Budapests lang erwartete U-Bahn-Erweiterung kommt endlich in Gang: Dutzende Häuser stehen ihr im Weg

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Budapests seit langem diskutierter Plan zur Verlängerung der U-Bahn-Linie 3 könnte nun endlich in die Bauphase übergehen, da die Stadt derzeit die bestehenden Pläne für einen neuen Abschnitt bis nach Rákospalota-Újpest prüft. Bevor jedoch mit den Arbeiten begonnen werden kann, müssen rund 24 Grundstücke – die meisten davon Wohngebäude – erworben werden, während das Projekt einem engen Zeitplan unterliegt und vor einer ungewöhnlichen Herausforderung steht: Die Verlängerung müsste zunächst mit den bestehenden, in Russland gebauten Zügen der Linie bedient werden.

Die Pläne zur Verlängerung der M3 stehen wieder auf der Tagesordnung

Das Budapester Verkehrsamt (BKK) hat mit der Überprüfung der bestehenden Pläne für die Verlängerung der U-Bahn-Linie 3 von Újpest-Központ in Richtung Rákospalota-Újpest begonnen. Im Rahmen dieser Überprüfung wird untersucht, wie die rund 1,9 Kilometer lange Verlängerung gebaut werden könnte, wie das Projekt in Phasen unterteilt werden könnte, wie lange die Bauarbeiten dauern könnten und welche Risiken dem Vorhaben im Wege stehen könnten.

Die U-Bahn-Linie 3 erreichte Újpest-Központ vom Stadtzentrum aus im Jahr 1990. Trotz früherer Pläne, die Linie in Richtung Káposztásmegyer fortzusetzen, wurde die Verlängerung nie realisiert.

Das Projekt steht nun im Rahmen des „Baross-Gábor-Eisenbahnentwicklungsplans“ der Regierung wieder auf der Tagesordnung. In der ersten Phase soll die Linie bis zum Bahnhof Rákospalota-Újpest verlängert werden.

Zwei neue Bahnhöfe könnten die Verkehrsanbindung im Norden Budapests grundlegend verändern

Den vorliegenden Plänen zufolge würde der neue Abschnitt in der Nähe der Árpád út 119, am Ende des bestehenden Untergrundbauwerks, beginnen und sich über eine Länge von etwa 1,9 Kilometern erstrecken. Es sollen zwei neue Bahnhöfe entstehen: einer in der Nähe der Rózsa-Straße und ein weiterer am Bahnhof Rákospalota-Újpest.

Letzterer könnte für Pendler von besonderer Bedeutung sein, da er Anschlüsse an die Bahnstrecken Budapest–Vác–Szob und Budapest–Veresegyház–Vác schaffen würde. Fahrgäste aus den nördlichen Vororten könnten somit in Újpest in die Linie M3 umsteigen, anstatt den gesamten Weg bis zum Bahnhof Nyugati zurücklegen zu müssen.

Die Verlängerung ist im offenen Bauverfahren geplant und nicht im herkömmlichen Tiefbauverfahren. Die BKK hat zudem alle erforderlichen Genehmigungen der Eisenbahnbehörde verlängert; diese bleiben bis Dezember 2028 gültig. Die Organisation bereitet derzeit die Ausschreibungsunterlagen vor, die für das Vergabeverfahren für den Bau erforderlich sind.

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Foto: BKK

Zunächst müssen 24 Grundstücke erworben werden

Bevor die Bauarbeiten jedoch richtig in Gang kommen können, gilt es noch eine große Hürde zu überwinden.

Entlang der geplanten Trasse müssten rund 24 Grundstücke erworben werden. Bei den meisten handelt es sich um Wohngebäude, die auf Flächen stehen, die bereits vor Jahrzehnten für das künftige U-Bahn-Projekt ausgewiesen wurden.

Die Budapester städtische Vermögensverwaltungsgesellschaft muss daher so bald wie möglich mit dem Erwerb der Grundstücke oder der Einleitung von Enteignungsverfahren beginnen. Eine Schätzung aus dem Jahr 2021 bezifferte die Kosten für den Erwerb der Grundstücke auf rund 2,8 Milliarden HUF, wobei der aktuelle Betrag aufgrund von Veränderungen bei den Immobilienpreisen erheblich höher ausfallen könnte.

