Der indonesische Unabhängigkeitstag in Budapest: Warum der 17. August von Bedeutung ist

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Der Unabhängigkeitstag der Republik Indonesien in Budapest, der auf den 17. August fällt, hat eine besondere Bedeutung, da die Indonesier in Ungarn den 81. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens begehen. In der indonesischen Botschaft in Budapest wird der Unabhängigkeitstag durch das Hissen der rot-weißen indonesischen Nationalflagge, der „Merah Putih“, sowie durch Traditionen begangen, die allen Indonesiern vertraut sind.
Der 17. August markiert den Moment im Jahr 1945, als Indonesien nach einer langen Zeit der niederländischen Kolonialherrschaft und mehr als drei Jahren japanischer Besatzung während des Zweiten Weltkriegs seine Unabhängigkeit erklärte. Mehr als acht Jahrzehnte später ist dieser Jahrestag nach wie vor der wichtigste Nationalfeiertag, der in Indonesien und von Indonesiern im Ausland begangen wird.
Die Bedeutung des 17. August
Die Unabhängigkeit Indonesiens wurde am 17. August 1945 in Jakarta von Soekarno und Mohammad Hatta verkündet, die später der erste Präsident bzw. der erste Vizepräsident des Landes werden sollten. Dies geschah zwei Tage nach der Kapitulation Japans am Ende des Zweiten Weltkriegs. Hinter dieser kurzen Erklärung stand ein bedeutendes Prinzip: Indonesien beanspruchte seine Unabhängigkeit selbst, anstatt darauf zu warten, dass sie ihm von einer Kolonialmacht gewährt würde.

Dies kam auch im Präambel der indonesischen Verfassung von 1945 zum Ausdruck, in der festgelegt wurde, dass die Unabhängigkeit das Recht aller Nationen sei und der Kolonialismus daher abgeschafft werden müsse. Dies geschah zu einer Zeit, als das Recht kolonialisierter Völker auf Unabhängigkeit im Völkerrecht noch nicht anerkannt war. Die Proklamation beendete den Konflikt jedoch nicht sofort, und der Kampf um die Souveränität ging weiter, da die Niederlande nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten, ihre Kontrolle wiederherzustellen.
Nach vier Jahren bewaffneter Kämpfe, diplomatischer Bemühungen und Verhandlungen übertrugen die Niederlande im Dezember 1949 die Souveränität. Für Indonesien begann die Unabhängigkeit jedoch nicht erst mit dieser Übertragung. Die Republik betrachtete sich bereits ab dem Zeitpunkt der Unabhängigkeitserklärung am 17. August 1945 als unabhängig. Heute gedenkt man am Unabhängigkeitstag der Gründung der Republik sowie der Opfer, die während des Kampfes um die Unabhängigkeit gebracht wurden.

Indonesien sollte sich später zu einem aktiven Verfechter der Entkolonialisierung und der Selbstbestimmung entwickeln. Im Jahr 1955 war das Land Gastgeber der Asiatisch-Afrikanischen Konferenz in Bandung, auf der Länder aus Asien und Afrika vor dem Hintergrund des Kolonialismus und der sich herausbildenden internationalen Nachkriegsordnung zusammenkamen.
Heute ist Indonesien der größte Inselstaat der Welt und eine der bevölkerungsreichsten Nationen. Aufgrund seiner enormen geografischen und kulturellen Vielfalt spielen nationale Symbole und Traditionen zum Unabhängigkeitstag eine wichtige Rolle bei der Schaffung eines gemeinsamen Identitätsgefühls über Tausende von Inseln und Hunderte von ethnischen Gemeinschaften hinweg.

