Untersuchung zum Skandal um die ungarische Staatsbürgerschaft eingeleitet: Ausländer erhielten Pässe ohne Verbindung zu Ungarn

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Das ungarische Außenministerium hat eine neue interne Untersuchung eingeleitet, nachdem es, wie Beamte es beschreiben, schwerwiegende Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe der ungarischen Staatsbürgerschaft und von Diplomatenpässen während früherer Regierungsperioden aufgedeckt hat.

György László Velkey, parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel, gab am Freitag bekannt, dass die Behörden bereits damit begonnen haben, Diplomatenpässe zu entziehen, die angeblich ohne ordnungsgemäße Begründung ausgestellt wurden. Er erklärte jedoch, die Überprüfung habe nun eine weitere umstrittene Praxis aufgedeckt: die Verleihung der ungarischen Staatsbürgerschaft an Ausländer ohne erkennbare Verbindungen zu Ungarn.

Überprüfung der Diplomatenpässe deckt weitreichendere Bedenken auf

In einer am Freitag veröffentlichten Videoerklärung erklärte Velkey, er sei dabei, Dokumente zur Einziehung von Diplomatenpässen zu unterzeichnen, die angeblich jahrelang missbraucht worden seien.

Nach Angaben des Staatssekretärs hat die Untersuchung zur Ausstellung von Diplomatenpässen bereits zahlreiche Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, und die Überprüfung dauert noch an.

„Das ist erst der Anfang“, sagte Velkey und fügte hinzu, dass das Ministerium beabsichtige, dem, was er als eine Ära der Privilegien innerhalb des Außenministeriums bezeichnete, ein Ende zu setzen.

Er warnte zudem, dass einige Personen ihre Diplomatenpässe bereits vor dem jüngsten Regierungswechsel abgegeben hätten, betonte jedoch, dass dies sie nicht von einer möglichen Verantwortung befreien würde, schreibt Telex.

Staatsbürgerschaft ohne nennenswerte Verbindungen zu Ungarn

Velkey erklärte, die Untersuchung des Ministeriums bezüglich der Zeit, in der Péter Szijjártó als Außenminister tätig war, gehe weit über Diplomatenpässe hinaus.

Nach Angaben des Staatssekretärs haben die Ermittler Fälle identifiziert, in denen ausländische Staatsbürger die ungarische Staatsbürgerschaft aufgrund von Bestimmungen erhielten, die eine Einbürgerung aus Gründen des nationalen Interesses zulassen, obwohl sie angeblich keine nennenswerten Verbindungen zu Ungarn hatten.

Er fügte hinzu, dass in einigen Fällen der Verdacht bestehe, dass finanzielle Interessen bei den Entscheidungen eine Rolle gespielt haben könnten.

„Aufgrund der bislang aufgedeckten Informationen können wir mit Fug und Recht davon ausgehen, dass hinter den lautstark verkündeten Souveränitätsparolen in erster Linie der Schutz bestimmter privater Interessen sowie die Unterstützung von Wirtschaftskreisen und Freunden standen“, erklärte Velkey.

In dem Facebook-Beitrag schrieb er, dass das Ministerium zwar bereits Maßnahmen in Bezug auf individuell genehmigte Diplomatenpässe ergriffen habe, die Ermittler jedoch „neue Leichen im Keller“ entdeckt hätten, wobei behauptet werde, dass viele Personen die ungarische Staatsbürgerschaft ohne angemessene Begründung oder Berechtigung erhalten hätten. Er versprach, dass das Ministerium seine internen Ermittlungen fortsetzen und der Öffentlichkeit in naher Zukunft weitere Informationen zur Verfügung stellen werde.

Frühere Kontroverse um Diplomatenpässe

Die jüngste Ankündigung folgt auf frühere Berichte über die Ausstellung von Diplomatenpässen während der Amtszeit der Orbán-Regierungen.

Velkey hatte zuvor erklärt, dass einige Personen angeblich ohne triftigen Grund und in bestimmten Fällen auf Antrag inoffizieller politischer Persönlichkeiten Diplomatenpässe erhalten hätten.

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Der Fall Hilarion rückt erneut in den Fokus

Die Ermittlungen haben zudem die Aufmerksamkeit wieder auf einen der umstrittensten Staatsbürgerschaftsfälle der letzten Jahre gelenkt.

Hilarion, ein russisch-orthodoxer Metropolit ohne bekannte ungarische Wurzeln oder familiäre Verbindungen, erhielt im Rahmen eines Verfahrens aus Gründen des nationalen Interesses sowohl die ungarische Staatsbürgerschaft als auch einen ungarischen Reisepass. Die Entscheidung stieß auf Kritik, da die Regierung nicht öffentlich darlegte, warum die Verleihung der Staatsbürgerschaft im nationalen Interesse Ungarns liege.

Der Fall rückte kürzlich wieder ins Rampenlicht, nachdem Berichte auftauchten, wonach angeblich Kokain in einem Fahrzeug gefunden worden sei, das mit dem Kirchenführer in Verbindung steht.

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