Interne Dokumente belegen, dass ein mit Orbán verbundener Politiker und Geschäftsmann uneingeschränkte Macht über die ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien hatte

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Die Leiter der ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien erstatten Anzeige wegen mutmaßlich rechtswidriger Managementpraktiken in den vergangenen Jahren, teilte die Pressestelle des Betreibers, Duna Médiaszolgáltató, am Montag mit.

Mit Orbán verbundener Politiker „lenkte die ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien“

Interne Schreiben, Erklärungen und andere Dokumente, die bei einer Überprüfung des damaligen Betreibers, des Fonds für Mediendienste und Vermögensverwaltung (MTVA), aufgedeckt wurden, enthüllen Details zur politischen Überwachung der öffentlich-rechtlichen Medien sowie zur Rolle, die Attila Várhegyi, ein mit der Fidesz verbundener Politiker und Geschäftsmann, bei der Steuerung der Organisation gespielt hat, heißt es in der Erklärung.

Der Erklärung zufolge wurden die öffentlich-rechtlichen Medien faktisch von Herrn Várhegyi geleitet, der als Berater unter Vertrag stand. Er übernahm die Befugnisse der Medienführungskräfte und traf Entscheidungen in Bezug auf Inhalte, Personal und finanzielle Angelegenheiten. „In vielen Fällen wagten es die Verantwortlichen der Einrichtung nicht einmal, ohne seine Zustimmung eine Entscheidung zu treffen“, hieß es.

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Die Sendung vom 20. August der neu gestalteten ungarischen öffentlich-rechtlichen Medien. Quelle: Facebook/Közmédia

Verbindung zwischen Politikern und den öffentlich-rechtlichen Medien

Die Erklärung deutete zudem darauf hin, dass Herr Várhegyi als Bindeglied zwischen der politischen Führung und den öffentlich-rechtlichen Medien fungierte und die Wünsche von Regierungsministern und Fidesz-Politikern weitergab.

„Das Verhalten von Herrn Várhegyi zeigt deutlich, dass die öffentlich-rechtlichen Medien, die gesetzlich verpflichtet sind, unabhängig von politischem Einfluss zu sein, in Wirklichkeit unter enger politischer Kontrolle standen“, hieß es in der Erklärung.

Der Erklärung zufolge war nicht nur der informelle Einfluss von Herrn Várhegyi rechtswidrig, sondern auch „die Vorteile, die er angenommen hat“.

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So stellten ihm die öffentlich-rechtlichen Medien beispielsweise jahrelang einen Fahrer zur Verfügung, der als Veranstaltungsorganisator beschäftigt war, „um die Wahrheit in offiziellen Dokumenten zu verschleiern“.

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Premierminister Orbán (links) und Propagandaminister Antal Rogán (rechts). Foto: Facebook/Orbán Viktor

Herr Várhegyi hielt zudem wöchentliche Treffen mit Führungskräften der öffentlich-rechtlichen Medien ab, bei denen „Generaldirektor Dániel Papp und andere Führungskräfte ihn selbst über die kleinsten Angelegenheiten informierten“, ihn zu geplanten Entscheidungen konsultierten und auf seine Anweisungen hin handelten, hieß es in der Erklärung.

In dem Dokument hieß es ferner, dass Herr Várhegyi seit 2023 ein monatliches Gehalt in Höhe von 3,5 Millionen HUF bezogen habe.

Eigentümer der Porzellanmarke „Hollóháza“

Herr Várhegyi hält 100 Prozent der Anteile an der Porzellanmanufaktur Hollóháza, einer weltbekannten ungarischen Marke, die er im Jahr 2020 erworben hat. Er zahlte damals 175 Millionen HUF für das Unternehmen.

Am 20. August könnte ein neues Kapitel in der Geschichte der öffentlich-rechtlichen Medien beginnen

Hollóházi Porcelán
Erstklassige Produkte der Porzellanmanufaktur Hollóháza. Foto: https://www.facebook.com/patriotaeuropa/

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