Dies spiegelt sich auch im nationalen Motto Indonesiens wider: „Bhinneka Tunggal Ika“, was übersetzt „Einheit in der Vielfalt“ bedeutet. Für im Ausland lebende Indonesier kann diese Symbolik sogar noch stärker zum Tragen kommen.
Im Mittelpunkt des indonesischen Unabhängigkeitstags in Budapest steht die Flaggenzeremonie
Die Feierlichkeiten zum indonesischen Unabhängigkeitstag in Budapest finden am 17. August in der Botschaft der Republik Indonesien statt und bringen Mitglieder der indonesischen Gemeinschaft aus ganz Ungarn zusammen. Einer der zentralen Programmpunkte ist das Hissen der rot-weißen indonesischen Nationalflagge, der „Merah Putih“.
Im Vorfeld der Veranstaltung wurden junge Indonesier in Ungarn eingeladen, sich freiwillig für die „Paskibra“, das zeremonielle Fahnenhiss-Team, zu melden. Nach einem Auswahlverfahren wurden drei Teilnehmer ausgewählt, die die Flagge hissen durften.

Diese Aufgabe hat während der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag in Indonesien symbolische Bedeutung, da landesweit an Schulen, in staatlichen Einrichtungen, Gemeinden und öffentlichen Räumen Flaggenzeremonien stattfinden.
In Budapest dient die Zeremonie zudem dazu, die mit dem Nationalfeiertag verbundenen Traditionen an jüngere Indonesier weiterzugeben, die Tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt leben.
Traditionelle Trachten als Ausdruck der Vielfalt
Die Teilnehmer in Budapest nutzen diesen Anlass zudem, um die kulturelle Vielfalt Indonesiens zu präsentieren: Amtsträger tragen traditionelle Trachten aus verschiedenen Regionen des Landes, während die Gäste dazu ermutigt wurden, in traditioneller Kleidung zu erscheinen.
Dies spiegelt das Prinzip von „Bhinneka Tunggal Ika“wider , das die unterschiedlichen regionalen und kulturellen Identitäten Indonesiens bei einem nationalen Anlass zusammenführt.
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Batik, eine der berühmtesten Trachten, ist Indonesiens bekannteste Textiltradition und wird sowohl im Inland als auch im Ausland besonders eng mit der indonesischen Identität in Verbindung gebracht.

Für ein internationales Publikum in Ungarn bietet die Feier in Budapest einen Einblick in die Vielfalt der Traditionen, die es in Indonesien gibt.
Tumpeng bringt die Unabhängigkeitsfeierlichkeiten auf den Tisch
Im Anschluss an die Flaggenzeremonie begeht die Gemeinschaft den Jahrestag mit einem traditionellen Tumpengan. Dabei wird Nasi Tumpeng serviert, ein kegelförmiger Hügel aus gelbem Reis, der mit einer Vielzahl von Beilagen gereicht wird.
Tumpeng wird in Indonesien gemeinhin mit wichtigen Feierlichkeiten, Dankesfeiern und gemeinschaftlichen Zusammenkünften in Verbindung gebracht. Das feierliche Anschneiden und Verteilen des Gerichts verleiht der Veranstaltung zum Unabhängigkeitstag nach dem offiziellen Flaggenhissen eine stärker gemeinschaftliche Dimension.
Für Mitglieder der Diaspora kann vertrautes Essen zudem eine direkte Verbindung zur Heimat herstellen, und das gemeinsame Genießen des Tumpeng schafft zudem eine Verbindung zu den Traditionen, die mit nationalen Feierlichkeiten verbunden sind.
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Die Feierlichkeiten gehen über den 17. August hinaus weiter
Die Feierlichkeiten der indonesischen Gemeinschaft in Ungarn gehen über den 17. August hinaus. Am 22. August ist ein „Pesta Rakyat“(Volksfest) geplant, bei dem Mitglieder der Gemeinschaft traditionelle indonesische Tanz- und Musikdarbietungen präsentieren werden.
Gemeinsam zeigen diese Veranstaltungen, wie nationale Traditionen im Ausland eine neue Bedeutung annehmen können. Für die Indonesier in Ungarn verbindet das Gedenken an den 17. August die Gemeinschaft nicht nur mit den Traditionen des Unabhängigkeitstags, sondern auch mit der historischen Bedeutung des Datums selbst.
81 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung steht der 17. August weiterhin für Indonesiens Behauptung, dass die Unabhängigkeit ein Recht des Volkes sei. Wenn die „Merah Putih“ in Budapest gehisst wird, erinnert dies an dieselbe Erklärung, die 1945 in Jakarta abgegeben wurde.
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