Budapest startet einmonatige Polizeikampagne trotz eines Mangels von mehr als 2.000 Beamten

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Budapest startet eine einmonatige Operation zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, die verstärkte Polizeipatrouillen und koordinierte Durchsetzungsmaßnahmen in der gesamten Stadt vorsieht, obwohl ein Mangel an mehr als 2.000 Polizeibeamten besteht.
Das Budapester Polizeipräsidium (BRFK) kündigte die umfassende Aktion an, nachdem es Rückmeldungen aus der Bevölkerung, Kriminalitätstrends sowie Konsultationen mit den Bezirksverwaltungen ausgewertet hatte. Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis um die öffentliche Sicherheit, nachdem mehrere Bezirksbürgermeister kürzlich dringende Maßnahmen gefordert hatten, um gegen Kriminalität, asoziales Verhalten und die sich verschlechternden Zustände in Teilen der Hauptstadt vorzugehen.
Mehr Polizeibeamte auf den Straßen
Im Laufe des nächsten Monats wird die Polizei in mehreren Stadtteilen Budapests verstärkte Streifengänge im öffentlichen Raum sowie gemeinsame Kontrollen durchführen. Die Aktion erfolgt in Zusammenarbeit zwischen:
- Bezirkspolizeipräsidien,
- der Abteilung für öffentliche Ordnung der BRFK,
- der Verkehrspolizei,
- der Einsatzpolizei,
- die Budapester Stadtpolizei,
- freiwillige Zivilschutzkräfte,
- sowie weitere Partnerorganisationen.
Nach Angaben der Polizei werden sich die Beamten auf die Orte konzentrieren, die am stärksten von Problemen der öffentlichen Sicherheit betroffen sind, mit dem Ziel, Straftaten rasch zu unterbinden, gesuchte Personen aufzuspüren, Drogenkriminalität zu bekämpfen und die schwerwiegendsten Verkehrsverstöße zu ahnden.
Die Polizei räumt einen gravierenden Personalmangel ein
Die BRFK teilte mit, dass ihr neuer Leiter sein Amt mit einem Personalmangel von 2.020 Beamten antrat, was es zunehmend erschwere, die öffentliche Sicherheit in der gesamten Hauptstadt aufrechtzuerhalten.
Das Staatssekretariat für Strafverfolgung des Innenministeriums fügte hinzu, dass sich das Personalproblem landesweit erstrecke und derzeit in ganz Ungarn 8.992 Polizeistellen unbesetzt seien. Zur Unterstützung der verstärkten Maßnahmen seien zusätzliche Mittel bereitgestellt worden, um die Überstunden der an der einmonatigen Kampagne beteiligten Beamten zu decken, teilte das Ministerium mit.

Bei früheren Einsätzen kam es zu Hunderten von Festnahmen
Die Polizei verwies auf jüngste Durchsetzungskampagnen als Beweis dafür, dass gezielte Einsätze Ergebnisse liefern können. In Kelenföld, wo seit sechs Wochen rund um den Bahnhof und in nahegelegenen belebten Bereichen verstärkte Polizeipräsenz herrscht, haben die Beamten folgende Maßnahmen durchgeführt:
- 3.630 polizeiliche Maßnahmen
- 97 Festnahmen, darunter Verdächtige, die wegen Diebstahls, ordnungswidrigen Verhaltens und Drogendelikten gesucht wurden
- 30 Personen in Gewahrsam genommen
- Bußgelder in Höhe von mehr als 1,5 Millionen HUF, die vor Ort verhängt wurden oder als Verwaltungsstrafen festgesetzt wurden
Unterdessen führte eine gemeinsame Aktion im Umfeld von Rákosrendező, an der die Polizeikräfte des 13. und 14. Bezirks sowie städtische Ordnungsbeamte beteiligt waren, zu folgenden Ergebnissen:
- sechs gesuchte Personen wurden festgenommen,
- sieben Personen wurden wegen illegaler Hausbesetzung festgenommen,
- vier Verdächtige wurden in Verwaltungshaft genommen,
- sowie die Festnahme mutmaßlicher Drogendealer, die vermutlich in der Nähe der Tatai-Straße die als „Crystal“ bekannte synthetische Droge verkauft hatten.
Regierung und Stadtverwaltung sind sich einig, dass das Problem über die Polizeiarbeit hinausgeht
Die Mitteilung der Polizei folgt auf die Regierungspressekonferenz vom Donnerstag, bei der Ministerpräsident Péter Magyar bestätigte, dass in den Innenstadtbezirken von Budapest eine 30-tägige verstärkte Polizeiaktion beginnen werde.
Magyar räumte ein, dass viele Probleme der öffentlichen Sicherheit auf Obdachlosigkeit, Sucht und umfassendere gesellschaftliche Herausforderungen zurückzuführen sind, und erklärte, die Regierung werde auch das Ministerium für Soziales und Familienangelegenheiten einbeziehen, damit schutzbedürftige Menschen neben den Strafverfolgungsmaßnahmen auch professionelle Unterstützung erhalten.
Der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony äußerte sich in ähnlicher Weise und argumentierte, dass viele der Probleme, mit denen die Einwohner konfrontiert sind, ihre Ursachen eher in sozialen Fragen als allein in der Polizeiarbeit haben.
Anfang dieser Woche forderten die Bürgermeister der Budapester Bezirke 1, 6, 8 und 9 gemeinsam das Rathaus auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, und warnten, dass sich die Einwohner zunehmend unsicher fühlten, da Probleme im sozialen Bereich, im Bereich der psychischen Gesundheit und der öffentlichen Ordnung immer sichtbarer würden.

Langfristige Präsenz statt einmaliger Einsätze
Die BRFK erklärte, das Ziel bestehe nicht lediglich darin, kurzfristige Razzien durchzuführen, sondern eine vorhersehbare und koordinierte Polizeipräsenz zu etablieren, die sowohl die öffentliche Sicherheit als auch das Sicherheitsgefühl der Anwohner langfristig verbessern könne.
Die Polizei fügte hinzu, dass die Wirksamkeit der Maßnahmen kontinuierlich bewertet werde und weitere Schritte in Absprache mit den Bezirksgemeinden und Partnerorganisationen beschlossen würden.
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