Könnte Wizz Air gezwungen sein, eine Basis zu schließen? Ungarische Fluggesellschaft droht damit, die europäische Hauptstadt zu verlassen

Sprache ändern:
Zwischen Wizz Air und den serbischen Behörden ist ein Luftverkehrsstreit ausgebrochen. Die ungarische Billigfluggesellschaft warnt, dass sie gezwungen sein könnte, ihre Basis in Belgrad ab November 2026 zu schließen, wenn die vorgeschlagenen regulatorischen Änderungen umgesetzt werden.
Die Fluggesellschaft behauptet, dass Serbiens überarbeitete Verfahren zur Genehmigung von Flugrouten es unmöglich machen könnten, ihre lokale Basis weiter zu betreiben, was zum Verlust von etwa 150 Arbeitsplätzen und zur Streichung mehrerer Flugrouten führen könnte.
Wizz Air wirft Serbien vor, Air Serbia zu schützen
Im Mittelpunkt des Streits stehen vorgeschlagene Änderungen der serbischen Luftverkehrsvorschriften für ausländische Fluggesellschaften, die von Basen im Land aus operieren.
Laut Wizz Air würden die neuen Regeln nicht-serbische Fluggesellschaften effektiv daran hindern, langfristige Betriebsstützpunkte in Serbien zu unterhalten. Die Fluggesellschaft argumentiert, dass die Maßnahmen darauf abzielen, die Position der staatlich unterstützten Air Serbia zu stärken, indem der Wettbewerb durch ausländische Betreiber eingeschränkt wird.
Nach dem überarbeiteten Rahmenwerk wäre es Fluggesellschaften aus EU-Mitgliedsstaaten nur dann erlaubt, Strecken zu bedienen, die Serbien einbeziehen, wenn diese Dienste innerhalb der EU beginnen oder enden. Wizz Air ist der Ansicht, dass die Änderungen seine operative Flexibilität erheblich einschränken und sein Geschäftsmodell in dem Land untergraben würden.
Owain Jones, Chief Corporate Affairs Officer von Wizz Air, bezeichnete die geplanten Maßnahmen als “ungesetzlich” und sagte, Serbien müsse sich entscheiden, ob es offene Märkte und Wettbewerb unterstütze oder eine einzelne Fluggesellschaft auf Kosten der Verbraucher und des gesamten Luftfahrtsektors schützen wolle, schreibt AIRportal.hu.
Fluggesellschaft warnt vor Arbeitsplatzverlusten und weniger Flügen
Wizz Air ist seit 2010 in Belgrad tätig und fliegt derzeit rund 26 Ziele von seiner serbischen Basis aus an.
Die Fluggesellschaft hat nach eigenen Angaben in den letzten 16 Jahren Hunderte von Millionen Euro in Serbien investiert und in dieser Zeit mehr als 14 Millionen Passagiere von und nach Serbien befördert.
Sollte die Basis in Belgrad geschlossen werden, warnt Wizz Air, dass die Folgen über das Unternehmen selbst hinausgehen würden. Die Fluggesellschaft argumentiert, dass ein geringerer Wettbewerb zu höheren Ticketpreisen, weniger Reiseoptionen und negativen Auswirkungen auf den Tourismus, die Beschäftigung und ausländische Investitionen führen könnte.

Die Fluggesellschaft hat auch erklärt, dass die geplanten Änderungen sie dazu zwingen könnten, sich ab November 2026 ganz aus Belgrad zurückzuziehen, wenn keine Lösung gefunden wird.
Serbische Behörden weisen die Vorwürfe zurück
Laut VG hat die serbische Direktion für Zivilluftfahrt die Behauptungen von Wizz Air entschieden zurückgewiesen.
In einer Antwort auf die Kritik der Fluggesellschaft erklärte die Behörde, dass keiner Fluggesellschaft das Recht verweigert wurde, Flüge zwischen Serbien und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchzuführen. Sie betonte auch, dass neue Flugrouten immer noch eingerichtet werden können, sofern sie mit den bestehenden internationalen Abkommen übereinstimmen.
Laut der Regulierungsbehörde schränken die Änderungen die Verkehrsrechte nicht ein und werden auf alle auf dem Markt tätigen Fluggesellschaften gleichermaßen angewandt.
Die Behörde beharrt darauf, dass die Änderungen lediglich eine Klarstellung der bestehenden Vorschriften darstellen und nicht eine bestimmte Fluggesellschaft begünstigen.
Was kommt als nächstes? Chaos bei Sommerflügen löst Streit zwischen Wizz Air und der ungarischen Flugsicherung aus
Mögliche Auswirkungen auf ungarische Reisende
Der Streit konzentriert sich zwar auf Serbien, aber das Ergebnis könnte sich auf Passagiere in ganz Mittel- und Südosteuropa, einschließlich Ungarn, auswirken.
Belgrad hat sich zu einem wichtigen regionalen Luftverkehrsknotenpunkt entwickelt, und die Präsenz von Wizz Air hat zu wachsendem Wettbewerb und niedrigeren Flugpreisen auf mehreren Strecken beigetragen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass eine Reduzierung der Aktivitäten der Fluggesellschaft zu einer geringeren Auswahl an Flügen und potenziell höheren Preisen für Reisende führen könnte, die Verbindungen über die serbische Hauptstadt nutzen.
Falls Sie es verpasst haben: Wizz Air: Krise als Chance – gegroundete Jets kehren in den Dienst zurück