Das Projekt erfordert zudem eine enge Zusammenarbeit zwischen der Hauptstadt, ihren Unternehmen und den Gemeinden der Budapester Bezirke IV und XV.

Die Uhr tickt bereits

Die BKK hat darauf hingewiesen, dass das Projekt nur unter extrem engen Zeitvorgaben realisiert werden könne. Angesichts des Umfangs und der Komplexität des Vorhabens steht nur begrenzt Zeit zur Verfügung, weshalb die Zusammenarbeit zwischen nationalen und lokalen Behörden von besonderer Bedeutung ist.

Die Ende 2028 auslaufenden Genehmigungen stellen eine weitere Frist dar. Sollten bis dahin keine ausreichenden Fortschritte erzielt werden, könnten weitere Verlängerungen oder zusätzliche Genehmigungsverfahren erforderlich werden. Auch der Bau selbst könnte eine erhebliche Investition darstellen. Eine frühere Analyse der MBH Bank schätzte, dass die Erweiterung um zwei Stationen zu aktuellen Preisen 120–160 Milliarden HUF kosten könnte.

Das Projekt würde sich nicht unbedingt durch Fahrgeldeinnahmen amortisieren. Zu seinen weiterreichenden Vorteilen könnten jedoch kürzere Fahrzeiten, geringere Pendlerkosten, ein besserer Zugang zu Arbeitsplätzen, weniger Verkehrsunfälle und geringere Umweltschäden zählen.

Die Analyse schätzte, dass die Erweiterung über einen Bewertungszeitraum von 30 Jahren jährlich indirekte gesellschaftliche Vorteile in Höhe von rund 8 Milliarden HUF generieren müsste, um als wirtschaftlich lohnenswert zu gelten.

Die neue U-Bahn-Verbindung könnte zudem die Immobilienwerte im Umfeld der künftigen Stationen in die Höhe treiben. Der Analyse zufolge könnten Wohnimmobilien im Umkreis von etwa 500 bis 800 Metern um die Station Rákospalota-Újpest letztendlich bis zu 10 % mehr wert sein, als dies ohne die Investition der Fall wäre.

Budapest M3 metro line
Foto: BKK

Die in Russland gebauten Züge sind nicht mehr wegzudenken

Eine der ungewöhnlicheren Herausforderungen des Projekts betrifft die Züge selbst. Laut BKK muss der bestehende „Metrowagonmash“-Zugpark der Linie M3 zumindest für die nächsten 20 Jahre als gegeben betrachtet werden. Das bedeutet, dass der geplante Ausbau bis nach Rákospalota-Újpest zunächst mit der bestehenden Flotte betrieben werden müsste.

Dies würde das Flottenmanagement der BKV stärker belasten, obwohl die BKK der Ansicht ist, dass die derzeitigen Züge für den Betrieb der um zwei Haltestellen erweiterten Strecke weiterhin ausreichen könnten.

Die Situation ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass eine Option auf sieben zusätzliche Züge im Rahmen des Vertrags der BKV mit dem russischen Hersteller abgelaufen ist. Metrowagonmash unterliegt zudem aufgrund des russischen Krieges gegen die Ukraine Sanktionen, was den direkten Kauf weiterer Züge derzeit unmöglich macht. Neues Rollmaterial würde an Bedeutung gewinnen, sollte die vollständige Verlängerung bis nach Káposztásmegyer letztendlich umgesetzt werden.

Könnte Budapest endlich die lang ersehnte Verlängerung erhalten?

Die Verlängerung der Linie M3 ist nicht unbedingt die dringendste Investition in den Schienenverkehr, die Budapest tätigen könnte. Sie hat jedoch gegenüber vielen anderen vorgeschlagenen Projekten einen wesentlichen Vorteil: Ein Großteil der Vorarbeiten ist bereits geleistet worden.

Die derzeitige Überprüfung wird zeigen, ob die bestehenden Pläne, Genehmigungen, Grundstücksvereinbarungen und verfügbaren Züge eine realistische Grundlage bilden, um das Projekt endlich vom Papier in die Bauphase zu überführen. Nach mehr als drei Jahrzehnten des Wartens, seit die M3 Újpest-Központ erreicht hat, könnte die seit langem versprochene Nordverlängerung nun endlich eine neue Chance erhalten.

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