Kraftstoffverbrauch im März um etwa 20% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen ist, was auf eine erhöhte Nachfrage aufgrund der niedrigeren Preise zurückzuführen ist.

Gekennzeichnetes Bild: Daily News Hungary

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