Die Regierung könnte in Kürze die ungarische Staatsbürgerschaft entziehen, die mit Hilfe von Orbáns Ministern gegen hohe Summen erworben wurde

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Ausländische Staatsangehörige ohne echte Verbindungen zu Ungarn konnten möglicherweise für Zehntausende Dollar die ungarische Staatsbürgerschaft erwerben, so György László Velkey, parlamentarischer Staatssekretär und stellvertretender Minister im Außenministerium. Er behauptet, die Beweislage deute darauf hin, dass der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjén sowie die Minister Péter Szijjártó und Gergely Gulyás die betrügerischen Einbürgerungen entweder unterstützt hätten oder davon Kenntnis gehabt hätten.

Vermögende Kanadier könnten sich die Staatsbürgerschaft erkauft haben

Herr Velkey hat neue Verdachtsmomente hinsichtlich schwerwiegender Missbräuchegeäußert und erklärt, dass interne Ermittlungen innerhalb des Ministeriums Fälle aufgedeckt hätten, in denen kanadische Staatsbürger die ungarische Staatsbürgerschaft gegen Geld erworben hätten. Ihm zufolge könnte der rechtliche Mechanismus der „Einbürgerung im nationalen Interesse“ genutzt worden sein, um Personen Pässe zu erteilen, die andernfalls die Kriterien nicht erfüllt hätten, da ihnen sowohl nachweisbare ungarische Vorfahren als auch Sprachkenntnisse fehlten.

Er fügte hinzu, dass einige Antragsteller keinerlei nennenswerte Verbindung zu Ungarn hatten, dennoch möglicherweise erhebliche Summen gezahlt hätten, um sich die Staatsbürgerschaft zu sichern. Für sie bot ein ungarischer Reisepass in erster Linie einen leichteren Zugang zu Reisen innerhalb Europas, geschäftlichen Möglichkeiten und größerer internationaler Mobilität.

Hungarian citizenship bought for money
Foto: Facebook/Velkey György László

Angebliche Unterstützung durch Semjén

Herr Velkey deutete an, dass Empfehlungen und Unterstützungsschreiben von Diaspora-Organisationen eine entscheidende Rolle bei der Etablierung des Systems gespielt hätten. Er behauptet, Herr Semjén habe den Führern der Diaspora mehrfach unterstützende Signale gesendet, und dass diese Empfehlungen herangezogen worden seien, als ungarische diplomatische Vertretungen bestimmte Anträge annahmen.

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Vizepremier Zsolt Semjén. Foto: Facebook/Zsolt Semjén

Nach Angaben des Staatssekretärs entstand dadurch ein institutionelles Netzwerk, über das Personen, die die üblichen Einbürgerungsvoraussetzungen nicht erfüllten, dennoch die Staatsbürgerschaft erhalten konnten. Einige Antragsteller, so sagte er, seien sich der Art des Verfahrens nicht einmal voll bewusst gewesen, als sie bei den Konsulaten erschienen, während andere es so behandelten, als würden sie eine Premium-Dienstleistung erwerben.

Privatunternehmen mit politischen Verbindungen

Einer der heikelsten Aspekte der Ermittlungen betrifft einen mutmaßlichen Interessenkonflikt. Herr Velkey erklärte, dass ein kanadisches Privatunternehmen in ungarischem Besitz, „Hungarian Citizenship Consulting“, möglicherweise ausländische Kunden bei der Erlangung der ungarischen Staatsbürgerschaft unterstützt habe.

PM Viktor Orbán
Foto: Facebook/Viktor Orbán

Er behauptete ferner, dass einer der Führungskräfte des Unternehmens zugleich der für das staatliche Einbürgerungsprogramm zuständige Beamte war, während dessen Mitgeschäftsführer ein führender Vertreter der Diaspora war, der Empfehlungsschreiben unterzeichnete. Tatsächlich schienen dieselben Akteure gleichzeitig sowohl innerhalb des staatlichen Systems als auch auf kommerzieller Ebene tätig zu sein.

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Kein Einzelfall

Das Ministerium geht davon aus, dass die Vermittlungsgebühren möglicherweise außergewöhnlich hoch waren. Herr Velkey erklärte, dass einige kanadische Kunden möglicherweise zwischen 30.000 und 50.000 kanadische Dollar – umgerechnet bis zu etwa 10 Millionen Forint zum aktuellen Wechselkurs – für die Unterstützung bei diesem Verfahren gezahlt haben.

Hungarian citizenship for Canadian dollar.
Ungarische Staatsbürgerschaft für eine riesige Summe in kanadischen Dollar. Foto: depositphotos.com

Er wies darauf hin, dass es sich bei den kanadischen Fällen wahrscheinlich nicht um Einzelfälle handele, und deutete an, dass ähnliche Vorkehrungen möglicherweise auch in anderen Ländern getroffen worden seien, bei denen eine Zusammenarbeit zwischen staatlichen Beamten und Vermittlungsfirmen stattgefunden habe. Das Ministerium hat weitere Untersuchungen zugesagt und wird zudem prüfen, ob unter umstrittenen Umständen erworbene Staatsbürgerschaften widerrufen werden können. Nach ungarischem Recht ist der Präsident befugt, die Staatsbürgerschaft zu entziehen, wenn sie in betrügerischer Weise erworben wurde.

Herr Velkey fügte hinzu, dass viele gewissenhafte Beamte im Außenministerium auf das Problem hingewiesen hätten, ihre Bedenken jedoch von der politischen Führung übergangen worden seien.

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