Geschwindigkeitskontrollen auf dem Wasser an einem der größten Seen Ungarns

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Geschwindigkeitskontrollen auf dem Tisza-See überwachen nun Motorboote und Jetskis, da die ungarische Polizei versucht, das immer beliebter werdende Urlaubsziel für Schwimmer, Paddler und andere Wassersportler sicherer zu machen. Die ungewöhnliche Aktion begann Ende Juni – und in einer seltenen Reaktion auf Geschwindigkeitskontrollen wurde sie von Anwohnern und Tourismusunternehmen begeistert aufgenommen.
Der Tisza-See ist Ungarns zweitgrößter See und sein größter künstlicher Stausee. Er liegt im Osten Ungarns und hat sich zu einem wichtigen Ziel für Bootstouren, Angeln, Kajakfahren und Naturtourismus entwickelt, wobei an belebten Sommerwochenenden Tausende von Wasserfahrzeugen auf und rund um den See zu sehen sind.
Geschwindigkeitskameras am Tisza-See überwachen Boote vom Land und vom Wasser aus
Die Initiative wurde von Oberstleutnant Gergely Illés, dem Leiter der Wasserpolizei der Tisza, bei einer regionalen Sitzung zur öffentlichen Sicherheit im Mai vorgeschlagen. Die Polizeibehörden der drei umliegenden Komitate – Borsod-Abaúj-Zemplén, Jász-Nagykun-Szolnok und Heves – erklärten sich zur Zusammenarbeit bereit, sodass die Kontrollen Ende Juni beginnen konnten.
Einige Beamte bedienen mobile Geschwindigkeitsmessgeräte von kleinen Polizeibooten aus, während andere Geräte auf Stativen an ausgewählten Stellen entlang des Ufers aufstellen. Laut police.hu wird die Wasserpolizei alarmiert, sobald ein Boot mit überhöhter Geschwindigkeit entdeckt wird, und kann den Bootsführer gegebenenfalls mit einem Polizeijetski abfangen.
Der mit der Kontrolle beauftragte Beamte entscheidet, ob der Verstoß eine Geldstrafe nach sich zieht oder ob eine mündliche Verwarnung ausreicht. Nach Angaben der Polizei gilt dieser Ermessensspielraum vor allem für relativ geringfügige Geschwindigkeitsübertretungen, die weiter vom Ufer entfernt begangen werden.
Illés sagte, er habe mit einer gewissen Unterstützung gerechnet, als er den Plan Anfang Juni auf einem Forum zum Wasserverkehr am Strand von Sarud vorstellte. Er war jedoch überrascht, als das Publikum Berichten zufolge mit Jubel reagierte – eine ungewöhnliche Reaktion auf die Einführung von Geschwindigkeitsmessgeräten.
Strenge Vorschriften schützen Schwimmer und Paddler
Die Beschränkungen sind besonders wichtig in Gebieten, in denen schnelle Motorboote und Jetskis große Wellen erzeugen können. Diese können eine Gefahr für Personen darstellen, die Kajaks, Kanus, Paddleboards und andere nicht motorisierte Wasserfahrzeuge nutzen.
Innerhalb von 200 Metern vom Ufer sowie in den Verbindungskanälen des Sees dürfen Wasserfahrzeuge nicht schneller als 10 Kilometer pro Stunde fahren. Wasserfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, deren Leistung vier Kilowatt übersteigt, dürfen nicht in die Becken von Tiszavalk und Poroszló einfahren. Auch gezogene Wassersportgeräte sind auf drei Flussabschnitten verboten.
Die Polizei teilte mit, dass viele Besucher mit diesen besonderen örtlichen Vorschriften nicht vertraut seien, obwohl der Tisza-See in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen habe. Es habe vermehrt Beschwerden über zu schnell fahrende Jetskis und Motorboote gegeben, die kleinere Wasserfahrzeuge störten und übermäßige Wellen verursachten.
Erste Rückmeldungen deuten darauf hin, dass die Kontrollen bereits Wirkung zeigen. Verleihbetriebe, Strandbetreiber und Bürger haben der Polizei mitgeteilt, dass Jetskis und Motorboote offenbar vorsichtiger fahren und weniger Wellen verursachen.
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Bußgelder, Fälle von Trunkenheit am Steuer und Verdacht auf illegale Fischerei
Keiner der Bootsführer, die an den ersten Wochenenden wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen angehalten wurden, hat den Verstoß Berichten zufolge bestritten. Die Polizei hat bislang noch nicht die höchstmögliche Geldstrafe für Geschwindigkeitsüberschreitungen in Höhe von 65.000 HUF verhängt, was nach dem offiziellen Wechselkurs der Ungarischen Nationalbank vom 14. Juli etwa 180 Euro entspricht.
Diese Höchststrafe könnte beispielsweise dann zur Anwendung kommen, wenn ein Motorboot ein Kanu oder Kajak in einem engen Kanal mit der doppelten Geschwindigkeit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 10 Kilometern pro Stunde oder schneller überholt.
Bei den Kontrollen wurden auch weitere mutmaßliche Verstöße aufgedeckt. Gegen sechs Personen, die im Verdacht stehen, Wasserfahrzeuge unter Alkoholeinfluss geführt zu haben, wurden Verfahren eingeleitet. Die Polizei meldete zudem drei mutmaßliche illegale Angler, denen vorgeworfen wird, in einem Schutzgebiet nahe der Einlaufschleuse des Hauptkanals von Jászság gefischt zu haben.
Geschwindigkeitsüberschreitungen sind nicht der häufigste Grund für Strafen auf dem See. Nach Angaben der Polizei ist das Fehlen von Schwimmwesten nach wie vor der häufigste Verstoß, der mit einer Geldstrafe von 24.000 HUF (etwa 67 Euro) geahndet wird. Kinder unter 14 Jahren müssen zudem beim Benutzen eines Stand-up-Paddleboards eine Schwimmweste tragen.
Die Polizei plant, die Geschwindigkeitskontrollen mit Radarkameras auf dem Tisza-See an ausgewählten Sommerwochenenden fortzusetzen. Über die reine Durchsetzung hinaus nutzen die Beamten das Projekt, um die effektivsten Überwachungsstandorte zu ermitteln und praktische Erfahrungen mit einer Form der Geschwindigkeitskontrolle zu sammeln, die auf ungarischen Gewässern noch relativ neu ist.
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