Einige Ungarn versuchen, Krebs mit Entwurmungsmitteln für Tiere zu behandeln: Das sagt der Gesundheitsbeauftragte dazu

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Ungarns oberster Gesundheitsbeauftragter hat davor gewarnt, dass manche Menschen tiermedizinische Entwurmungsmittel, die Ivermectin oder Fenbendazol enthalten, zur Behandlung von Krebs einsetzen. Er betonte, dass diese Produkte nicht für die Anwendung am Menschen zugelassen sind, keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung gegen Krebs haben und die Gesundheit sowie die Heilungschancen der Patienten ernsthaft gefährden können.

Die Erklärung, die am Mittwoch von der obersten Gesundheitsbeauftragten Beatrix Oroszi abgegeben wurde, wurde zum Schutz von Krebspatienten veröffentlicht, nachdem sich in den sozialen Medien und in der Presse unverantwortliche Behauptungen verbreitet hatten, in denen tiermedizinische Antiparasitika als Behandlungsmittel für Krebserkrankungen beim Menschen beworben wurden.

Die Warnung folgt auf die Enthüllung des Fitnessunternehmers Norbert Schobert in einem Interview auf dem YouTube-Kanal „Jeszenszky-kaland“, in dem er berichtete, dass er die Krebsbehandlung seiner Frau, Réka Rubint, mit einem für Hunde und Katzen bestimmten Entwurmungsmittel ergänzt habe. Schobert erklärte, er habe das Tierarzneimittel in einer Tierapotheke gekauft und es seiner Frau verabreicht.

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für die behauptete Wirksamkeit bei der Krebsbehandlung

Oroszi räumte ein, dass Krebspatienten und ihre Familien sich oft in einer besonders schutzbedürftigen Lage befinden und natürlich jede mögliche Behandlungsoption in Betracht ziehen möchten. Sie betonte jedoch, dass Entscheidungen im Gesundheitswesen ausschließlich auf glaubwürdigen, wissenschaftlich belegten Erkenntnissen beruhen sollten und nicht auf unbegründeten Behauptungen, die im Internet kursieren.

Nach Angaben der medizinischen Leiterin liegen derzeit keine Ergebnisse klinischer Studien vor, die belegen, dass Ivermectin oder Fenbendazol sicher oder wirksam zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden können. Daher ist keiner der beiden Wirkstoffe in den von ungarischen oder internationalen onkologischen Leitlinien empfohlenen Krebstherapien enthalten.

Sie betonte zudem, dass Tierarzneimittel nicht für die Anwendung am Menschen zugelassen sind und bei Einnahme durch Menschen ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen können.

Das Aufschieben einer bewährten Behandlung kann die Überlebenschancen verringern

In der Erklärung wurde ferner davor gewarnt, dass das Aufschieben oder Unterbrechen einer evidenzbasierten Krebsbehandlung zugunsten unbewiesener Alternativen die Heilungschancen eines Patienten erheblich verringern könnte. Oroszi warnte zudem davor, sich auf persönliche Erfahrungsberichte und individuelle Genesungsgeschichten zu verlassen, die in sozialen Medien geteilt werden, und wies darauf hin, dass solche Berichte keine wissenschaftlichen Beweise darstellen.

„Die Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels oder einer Behandlung kann nur durch ordnungsgemäß konzipierte klinische Studien nachgewiesen werden“, sagte sie.

Patienten werden dringend gebeten, ihren Arzt zu konsultieren

Die Chief Medical Officer forderte Krebspatienten und ihre Angehörigen nachdrücklich auf, ihren behandelnden Arzt zu konsultieren, bevor sie ein neues Produkt einnehmen oder eine alternative Therapie ausprobieren. Sie wies darauf hin, dass der behandelnde Arzt mit dem Gesundheitszustand des Patienten, der laufenden Behandlung und den potenziellen Risiken vertraut sei und daher die einzige Person sei, die verantwortungsvolle, individuell abgestimmte medizinische Beratung leisten könne.

Oroszi fügte hinzu, dass zuverlässige Gesundheitsinformationen von medizinischen Fachkräften, zuständigen Behörden und anerkannten Fachverbänden stammen sollten, die ihre Empfehlungen alle auf wissenschaftliche Erkenntnisse, klinische Leitlinien und kontinuierlich ausgewertete medizinische Erfahrungen stützen.

Warnung an Medien und Online-Influencer

Die Chief Medical Officer forderte zudem die Medien, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Ersteller von Online-Inhalten auf, bei der Diskussion gesundheitsbezogener Themen besondere Verantwortung zu zeigen. Sie warnte davor, dass wissenschaftlich unbegründete Behauptungen, die ein breites Publikum erreichen, die Entscheidungen von Patienten beeinflussen, falsche Hoffnungen wecken und letztendlich die sichere Patientenversorgung gefährden könnten.

Oroszi fügte hinzu, dass die ungarischen Gesundheitsbehörden Falschinformationen im Gesundheitsbereich weiterhin genau beobachten und alle verfügbaren fachlichen und rechtlichen Mittel einsetzen werden, um Patienten zu schützen.

„Die Sicherheit von Krebspatienten ist eine gemeinsame Verantwortung. Unser vorrangiges Ziel ist es, sicherzustellen, dass jeder Patient Behandlungen und Informationen erhält, deren Wirksamkeit und Sicherheit durch wissenschaftliche Erkenntnisse belegt sind“, erklärte die Chief Medical Officer.

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