Der ungarische Radiosender Kossuth Radio startet am Montag mit dem neuen Slogan „Das Radio für alle“ neu durch

Der ungarische Radiosender Kossuth startet am Montag mit einer komplett überarbeiteten Programmstruktur, neuen Moderatoren und einem neuen Slogan neu, der verspricht, dass der öffentlich-rechtliche Sender wieder „das Radio für alle“ sein wird.
Der erneuerte Sender kehrt am 24. August offiziell zurück, wobei der „Rákóczi-Marsch“ um 4:30 Uhr den Beginn seines neuen öffentlich-rechtlichen Programms einläuten wird. Der neue Slogan des Senders lautet laut einer Erklärung der ungarischen öffentlich-rechtlichen Mediengesellschaft MTVA „Kossuth-Radio – wieder für alle“.
Der Sender erklärte, der Radiosender habe die vergangenen anderthalb Monate damit verbracht, rund um die Uhr Hörspiele und „zeitlose, symbolträchtige“ Interviews auszustrahlen, während das neue Programm vorbereitet wurde. Sendeleiter György Kerényi erklärte, der Sender werde das bewahren, was es wert sei, beibehalten zu werden, und sich gleichzeitig von Programmen und Formaten verabschieden, die ausgedient hätten.
Nachrichten und aktuelle Berichterstattung sollen neu gestaltet werden
Nachrichtensendungen und mehrere wichtige Sendeplätze werden grundlegende Veränderungen erfahren. Der Sender erklärt, sein neuer Ansatz werde sich auf zuverlässige Berichterstattung, glaubwürdige Geschichten und sachkundige Gäste konzentrieren, und verspricht: „Unsere Nachrichten werden wahr sein, unsere Geschichten werden authentisch sein und unsere Gäste werden sachkundig sein.“
Mehrere neue Sendungen werden zudem als Podcasts verfügbar sein, während der Sender angibt, dass ein Teil seiner Inhalte sogar über herkömmliche Sokol-Radios ausgestrahlt werden soll. Zsolt Bogár und Péter Magyari werden als die beiden stellvertretenden Chefredakteure des Senders fungieren.
Magyari, der zuvor für Válasz Online tätig war, wird am Samstagvormittag die Sendung „Nyílt titok“ (Offenes Geheimnis) starten. Die Sendung wird gemeinsam mit den Investigativjournalisten Róbert Báthory und Áron Kovács kontroverse Fälle aus den letzten 16 Jahren – und nach Angaben des Senders auch aus den letzten 36 Jahren – in Ungarn beleuchten.
Magyari wird zudem „Világrend“ (Weltordnung) moderieren, eine Sendung zur Analyse außenpolitischer Themen, die am 29. August an den Start gehen soll.
Die morgendliche Nachrichten- und Informationssendung „Felkelő“, die „Krónikák“-Nachrichtensendungen sowie die täglichen Aktuellkeitssendungen werden von Rita Benyó, Erika Hatvani Tóth, Tímea Tatár und Nóra Teszári moderiert.
György Farkas, László Illisz, István Dániel Király und Gábor Kiss werden als Redakteure tätig sein, während Dávid Dercsényi, Mátyás Fórizs, Anna Kovács, Roland Papp und Ildikó Sipos an den Nachrichtensendungen mitarbeiten werden. Pálma Fazekas wird die Nachrichtenredaktion leiten.
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Neue Sendungen setzen auf unterschiedliche Perspektiven
Der neu ausgerichtete Sender wird zudem Sendungen einführen, die aktuelle Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. „Necces“, eine von Csilla Orosz und Zsófia Sashegyi moderierte Live-Nachmittagsendung, wird gesellschaftliche Themen aus einer weiblichen Perspektive beleuchten.
Am Sonntagvormittag werden zwei neue Sendungen ausgestrahlt, die sich mit Ungarn im Ausland sowie mit religiösen Themen befassen.
„Anyanyelve még mindig magyar“ (Ungarisch ist immer noch ihre Muttersprache) wird ab 7 Uhr morgens ausgestrahlt und von Vince Rácz moderiert, einem Journalisten bei Pátria Radio, dem ungarischsprachigen Dienst des slowakischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Bratislava.
„Hetedik nap“ (Der siebte Tag) wird sich mit religiösen und kirchlichen Themen befassen und von der Journalistin Dóra Laborczi moderiert werden. Der Sender plant zudem, sein Kulturprogramm und sein Hörspielangebot deutlich auszuweiten.
Anita Bödő wird die neu gestaltete Kulturredaktion leiten, während zu den neuen täglichen Sendungen „Doktor Kossuth“ mit Schwerpunkt auf Gesundheit sowie „A Föld marad“ (Die Erde bleibt) gehören werden, das sich mit Nachhaltigkeit und Umweltfragen befasst.
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Kossuth Radio auf der Suche nach einer neuen Identität
Der Neustart erfolgt nach Jahren, in denen Kossuth Radio und das gesamte öffentlich-rechtliche Mediensystem Ungarns von Oppositionspolitikern und unabhängigen Medien heftig kritisiert wurden, weil sie als Sprachrohr für die politischen Botschaften der ehemaligen Fidesz-Regierung dienten.
Der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán war regelmäßiger Gast in der Freitagsmorgensendung „Jó reggelt, Magyarország! “ des Senders, wo seine Auftritte häufig als Interviews bezeichnet wurden, obwohl dabei selten kritische Folgefragen gestellt wurden.
Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem selbst durchlief Anfang dieses Sommers eine turbulente Übergangsphase. Am 7. Juli wurden die Sendungen des ungarischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorübergehend unterbrochen, als ein Interimsmanagement die Leitung übernahm; der Fernsehsender M1 zeigte über einen längeren Zeitraum eine Entschuldigungsmeldung.

