Ungarn überholt Rumänien bei den Goldreserven zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte

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Ungarn verfügt nun zum ersten Mal in der modernen Geschichte offiziell über mehr Gold als Rumänien. Die Goldreserven des Landes belaufen sich laut einer neuen Studie auf der Grundlage von Daten des World Gold Council auf 110 Tonnen mit einem geschätzten Wert von 12,1 Milliarden US-Dollar.

Die von The Gold Bullion Company veröffentlichte Analyse zeigt, dass Ungarn seine Goldbestände zwischen Dezember 2023 und April 2026 um 16,4 % von 94,5 Tonnen auf 110 Tonnen erhöht hat. Damit belegt Ungarn weltweit den neunten Platz unter den Ländern, die ihre Goldreserven in diesem Zeitraum am stärksten ausgebaut haben.

Mit 110 Tonnen Gold verfügt Ungarn nun über die 37. größte Goldreserve der Welt und liegt damit vor Ländern wie Südkorea, Rumänien und Australien.

Osteuropa ist führend beim Goldankauf

Der Bericht verdeutlicht einen allgemeinen Trend: Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldbestände stetig auf. Die durchschnittlichen Goldreserven der untersuchten Länder stiegen zwischen 2023 und 2026 um 6,47 %, während nur 16 Länder ihre Bestände reduzierten.

Osteuropäische und ehemalige Sowjetstaaten nehmen unter den am schnellsten wachsenden Goldbesitzern einen herausragenden Platz ein:

Am stärksten wachsende Goldreserven (2023–2026)

LandZuwachs
Tschechische Republik+144,5 %
Kirgisistan+107,7 %
Polen+59,0 %
Serbien+33,9 %
Brasilien+33,0 %
Ungarn+16,4 %
Hungarian gold reserve precious metals
Quelle: Facebook/Magyar Nemzeti Bank

Polen hat am meisten Gold gekauft

Während die Tschechische Republik den größten prozentualen Anstieg verzeichnete, lag Polen bei den absoluten Kaufmengen an der Spitze und stockte seine Reserven seit 2023 um 211,7 Tonnen auf. Die polnischen Reserven belaufen sich nun auf 570,4 Tonnen, womit Polen weltweit der zwölftgrößte Goldbesitzer ist.

Dem Bericht zufolge entfiel mehr als ein Drittel des gesamten von den untersuchten Ländern erworbenen Goldes allein auf Polen.

Warum halten Länder Goldreserven?

Goldreserven werden oft als Symbol für nationalen Reichtum angesehen, doch Zentralbanken nutzen sie auch aus praktischen finanziellen Gründen. Dem Bericht zufolge halten Länder Gold, weil es folgende Vorteile bieten kann:

  • Liquidität in Zeiten finanzieller Belastungen: Gold kann verkauft oder zur Beschaffung von Finanzmitteln genutzt werden, wenn die Reserven unter Druck geraten.
  • Schutz vor Währungsschwankungen: Gold wird oft als Absicherung angesehen, wenn das Vertrauen in Fiat-Währungen nachlässt.
  • Größere finanzielle Unabhängigkeit: Größere Goldreserven verringern die Abhängigkeit von Fremdwährungen wie dem US-Dollar.
  • Eine langfristige Wertanlage: Im Gegensatz zu vielen anderen Finanzanlagen hat Gold in der Vergangenheit über lange Zeiträume hinweg seine Kaufkraft bewahrt.

Der Bericht nennt die Türkei als Beispiel dafür, wie Reserven aktiv genutzt werden können. Die türkische Zentralbank soll Berichten zufolge in einer Phase, in der ihre Finanzreserven unter Druck standen, 52 Tonnen Gold verkauft haben, was zeigt, dass Gold als strategische Ressource dienen kann, anstatt lediglich in Tresoren zu liegen.

Die Goldpreise sind stark gestiegen

Eine weitere wichtige Erkenntnis ist der dramatische Anstieg der Goldpreise. Der durchschnittliche Goldpreis stieg von 76,9 Millionen US-Dollar pro Tonne im April 2025 auf 156,3 Millionen US-Dollar pro Tonne im April 2026, was einem Anstieg von 103 % entspricht. Infolgedessen verzeichneten selbst Länder, die kein zusätzliches Gold gekauft hatten, einen sprunghaften Wertanstieg ihrer Reserven.

Die Vereinigten Staaten dominieren nach wie vor

Die Vereinigten Staaten sind mit 8.133,5 Tonnen nach wie vor mit Abstand der weltweit größte Goldbesitzer, gefolgt von Deutschland und Italien. Zusammen machen die vier führenden Länder etwa die Hälfte aller weltweiten Goldreserven der Zentralbanken aus.

Was dies für Ungarn bedeutet

Ungarns Überholen Rumäniens stellt einen symbolischen Meilenstein dar, spiegelt aber auch eine regionale Strategie wider. Viele mittel- und osteuropäische Länder haben ihre Goldbestände als Puffer gegen geopolitische Spannungen, Inflation und finanzielle Unsicherheit aufgestockt. Mit Reserven im Wert von mittlerweile rund 12,1 Milliarden US-Dollar ist Gold zu einem immer wichtigeren Bestandteil der nationalen Reservevermögen Ungarns geworden.

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