Stellt das BYD-Werk in Szeged ein Sicherheitsrisiko dar? Branchenverband warnt: Die Häufung von Todesfällen auf dem Gelände sei höchst ungewöhnlich

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Innerhalb weniger Monate sind zwei Arbeiter auf der Baustelle des neuen BYD-Werks in Szeged ums Leben gekommen, was ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsstandards aufkommen lässt. Zwar gilt das Baugewerbe allgemein als eine der gefährlichsten Branchen, doch laut Fachverbänden sind zwei Todesfälle in so kurzer Zeit selbst bei einem Projekt dieser Größenordnung außergewöhnlich.
Zwei tödliche Unfälle auf der BYD-Baustelle
Der Bau des BYD-Werks begann Ende 2024, doch auf der Baustelle kam es bereits zu zwei tödlichen Unfällen. Der erste ereignete sich im Februar während eines Kran- und Verladevorgangs; später kam ein chinesischer Gastarbeiter ums Leben, nachdem er von einem Lkw erfasst worden war. Die Polizei hat laut einem Bericht von Szegeder, auf den sich Telex beruft, Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Gefährdung mit Todesfolge im Rahmen der Ausübung der beruflichen Tätigkeit aufgenommen.
Der zweite tödliche Unfall ereignete sich im Juni. Nach Angaben des Unternehmens hatte der Arbeiter seine Schicht beendet und verließ gerade das Gelände, als er stolperte und unter einen Lkw fiel. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Verursachung eines tödlichen Verkehrsunfalls eingeleitet.

Der Ungarische Verband der Bauunternehmer (ÉVOSZ) bezeichnete das Auftreten von zwei tödlichen Unfällen in so kurzer Folge als eindeutig außergewöhnlich. Sein Vorsitzender, László Koji, betonte, dass weder die Größe noch die Komplexität eines Bauvorhabens jemals schwere Arbeitsunfälle rechtfertigen könne. Zwar gebe es keinen Maßstab dafür, was eine „durchschnittliche“ Zahl von Unfällen bei einem Projekt dieser Größenordnung darstelle, fügte er hinzu, doch sei das Grundprinzip der Arbeitssicherheit, dass kein Arbeitsunfall als akzeptabel angesehen werden dürfe.

Eine Reihe weiterer Unfälle
Die Situation wird durch eine Reihe weiterer schwerwiegender Vorfälle in den letzten Monaten noch verschärft. Im Mai wurde ein Arbeiter von einem rückwärtsfahrenden Lkw erfasst und erlitt dabei einen Beinbruch. Ende April wurden drei Arbeiter ins Krankenhaus gebracht, nachdem ein Fahrzeug mit einem Hindernis kollidiert war; sie erlitten dabei Kopf- und Nackenverletzungen.

BYD teilte mit, dass die Untersuchungen sowohl durch die Behörden als auch durch Fachgremien in beiden tödlichen Fällen noch andauern, um festzustellen, ob Fahrlässigkeit vorlag und wo die Verantwortung liegt. Das Unternehmen fügte hinzu, dass alle Arbeitsunfälle als Ereignisse von hoher Priorität behandelt werden, wobei interne Überprüfungen durchgeführt und bei Bedarf Präventivmaßnahmen ergriffen werden.
Es lehnte es jedoch ab, anzugeben, welche Änderungen – falls überhaupt – nach den beiden Todesfällen umgesetzt worden seien.
Bei anderen Bauprojekten in der Automobilindustrie kommt es zu weniger Zwischenfällen
Im Vergleich dazu kam es beim Bau des BMW-Werks in Debrecen zu drei Arbeitsunfällen, von denen keiner tödlich verlief. Nur einer wurde als schwerwiegend eingestuft: Dabei stürzte ein Arbeiter von einem Gerüst.

Mercedes-Benz berichtete, dass es zwar während des Baus sowohl des ursprünglichen Werks als auch des zweiten Standorts in Kecskemét zu Unfällen gekommen sei, jedoch keiner davon tödlich verlaufen sei. Während der Bauzeit von 2009 bis 2012 wurde ein schwerer Unfall verzeichnet.
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Audi Hungaria teilte mit, dass seit 2012 rund 35.000 Menschen an seinen Investitionsprojekten gearbeitet haben, wobei fünf leichte, ein schwerer und drei tödliche Unfälle verzeichnet wurden.
Suzuki erklärte, dass es in den vergangenen 35 Jahren, einschließlich des Baus und der Erweiterung seines Werks in Esztergom, keine tödlichen oder schweren Arbeitsunfälle gegeben habe.
In dem Artikel wird darauf hingewiesen, dass direkte Vergleiche aufgrund des Fehlens einer einheitlichen, öffentlich zugänglichen Datenbank zu Arbeitsunfällen in Ungarn schwierig sind. Die Zahlen wurden daher direkt von den Unternehmen und der ÉVOSZ bezogen.
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