Hat die einzige ungarische Filiale der russischen Kette „Mere“ plötzlich geschlossen? Fragen zur Zukunft der Discounterkette

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Die einzige ungarische Filiale des russischen Ultra-Discounter-Unternehmens „Mere“ hat unerwartet geschlossen, was bei Kunden und Beobachtern Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft des ungarischen Geschäftsbetriebs der umstrittenen Kette ausgelöst hat.

Laut Világgazdaság ist die Filiale, die im Dezember 2025 unter dem Namen „Basket Plus“ im 18. Bezirk von Budapest eröffnet wurde, derzeit als vorübergehend geschlossen aufgeführt. Es bleibt jedoch unklar, ob es sich bei der Schließung lediglich um eine technische Unterbrechung handelt oder ob sie das Ende des kurzen ungarischen Abenteuers des Einzelhändlers bedeutet.

Das Unternehmen, das die Filiale betreibt, hat bislang keine öffentliche Erklärung abgegeben. Versuche, Kontakt mit der Filiale und ihrem Betreiber, der TS Retail Kft., aufzunehmen, blieben bislang erfolglos.

Basket Plus verschwindet vom ungarischen Markt – zumindest vorerst

Die von Russland unterstützte Mere-Kette hatte bereits vor ihrem Eintritt in den ungarischen Markt große Aufmerksamkeit auf sich gezogen; der Ultra-Discounter wurde gelegentlich als potenzieller Konkurrent etablierter Ketten wie Lidl und Aldi bezeichnet. Der ungarische Betrieb wurde schließlich unter dem Namen „Basket Plus“ eröffnet, nachdem er zunächst unter dem leicht abweichenden Namen „Basket Plus“ aufgetreten war.

Die Filiale in der Besence-Straße in Budapest war Berichten zufolge noch wenige Tage vor ihrer unerwarteten Schließung in Betrieb. Google listet das Geschäft derzeit als „vorübergehend geschlossen“ auf, während es keine öffentlich zugänglichen Hinweise auf eine offizielle Entscheidung gibt, die die Schließung anordnet.

Auch die Aktivitäten des Geschäfts in den sozialen Medien sind eingestellt worden. Das Profil wurde zuvor fast täglich aktualisiert, meist mit Produktangeboten, doch seit dem 1. August gibt es keine neuen Beiträge mehr.

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Eine
Filiale der russischen Discounterkette MERE. Foto: mere.ws

Die plötzliche Schließung hat unter den Kunden in den sozialen Medien zu Spekulationen geführt. Einige Kommentatoren behaupten, das Geschäft bereite sich auf eine Wiedereröffnung vor, während andere vermuten, dass die Mitarbeiter bereits entlassen worden seien und die Schließung daher dauerhaft sein könnte. Keine dieser Behauptungen wurde unabhängig bestätigt.

Im Internet gibt es zudem Vermutungen, dass betriebliche oder produktbezogene Probleme zur Schließung beigetragen haben könnten. Derzeit liegen jedoch keine öffentlich zugänglichen offiziellen Informationen vor, die solche Behauptungen stützen. Bekannt ist, dass die „Basket Plus“-Filiale im Dezember 2025 eröffnet wurde und ursprünglich eine weitere Expansion in Ungarn geplant war.

Das hinter dem Geschäft stehende Unternehmen verzeichnete einen erheblichen Verlust

Die Finanzergebnisse der TS Retail Kft., des Betreibers des Geschäfts, liefern ein weiteres interessantes Puzzleteil. Laut einem Bericht von „Világgazdaság“ sind die Jahresabschlüsse des Unternehmens für das Jahr 2025 kürzlich veröffentlicht worden. Daraus geht hervor, dass der Umsatz von null im vorangegangenen Geschäftsjahr auf 202,2 Millionen HUF im Jahr 2025 gestiegen ist, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen eine umfangreiche Geschäftstätigkeit aufgenommen hatte.

Allerdings reichten diese Umsätze bei weitem nicht aus, um die Kosten zu decken. TS Retail verzeichnete im Jahr 2025 einen Verlust nach Steuern in Höhe von 301,7 Millionen HUF, verglichen mit einem Verlust von 187,3 Millionen HUF im Jahr zuvor. Der Verlust stieg somit innerhalb eines Jahres um rund 61 %.

Zwei wesentliche Ausgabenkategorien stechen besonders hervor. Die Materialkosten stiegen von 18,8 Millionen HUF auf 213,3 Millionen HUF, während die Personalkosten von 166,1 Millionen HUF auf 279 Millionen HUF anstiegen – ein Anstieg um rund 68 %.

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Die Discounterkette in Serbien. Foto: depositphotos.com

Bemerkenswert ist, dass allein die Personalkosten den gesamten Jahresumsatz des Unternehmens um rund 77 Millionen HUF überstiegen. Zusammen beliefen sich die Material- und Personalkosten auf fast 492,3 Millionen HUF, verglichen mit einem Umsatz von 202,2 Millionen HUF.

Auch die Abschreibungen stiegen von 1,3 Millionen HUF auf 3,8 Millionen HUF, während die sonstigen Aufwendungen von 20.000 HUF auf 652.000 HUF zunahmen. Auch die Finanzaufwendungen stiegen deutlich an und erreichten 7,4 Millionen HUF. Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2025 durchschnittlich 26 Mitarbeiter, verglichen mit 18 im Vorjahr, was den Anstieg der Personalkosten teilweise erklärt.

Insgesamt verzeichnete TS Retail einen operativen Verlust von 294,6 Millionen HUF. Nach Berücksichtigung der Finanzposten schloss das Unternehmen das Jahr mit einem Verlust nach Steuern in Höhe von 301,7 Millionen HUF ab.

Ist die Expansion von Mere in Ungarn in Schwierigkeiten?

Die Zahlen allein beweisen nicht, dass die „Basket Plus“-Filiale endgültig schließt. Die Filiale war erst seit Dezember in Betrieb, was bedeutet, dass das Jahr 2025 erst den Anfang ihrer Geschäftstätigkeit darstellt. Gleichzeitig zeigen die Bilanzen, dass das Unternehmen erhebliche Verluste verzeichnete, während der Umsatz noch relativ bescheiden war.

Zuvor war das Unternehmen mit Plänen für eine weitere Expansion in Verbindung gebracht worden; Berichten zufolge sollten innerhalb eines Jahres bis zu zehn weitere ungarische Filialen eröffnet werden. Derzeit gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung dafür, dass diese Pläne aufgegeben wurden.

Die derzeitige Schließung könnte noch vorübergehend sein. Doch solange der Betreiber keine Erklärung abgibt, wirft das plötzliche Verschwinden der einzigen ungarischen Filiale von Mere Fragen hinsichtlich der Zukunft der russischen Discounterkette auf dem ungarischen Markt auf.

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