Auslieferung des ungarischen MOL-Chefs an Kroatien? Péter Magyar gibt auf dem Bled-Forum eine kryptische Antwort

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Ungarn und Kroatien könnten sich auf eine neue Runde hochrangiger Gespräche über den langjährigen Streit um den kroatischen Ölkonzern INA und die ungarische MOL-Gruppe vorbereiten.

Péter Magyar wurde zum Chef des Ölkonzerns MOL befragt

Bei seiner Rede auf dem Bled Strategic Forum in Slowenien erklärte der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar, Ungarn sei bereit, mit Kroatien zu verhandeln, und es könne ein „neues Kapitel“ in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern beginnen.

Magyar erklärte, er habe in Bled ein kurzes Treffen mit dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković abgehalten. Die beiden Regierungschefs kamen überein, dass ihre Außen- und Wirtschaftsminister Gespräche über die Beziehungen zwischen INA und MOL aufnehmen sollten. Magyar schlug zudem vor, dass in absehbarer Zukunft ein Treffen zwischen den beiden Ministerpräsidenten stattfinden könnte.

„Wir sind bereit zu verhandeln. Natürlich wird jeder seine eigenen nationalen Interessen vertreten, aber das ist normal. Gleichzeitig sehen wir alle, dass sich die Gelegenheit bietet, ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufzuschlagen“, sagte Magyar laut der kroatischen Zeitung „Jutarnji List“.

Wie sieht es mit Zsolt Hernádi aus?

Die Frage um den MOL-Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer Zsolt Hernádi bleibt einer der heikelsten Aspekte des Konflikts. Magyar wurde direkt gefragt, ob Ungarn bereit wäre, Hernádi an Kroatien auszuliefern, wo ein europäischer Haftbefehl gegen ihn vorliegt. Der ungarische Ministerpräsident gab jedoch keine eindeutige Ja- oder Nein-Antwort.

Stattdessen verwies er erneut auf seine Äußerungen zur Eröffnung eines „neuen Kapitels“ in den ungarisch-kroatischen Beziehungen. „Ich habe die Frage bereits beantwortet, indem ich sagte, dass die Möglichkeit besteht, ein neues Kapitel zwischen Kroatien und Ungarn aufzuschlagen. Beide Länder haben ihre eigenen Verpflichtungen, die geklärt werden müssen. Das ist meine Antwort“, sagte Magyar. Seine Antwort lässt offen, ob sich die Haltung Budapests in Bezug auf Hernádi ändern könnte. Derzeit gibt es keine ausdrückliche Bestätigung dafür, dass Ungarn beabsichtigt, den MOL-Chef auszuliefern.

Der INA-Streit belastet die Beziehungen seit Jahren

Die Beziehung zwischen MOL und INA ist seit mehr als einem Jahrzehnt eine wichtige Quelle für Spannungen zwischen Ungarn und Kroatien. MOL erwarb im Jahr 2003 25 Prozent plus eine Aktie an INA und baute seinen Anteil in der Folge weiter aus. Das Unternehmen hält nun 49,08 Prozent an dem kroatischen Ölkonzern, während der kroatische Staat 44,84 Prozent besitzt.

Im Mittelpunkt des Streits stehen die Kontrolle über die INA, die Unternehmensführung sowie die Möglichkeit eines Rückkaufs der MOL-Anteile durch Kroatien. Beide Seiten waren zudem in Schiedsverfahren verwickelt. Plenković erklärte, die ungelösten INA-MOL-Probleme hätten die allgemeinen ungarisch-kroatischen Beziehungen behindert, trotz starker Verbindungen zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und Energie. „Ich denke, wir befinden uns nun in einer Lage, in der wir versuchen können, diese Angelegenheit zu lösen, und danach weitermachen können“, sagte der kroatische Ministerpräsident.

Der Fall Hernádi bleibt weiterhin ungelöst

Die kroatischen Behörden haben Hernádi im Zusammenhang mit dem Erwerb der Verwaltungsrechte an der INA durch MOL der Bestechung beschuldigt. Er hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Sein Rechtsstreit ist eng mit dem umfassenderen politischen und unternehmerischen Konflikt zwischen Budapest und Zagreb verknüpft.

Die jüngsten Äußerungen beider Ministerpräsidenten könnten auf einen erneuten Versuch hindeuten, den INA-Konflikt beizulegen. Ob die vorgeschlagenen Gespräche zu einer dauerhaften Einigung führen können – und ob der Fall Hernádi Teil einer umfassenderen Vereinbarung sein wird –, bleibt ungewiss.

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