Die ungarische Donau erreicht historischen Tiefstand: Rekordtiefe Wasserstände und Wasserknappheit geben Anlass zur Sorge

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Ungarn sieht sich mit einer sich verschärfenden Wasserknappheit konfrontiert: Die Donau hat in Baja ihren niedrigsten jemals gemessenen Pegelstand erreicht, womit ein neuer Negativrekord aufgestellt wurde und die zunehmenden Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit deutlich werden.
Nach Angaben der offiziellen ungarischen Wasserwirtschaftsbehörde betrug der Wasserstand des Flusses am Donnerstagmorgen in Baja nur noch 25 Zentimeter und unterbot damit den bisherigen Tiefststand von 27 Zentimetern. Auch die Stadt Baja bestätigte diesen Messwert und wies darauf hin, dass der ungewöhnlich niedrige Wasserstand die Flussufer drastisch verbreitert und dazu geführt hat, dass sich das Wasser entlang des Sugovica-Arms der Donau zurückgezogen hat.
Prognostiker gehen davon aus, dass sich die Lage zunächst verschlechtern wird, bevor eine Besserung eintritt; die Wasserstände sollen am Freitag und Samstag auf etwa 21 Zentimeter sinken, bevor eine leichte Erholung einsetzt.
Historische Tiefststände in ganz Ungarn
Laut Telex beschränken sich die extrem niedrigen Wasserstände nicht nur auf Baja. In Esztergom ist der Pegel der Donau an der offiziellen Messstelle unter Null gesunken und lag sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag bei –11 Zentimetern.
In Budapest lag der Wasserstand bei nur 41 Zentimetern, während in Paks –95 Zentimeter gemessen wurden – nur zwei Zentimeter über dem historischen Tiefststand. Die anhaltende Dürre hat weite Teile Ungarns erfasst, wobei sowohl Flüsse als auch Seen unter außergewöhnlich niedrigen Wasserständen leiden.
Strand wird geschlossen und Kriegsschiffwrack taucht wieder auf
Der sinkende Wasserstand der Donau hat in Baja bereits sichtbare Folgen gehabt. Der beliebte Strand der Stadt am Flussufer wurde geschlossen, da der Wasserstand unter das für das Schwimmen als sicher geltende Mindestniveau gefallen ist.
Unterdessen hat der ungewöhnlich niedrige Wasserstand erneut einen Teil eines Schiffswracks freigelegt, das vor mehr als 80 Jahren in der Donau versunken war. Die Überreste kommen oft in besonders trockenen Sommern zum Vorschein und erinnern eindrucksvoll daran, wie weit sich der Fluss zurückgezogen hat.
Warmer Fluss gibt Anlass zur Sorge für Ungarns Kernkraftwerk
Der niedrige Wasserstand ist nicht die einzige Sorge. In der Nähe des Kernkraftwerks Paks ist zudem die Temperatur der Donau deutlich gestiegen. Die am Mittwoch durchgeführten Messungen ergaben einen Wert von 25,2 °C, womit der Schwellenwert überschritten wurde, ab dem das Kraftwerk gemäß den geltenden Vorschriften die Behörden innerhalb von vier Stunden benachrichtigen muss.
Die Betriebsgrenze des Kraftwerks liegt bei 30 °C, was bedeutet, dass der Betrieb weiterhin normal läuft; Experten beobachten die Lage jedoch aufmerksam, da die Hitzewelle anhält.
Die Wasserknappheit erstreckt sich über die Donau hinaus
Die Wasserkrise in Ungarn betrifft auch die Seen des Landes. Der Velence-See hat angesichts der anhaltenden Trockenperiode weiterhin neue Negativrekorde aufgestellt, während der durchschnittliche Wasserstand des Plattensees auf nur noch 64 Zentimeter gesunken ist.
Der niedrige Wasserstand an Ungarns größtem See hat bereits praktische Konsequenzen nach sich gezogen. Die Organisatoren der renommierten Segelregatta „Blue Ribbon“ (Kékszalag) sahen sich kürzlich aufgrund der geringen Wassertiefe gezwungen, die Strecke zu verkürzen.
Entlastung dürfte noch auf sich warten lassen
Obwohl die Wasserwirtschaftsbehörden nach dem Wochenende einen leichten Anstieg des Donauwasserstands erwarten, werden keine nennenswerten Niederschläge vorhergesagt, die die Lage wesentlich verbessern würden.
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