So lange könnte es dauern, bis das ungarische Kernkraftwerk Paks nach einer beispiellosen Abschaltung wieder in Betrieb genommen wird

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Die Wiederinbetriebnahme des ungarischen Kernkraftwerks Paks könnte bis zu einer Woche dauern, sollten alle vier Reaktorblöcke gleichzeitig abgeschaltet werden, so der stellvertretende Geschäftsführer für technische Angelegenheiten des Kraftwerks. Diese beispiellose Situation wird aufgrund des rekordtiefen Wasserstands der Donau erwartet, der die Verfügbarkeit von Kühlwasser eingeschränkt hat.
Im Gespräch mit der Ungarischen Nachrichtenagentur (MTI) erklärte László Nagy, dass die Abschaltung eines einzelnen Reaktors zwar ein relativ unkomplizierter Vorgang sei, die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks jedoch deutlich komplexer werde, wenn alle vier Blöcke bereits seit Wochen außer Betrieb seien.
Eine Situation, wie sie in Paks noch nie zuvor aufgetreten ist
Nagy erklärte, dass Reaktorabschaltungen und -wiederinbetriebnahmen in Paks Routine seien, da jeder der vier Blöcke des Kraftwerks etwa einmal im Jahr für planmäßige Wartungsarbeiten und die Brennelementwechsel vom Netz genommen werde.
Allerdings ist dies noch nie bei allen vier Reaktoren gleichzeitig vorgekommen.
Unter normalen Umständen liefern die verbleibenden in Betrieb befindlichen Reaktoren den Dampf, der zum Wiederaufheizen der Anlagen im wieder in Betrieb genommenen Reaktor benötigt wird. Dieser Vorgang dauert in der Regel ein bis zwei Tage, bevor der Reaktor mit dem physikalischen Anfahren beginnen kann; anschließend dauert es weitere ein bis zwei Tage, bis der Block seine volle Erzeugungskapazität erreicht hat.
Sind jedoch alle Reaktoren abgekühlt, steht kein benachbarter Reaktor zur Verfügung, der Hilfsdampf liefern könnte, was die Wiederinbetriebnahme des ersten Reaktors wesentlich komplizierter und deutlich langsamer macht.

Externer Strom zur Beheizung des ersten Reaktors erforderlich
Nagy erinnerte daran, dass bei der ersten Inbetriebnahme des Kraftwerks spezielle Kessel zum Anfahren des ersten Reaktors verwendet wurden. Nach der geplanten Abschaltung wird das Kraftwerk diesmal stattdessen seine eigenen vorhandenen Anlagen in Verbindung mit extern geliefertem Strom nutzen, um den ersten Reaktor auf die erforderliche Betriebstemperatur zu bringen.
Sobald der Reaktor die erforderliche Temperatur erreicht hat, kann das standardmäßige Anfahrverfahren beginnen. Laut Nagy könnte der gesamte Prozess der Wiederinbetriebnahme des ersten Blocks und der Wiederaufnahme des Betriebs bis zu einer Woche dauern.
Die Wiederinbetriebnahme hängt vom Wasserstand der Donau ab
Selbst wenn es im Einzugsgebiet der Donau zu starken Regenfällen kommt, kann der Wiederinbetriebnahmeprozess nicht sofort beginnen. Nagy betonte, dass das Kraftwerk erst dann mit der Wiedererwärmung der Anlagen beginnen kann, wenn am Standort Paks selbst ausreichend Kühlwasser zur Verfügung steht. Solange die Donau keinen ausreichenden Wasserstand erreicht hat, kann das Wiederinbetriebnahmeverfahren noch nicht einmal beginnen.
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Schrittweise Abschaltung wird für nächste Woche erwartet
Aufgrund der aktuellen Wasserstandsprognosen wird erwartet, dass einer der beiden noch in Betrieb befindlichen Reaktoren am Sonntagabend mit einer schrittweisen Abschaltung beginnt. Ab Montag dürfte nur noch ein Reaktor in Betrieb bleiben, und selbst dieser wird voraussichtlich unterhalb seiner Nennleistung laufen, da nur eine der acht Pumpen, die Kühlwasser aus der Donau zuführen, in Betrieb bleiben wird.
Der aktuellen Prognose zufolge wird die Leistung des letzten in Betrieb befindlichen Reaktors dann schrittweise reduziert, bevor er etwa Mitte nächster Woche vollständig abgeschaltet wird.
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