Ungarn stellt 10-Milliarden-Euro-Modernisierungsprogramm für das Eisenbahnnetz vor: Neue Züge, Flughafenanbindung und schnellere Fahrzeiten versprochen!

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Die ungarische Regierung hat ein Programm vorgestellt, das sie als eines der größten Eisenbahnausbauprogramme in der Geschichte des Landes bezeichnet, und stellt bis 2035 rund 3.550 Milliarden HUF (9,8 Milliarden Euro) für die Modernisierung des nationalen Schienennetzes bereit.

Ministerpräsident Péter Magyar und Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy stellten am Mittwoch am Bahnhof Rákospalota-Újpest in Budapest den „Baross-Gábor-Eisenbahnentwicklungsplan“ vor.

Nach Angaben der Regierung soll das Programm den jahrzehntelangen Investitionsrückstand aufholen, die Zuverlässigkeit verbessern, den Fahrzeugpark modernisieren und die Bahn zu einer wettbewerbsfähigeren Alternative zum Auto machen.

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Dávid Vitézy und Péter Magyar bei der Pressekonferenz. Foto: MTI

Die Eisenbahn gilt als nationale strategische Priorität

Bei der Vorstellung des Programms erklärte Magyar, der Ausbau des Schienenverkehrs sei nicht lediglich eine Frage der Verkehrspolitik, sondern eine Angelegenheit von nationaler strategischer Bedeutung, die sich auf die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, die regionale Entwicklung, die Mobilität der Arbeitskräfte und die internationalen Verbindungen Ungarns auswirke.

Er argumentierte, dass Investitionen in den Schienenverkehr zu einem langfristigen nationalen Projekt werden sollten, das über einzelne Legislaturperioden hinausreiche, und wies darauf hin, dass viele europäische Länder dem Schienenverkehr aufgrund seiner ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile zunehmend Priorität einräumen.

Der Ministerpräsident kritisierte zudem den Kurs der Vorgängerregierung und erklärte, Ungarn müsse nach Jahren der Vernachlässigung nun den Rückstand aufholen.

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Verkehrs- und Investitionsminister Dávid Vitézy und Ministerpräsident Péter Magyar. Foto: Facebook/Vitézy Dávid

Sechs Prioritäten für das ungarische Schienennetz

Der Baross-Gábor-Plan stützt sich auf sechs Hauptziele:

  • schnellere und zuverlässigere Bahnverbindungen zu jedem Kreisstadtzentrum;
  • Erhaltung und Modernisierung regionaler Bahnstrecken;
  • Ausbau des S-Bahn-Netzes rund um Budapest und die größeren Provinzstädte;
  • die Stärkung der Zusammenarbeit mit Budapest bei Verkehrsprojekten;
  • Erhöhung der Kapazitäten im Schienengüterverkehr zur Entlastung des Straßenverkehrs; sowie
  • Verbesserung der internationalen Bahnverbindungen.

Zu den längerfristigen Zielen zählen die Vorbereitungen für eine Bahnverbindung zum Flughafen Budapest, weitere Studien zum Hochgeschwindigkeitsbahnverkehr sowie eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern, einschließlich des geplanten Visegrád-Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes.

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Illustration. Foto: depositphotos.com

Neue InterCity-Züge, HÉV-Flotte und Modernisierung von Bahnhöfen

Eines der Kernstücke des Programms ist die Erneuerung des veralteten ungarischen Fahrzeugparks.

Die Regierung plant die Anschaffung von mindestens 35 neuen InterCity-Zügen und 42 neuen HÉV-Nahverkehrszügen, während unverzüglich mit den Vorbereitungen für die umfassende Sanierung der zehn verkehrsreichsten Bahnhöfe Ungarns begonnen wird.

Das Programm zielt zudem darauf ab, zahlreiche dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzungen aufzuheben, die Bahnkapazitäten zu erweitern, die digitalen Fahrgastdienste zu verbessern und die Fahrpläne von Zügen und Bussen besser aufeinander abzustimmen.

Laut den bei der Veranstaltung vorgestellten offiziellen Zahlen:

  • beträgt das Durchschnittsalter der ungarischen Schienenfahrzeuge 43 Jahre;
  • fast die Hälfte aller Sitzplätze im Schienenverkehr verfügt über keine Klimaanlage;
  • rund 40 % des Schienennetzes unterliegen Geschwindigkeitsbeschränkungen; und
  • etwa ein Viertel des Rollmaterials der Ungarischen Staatsbahn (MÁV) ist derzeit außer Betrieb.

Ziel der Regierung ist es, das Durchschnittsalter der Züge deutlich zu senken, die Zuverlässigkeit zu verbessern und schließlich auf den Hauptstrecken eine durchschnittliche Geschwindigkeit von mindestens 100 km/h von Bahnhof zu Bahnhof zu erreichen.

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Foto: BKK

Projekte nehmen bereits Gestalt an

Zwar stellte die Regierung den Plan als neue langfristige Strategie vor, doch viele der vorgeschlagenen Projekte wurden bereits zuvor von Verkehrsminister Dávid Vitézy erörtert.

Zu den erwarteten Entwicklungen gehören:

  • neue Tram-Train-Strecken im Raum Miskolc und Debrecen;
  • die Modernisierung der Eisenbahnstrecken Budapest–Szeged, Budapest–Miskolc und Budapest–Lajosmizse;
  • den Ausbau des Abschnitts Szabadbattyán–Lepsény in Richtung Plattensee;
  • Verbesserungen am Korridor Budapest–Wien;
  • weitere Planung für die geplante Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Warschau–Prag–Bratislava–Budapest; sowie
  • Ersatz der veralteten HÉV-Züge, die Szentendre, Ráckeve und Csepel bedienen.

Es wird zudem erwartet, dass im Rahmen des Programms mehrere zuvor ausgesetzte Eisenbahnprojekte im Umkreis von Budapest wieder aufgenommen werden.

Finanzierung aus EU-Mitteln und internationalen Finanzierungsquellen

Laut Vitézy soll das Budget des Programms in Höhe von 3.550 Milliarden HUF aus verschiedenen Quellen stammen. Der aktuelle Finanzierungsplan umfasst:

  • 1.100 Milliarden HUF aus den EU-Kohäsionsfonds;
  • 700 Milliarden HUF aus der EU-Fazilität für Wiederaufbau und Resilienz (RRF);
  • 400 Milliarden HUF an Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB);
  • 400 Milliarden HUF durch konzessionsbasierte Investitionen; sowie
  • 950 Milliarden HUF, die für Projekte im EU-Finanzierungszyklus 2028–2034 vorgesehen sind.

Nach Angaben der Regierung zielt das Programm nicht lediglich auf die Umsetzung einzelner Infrastrukturprojekte ab, sondern auf die Schaffung eines schnelleren, zuverlässigeren und passagierorientierten Eisenbahnsystems, das bis 2035 mit dem Straßenverkehr konkurrieren kann.

Falls Sie es verpasst haben: In Ungarn verkehren die ältesten Züge Europas: Verkehrsminister Vitézy macht jahrelange Vernachlässigung dafür verantwortlich

Das Video der Pressekonferenz können Sie sich unten ansehen:

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