Versteckte 1 Milliarde Euro? Das ungarische Finanzministerium gibt an, nicht im Haushalt vorgesehene Ausgaben aufgedeckt zu haben:

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Das ungarische Finanzministerium gibt an, bei der Überprüfung des Staatshaushalts 2026 bisher nicht offengelegte Ausgabenverpflichtungen in Höhe von fast 400 Milliarden HUF (1,1 Milliarden Euro) aufgedeckt zu haben, und behauptet, die geerbte Haushaltslage des Landes sei deutlich schlechter als offiziell dargestellt.
Laut Finanzminister András Kármán wurden bei der Überprüfung Ausgaben in Höhe von rund 398–400 Milliarden HUF festgestellt, die in dem unter der vorherigen Regierung verabschiedeten Haushalt nicht berücksichtigt worden waren. Das Ministerium argumentiert, dass das Haushaltsdefizit Ungarns ohne Korrekturmaßnahmen in diesem Jahr 7,5 % des BIP erreicht hätte und auf 8,3 % hätte ansteigen können, falls die erwarteten EU-Wiederaufbaumittel nicht geflossen wären.
Das Ministerium macht Wahlkampfausgaben und versteckte Verpflichtungen dafür verantwortlich
Das Finanzministerium erklärte, der Haushalt 2026 sei ursprünglich mit einem Defizitziel von 3,7 % des BIP entworfen worden. Nach Angaben des Ministeriums wurde dieses Ziel später intern auf 5 % korrigiert, und zum Zeitpunkt des Regierungswechsels prognostizierten die Beamten bereits ein Defizit von 6,8 %.
Die jüngste Prüfung kam zu dem Ergebnis, dass mehrere Faktoren das erwartete Defizit noch weiter in die Höhe getrieben hatten.
Das Ministerium führt einen Großteil der Verschlechterung auf wahlbezogene Ausgaben zurück, die von der Vorgängerregierung eingeführt wurden, darunter die 14. Monatsrente, Wohnbeihilfen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und Steuersenkungen. Insgesamt haben diese Maßnahmen das Defizit schätzungsweise um 1,3 Prozentpunkte des BIPs erhöht.
Außerdem wurden kostspielige Änderungen an großen staatlichen Verträgen angeführt, darunter die 35-jährige Autobahnkonzession, das Eisenbahnprojekt Budapest–Belgrad und der Ausbau des Schienennetzes im Zusammenhang mit dem Industriepark in Iváncsa.
Zusätzliche Verbindlichkeiten in Höhe von fast 400 Milliarden HUF
Über die bereits zuvor festgestellten Belastungen hinaus, ergab die Haushaltsüberprüfung nach Angaben der Behörden weitere Ausgabenverpflichtungen in Höhe von fast 400 Milliarden HUF, die im Haushalt nicht berücksichtigt worden waren. Nach Angaben des Ministeriums gehören dazu:
- 112 Milliarden HUF im Zusammenhang mit einem schlechter als erwartet ausgefallenen Haushaltssaldo der Kommunen;
- 46 Milliarden HUF an zusätzlichen Ausgaben im Gesundheitswesen;
- 56 Milliarden HUF für die Autobahn M49 und andere Straßenbauprojekte;
- 112 Milliarden HUF im Zusammenhang mit Vorauszahlungen an das staatliche Verteidigungsunternehmen N7 Holding;
- 72 Milliarden HUF an Dienstleistungsgebühren für die Raumfahrtindustrie, die an 4iG gezahlt wurden.
Nach Angaben des Ministeriums waren diese Posten zuvor im offiziellen Haushaltsrahmen nicht berücksichtigt worden.
EU-Fördermittel gelten als Schlüssel zur Verbesserung der Aussichten
Die Regierung argumentiert, dass sich die Haushaltsaussichten dank ihrer Vereinbarung mit der Europäischen Union verbessert haben, die ihrer Aussage nach Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität freisetzen wird. Nach Angaben des Ministeriums wird erwartet, dass der Zugang zu diesen Mitteln das diesjährige Defizit um 491 Milliarden Forint senken wird, was etwa 0,5 Prozentpunkten des BIP entspricht – selbst unter Berücksichtigung zusätzlicher Kreditaufnahmen im Rahmen des Programms.
Beamte verwiesen zudem auf die Aufwertung des Forint und die geplante Umstrukturierung bestimmter öffentlicher Einrichtungen als Faktoren, die zur Verbesserung der Haushaltslage beitragen.
Neue Haushaltspläne sollen noch in diesem Jahr vorgelegt werden
Trotz der revidierten Prognosen hat die Regierung bislang noch kein neues offizielles Defizitziel bekannt gegeben. Das Finanzministerium erklärte, es werde Ende August einen überarbeiteten Haushalt für das Jahr 2026 vorlegen, der zusätzliche Maßnahmen zur Senkung des Defizits beinhalte.
Ein Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 wird voraussichtlich im Oktober vorgelegt, zusammen mit einer aktualisierten mittelfristigen Haushaltsstrategie. Nach Angaben der Regierung soll der Plan darauf abzielen, Ungarn bis zum Jahr 2030 unter die 3-Prozent-Defizitgrenze der Europäischen Union zu bringen – eines der wichtigsten Haushaltskriterien für die Einführung des Euro.
Die Einschätzung des Finanzministeriums spiegelt die Position der Regierung zur Lage der öffentlichen Finanzen wider, nachdem diese den von der Vorgängerregierung übernommenen Haushalt überprüft hat. Die vorherige Regierung hat auf die jüngsten Behauptungen nicht reagiert.
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