Ungarns beliebter Velence-See könnte fast verschwinden: Bald ist er weder schwimm- noch schiffbar

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Wir haben bereits mehrfach darüber berichtet, dass die extreme Dürre, die Ungarn heimsucht, nicht nur kleinere Seen in Mitleidenschaft zieht, sondern auch den Velence-See stark in Mitleidenschaft zieht. Der Wasserstand ist bereits so dramatisch gesunken, dass der See im Spätsommer kurz vor der völligen Austrocknung stehen könnte. Ein dringendes Eingreifen des Staates wäre erforderlich, doch bisher gibt es kaum Anzeichen für ein solches Vorgehen.

Wasserstände nähern sich historischen Tiefstständen

Wie Pál Árpád Eötvös, Bürgermeister von Gárdony, in der Nachrichtensendung von RTL Klub sagte, ist der See nur noch 10 Zentimeter von seinem niedrigsten aufgezeichneten Stand entfernt. Experten vermuten, dass diese Schwelle bereits Mitte Juni erreicht werden könnte.

Dies bezieht sich natürlich nur auf offizielle Messungen. Historische Aufzeichnungen zeigen, dass der See zwischen 1863 und 1866 völlig ausgetrocknet war – so sehr, dass Husaren aus Székesfehérvár angeblich militärische Übungen auf seinem Grund durchführten. In den letzten 1.500 Jahren ist der Velence-See mindestens 14 Mal vollständig ausgetrocknet, also etwa einmal pro Jahrhundert, und zwar aufgrund natürlicher Ursachen.

Lake Velence may disappear
Foto: Facebook/Élhető Velence Egyesület

Die größte Hitze des Sommers steht uns noch bevor. In solchen Perioden kann der Wasserstand in einem einzigen Monat um 20 bis 25 Zentimeter sinken.

Die eigentliche Hitzewelle steht erst noch bevor: Während der heißen Sommermonate kann der Wasserstand des Sees um bis zu 20-25 Zentimeter pro Monat sinken.

Tourismus unter Druck

Es ist offensichtlich, dass der Tourismus und das Gastgewerbe rund um den See bereits erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Zwar könnte moderne Technik die Situation im Prinzip entschärfen, aber ein solcher Eingriff wäre mit erheblichen finanziellen Kosten verbunden.

Wie RTL Klub berichtet, wurde bereits im Jahr 2023 Wasser aus dem Pátka-Stausee nachgefüllt. Dies erwies sich jedoch nur als vorübergehende Abhilfe, und das Seebett ist seither weiter ausgetrocknet. Experten schätzen, dass derzeit etwa zwei Drittel der durchschnittlichen Wassermenge des Sees fehlen. Der Bürgermeister von Gárdony weist auf die spürbaren Folgen hin: Von einem Pegelstand von 82 Zentimetern zu Beginn der Saison ist das Wasser jetzt auf nur noch 62 Zentimeter zurückgegangen. In einigen Gebieten müssen die Besucher bis zu 20 Meter vom Ufer entfernt gehen, bevor sie das Wasser erreichen.

Boote, Angler und Besucher, die abfahren

Die Freizeitschifffahrt auf dem Velence-See könnte bald ganz eingestellt werden. Viele Gastgewerbebetriebe haben sich dafür entschieden, überhaupt nicht zu öffnen, während andere versuchen, Besucher mit Veranstaltungen und Programmen anzulocken. Laut Bürgermeister Eötvös gehen die Besucherzahlen jedoch im Gleichschritt mit den sinkenden Wasserständen zurück und könnten bald einen historischen Tiefstand erreichen.

Auch die Angler sind größtenteils vom Seeufer verschwunden, obwohl der nationale Fischereiverband versichert, dass die Fischbestände noch reichlich vorhanden sind.

Lake Velence may disappear
Foto: Facebook/Élhető Velence Egyesület

Sollte der Wasserstand weiter sinken, könnte die Freizeitschifffahrt auf unbestimmte Zeit eingestellt werden. Viele Bootseigner haben ihre Boote bereits auf den Plattensee verlegt. Nach Angaben des Eigentümers von velenceitohajozas.hu könnten sich die Bedingungen bis August auf einen kritischen Punkt verschlechtern, so dass der Bootsverkehr auf unbestimmte Zeit eingestellt werden müsste.

Falls Sie es verpasst haben – Velence-See in kritischer Gefahr: Kontinuierliche Wasserfläche könnte verschwinden

Begrenzte Möglichkeiten zum Eingreifen

Wie wir bereits in unserer früheren Berichterstattung festgestellt haben, gibt es mehrere potenzielle Lösungen für die Wiederauffüllung des Wassers. Eine Option wäre die Kanalisierung von Wasser aus der Donau. Dies wäre jedoch ein langfristiges und sehr kostspieliges Unterfangen, das allerdings von der Europäischen Union finanziert werden könnte. Eine Alternative wäre das Abpumpen von Wasser aus Brunnen in der Umgebung von Érd.

Das für Umweltfragen zuständige Ministerium hat auf Anfragen von RTL in dieser Angelegenheit nicht reagiert. Die örtlichen Bürgermeister drängen auf ein sofortiges Eingreifen des Staates, obwohl klar ist, dass das Wetter allein die Situation nicht lösen wird.

In der Zwischenzeit ist bereits ein See in der Nähe betroffen: Der Szálka-See in der Nähe von Szekszárd ist in diesem Frühjahr ausgetrocknet, und das Baden dort wird in diesem Jahr nicht mehr möglich sein.

An den Ufern des Plattensees geschieht etwas Unerwartetes: und nicht jeder wird davon profitieren

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