Die ungarische Tiefebene trocknet langsam aus; es fehlt bereits eine Wassermenge in der Größe des Plattensees

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Hitze und ausbleibende Niederschläge haben die landwirtschaftlichen Flächen auch in diesem Jahr wieder rasch ausgetrocknet, doch in der Großen Ungarischen Tiefebene reicht das Problem tiefer. In mehreren Gebieten ist die Wasserknappheit zu einem dauerhaften Zustand geworden, der Spuren im Grundwasser, auf landwirtschaftlichen Flächen und in natürlichen Lebensräumen hinterlässt.

Über die Lage in der Großen Ungarischen Tiefebene berichtete „Portfolio“ ausführlich; das Magazin erhielt zudem Stellungnahmen der ungarischen Generaldirektion für Wasserwirtschaft.

In mehreren Regionen ist der Boden kritisch ausgetrocknet

Laut HungaroMet kam es in den letzten Wochen in mehreren Teilen des Landes zu Schauern, doch nur in kleinen Gebieten fielen nennenswerte Niederschlagsmengen. Der Großteil Ungarns blieb trocken, und es gibt kaum Anzeichen dafür, dass sich das Niederschlagsdefizit kurzfristig verringern wird.

In den vergangenen 30 Tagen lag die Niederschlagsmenge in Teilen Mittelungarns nicht einmal bei 20 Millimetern. Landesweit fielen 30 bis 50 Millimeter weniger Regen als im langjährigen Durchschnitt, während die Niederschlagsmenge der letzten 90 Tage 40 bis 100 Millimeter unter dem Normalwert lag.

Besonders besorgniserregend ist der Zustand des Bodens. Die oberste 30-Zentimeter-Schicht enthält in bestimmten Regionen zwar noch etwas Feuchtigkeit, doch die 30–60-Zentimeter-Schicht ist in weiten Teilen des Landes kritisch trocken. An vielen Orten erreicht die Bodenfeuchte nicht einmal 30 % der Menge, die Pflanzen verwerten können. In weiten Teilen der Großen Ungarischen Tiefebene und des Mezőföld fehlen der obersten Bodenschicht von einem Meter im Vergleich zum Sättigungsgrad 100 bis 130 Millimeter Wasser.

Regen ist für Getreide und Raps mittlerweile weniger wichtig, doch Reihenkulturen leiden zunehmend unter den trockenen Bedingungen. Die intensive Hitze der letzten Tage verschlimmert die Situation durch eine erhöhte Verdunstung, während die dafür erforderlichen Niederschläge nach wie vor begrenzt sind.

Zuvor: Die Donau-Tisza-Region verwandelt sich in eine Halbwüste, die Landwirtschaft auf dem Homokhátság wird zunehmend schwieriger, und immer mehr Landwirte geben ihre Flächen auf.

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Dem Homokhátság fehlt eine Wassermenge in der Größe des Plattensees

Die Wasserknappheit in der Großen Ungarischen Tiefebene hat sich nicht von einem Jahr zum nächsten entwickelt, und Anzeichen der Austrocknung sind im Homokhátság schon seit besonders langer Zeit sichtbar. Das Gebiet leidet nicht nur unter der diesjährigen Dürre: Der Grundwasserspiegel sinkt bereits seit Jahren, und an vielen Stellen kann die natürliche Neubildung den Verlust nicht mehr ausgleichen.

Auf Anfrage von „Portfolio“ teilte die Nationale Generaldirektion für Wasserwirtschaft mit, dass im Homokhátság im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt derzeit fast 2 Kubikkilometer Wasser fehlen. Das entspricht in etwa dem Wasservolumen des Plattensees.

Selbst diese Zahl spiegelt möglicherweise nicht das volle Ausmaß des Mangels wider, da der langfristige Durchschnitt bereits Zeiträume umfasst, in denen der Grundwasserspiegel bereits erheblich gesunken war. Folglich könnte das tatsächliche Wasserdefizit in der Großen Ungarischen Tiefebene zwei- bis dreimal so hoch sein wie die Schätzung.

Das Homokhátság ist besonders anfällig, da sein sandiger Boden Feuchtigkeit nur schlecht speichert. Sinkende Niederschlagsmengen und eine durch wärmeres Wetter bedingte stärkere Verdunstung erhöhen den Druck zusätzlich und zehren die Wasserreserven der Region stetig auf.

Bei einer schweren Wasserknappheit könnte die Wassernutzung priorisiert werden

Im Falle einer gravierenden Wasserknappheit erlaubt das ungarische Recht Einschränkungen der Wassernutzung, wobei eine solche Entscheidung jedoch nicht von der Nationalen Generaldirektion für Wasserwirtschaft getroffen würde. Diese Entscheidung obläge der zuständigen Wasserbehörde. Gemäß den Vorschriften hätten bei einer schwerwiegenderen Knappheit die Trinkwasserversorgung, die Wassernutzung im Bereich der öffentlichen Gesundheit sowie Katastrophenschutzmaßnahmen Vorrang.

In der Praxis bedeutet dies, dass sich Einschränkungen zunächst auf weniger wesentliche Wasserverwendungen beziehen würden und nicht auf die Grundversorgung der Haushalte. Dazu könnten bestimmte Freizeit-, Urlaubs-, wirtschaftliche oder Bewässerungszwecke gehören.

Einschränkungen für Gartenbrunnen kämen ebenfalls nur dann in Betracht, wenn in einem bestimmten Gebiet die Wiederauffüllung der Grundwasservorkommen dauerhaft unter der entnommenen Menge bliebe.

Nach Angaben der Nationalen Generaldirektion für Wasserwirtschaft gibt es keinen einheitlichen landesweiten Grundwasserspiegel oder Schwellenwert für ein Wasserdefizit, der automatisch Einschränkungen auslösen würde. Eine solche Maßnahme müsste auf der Grundlage der Wasserwirtschaftssituation der jeweiligen Region beschlossen werden.

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