Neue Dokumente enthüllen, warum Orbán-Minister Lázár seine Schweiz-Reise 13 Jahre lang geheim hielt

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Nach mehr als 13 Jahren haben neue Dokumente Licht in eines der am längsten andauernden Rätsel rund um den ungarischen Politiker János Lázár gebracht: Was hat er am 22. und 23. März 2013 in Zürich getan? Die Details wurden von der investigativen Nachrichtenplattform Direkt36 veröffentlicht, der ein internes Regierungsdokument der in diesem Frühjahr ins Amt getretenen Tisza-Regierung vorlag.

Neu veröffentlichte Dokumente zeigen, was János Lázár im Jahr 2013 tat

Dem Dokument zufolge traf sich Lázár, der damals als Staatssekretär das Amt des Ministerpräsidenten leitete, in Zürich mit einer als „Prof. Mangold“ bezeichneten Person, um eine mögliche Zusammenarbeit zwischen der ungarischen Regierung und westeuropäischen Unternehmen zu erörtern.

Direkt36 zufolge bezieht sich dieser Name mit ziemlicher Sicherheit auf Klaus Mangold, einen prominenten deutschen Geschäftsmann mit umfangreichen Kontakten in europäischen und russischen Wirtschaftskreisen. Mangold knüpfte Anfang der 2010er Jahre Verbindungen zur ungarischen Regierung und war später als Berater der Regierungen unter Viktor Orbán tätig. Der neu veröffentlichte Bericht wurde von seiner Beratungsfirma, der Mangold Consulting GmbH, erstellt.

Rothschild, SAP und die Regierungskommunikation

Dem Bericht zufolge erörterten Lázár und Mangold drei Hauptthemenbereiche. Der erste betraf die Frage, ob Rothschild als „unabhängiger Berater“ der ungarischen Regierung fungieren könnte, einschließlich der Bewertung der finanziellen Risiken des Landes und der Beratung im Bankensektor. Berichten zufolge war ein Treffen unter Beteiligung des damaligen Wirtschaftsministers Mihály Varga und des neu ernannten Zentralbankgouverneurs György Matolcsy geplant, an dem möglicherweise auch Orbán selbst teilweise teilnehmen sollte.

Die beiden erörterten zudem die Zusammenarbeit mit dem Unternehmenssoftware-Riesen SAP, insbesondere in den Bereichen Finanzverwaltung und Gesundheitswesen. Das dritte Thema betraf die Marketingstrategie der ungarischen Regierung. Der Bericht erwähnt die deutschen Beratungsunternehmen Schuppner und CNC, die Mangold angeblich gut kannte und die bei der Reaktion auf kritische Medienberichte beraten könnten. Berichten zufolge wurde eine gemeinsame Brainstorming-Sitzung vorgeschlagen.

Rothschild war später für die Regierung Orbán tätig, unter anderem durch die Erstellung eines Berichts im Rahmen der Untersuchung der Europäischen Union zum Atomprojekt Paks II. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass die Investition unter Marktbedingungen wirtschaftlich tragfähig sein könnte. Rothschild war später auch an der Gründung der teilweise in Staatsbesitz befindlichen MBH-Bank beteiligt.

Ein Rätsel, das mit teuren Hotelrechnungen begann

Die Reise nach Zürich hatte aufgrund ihrer ungewöhnlich hohen Kosten Aufmerksamkeit erregt. Lázár und seine Begleitperson gaben 189.000 HUF für eine Übernachtung in Zürich aus. Zwei weitere Reisen warfen ebenfalls Fragen auf: 596.000 HUF für eine Übernachtung in Mailand und 920.000 HUF für zwei Übernachtungen in England.

Damals weigerte sich Lázárs Büro unter Berufung auf nationale Sicherheitsinteressen, den Zweck der Reisen offenzulegen. Lázár war zudem für den ungarischen Auslandsgeheimdienst verantwortlich. Der Journalist András Pethő, der damals für Origo tätig war, reichte Klage ein, um Zugang zu den Informationen zu erlangen. Der Fall entwickelte sich zu einer politischen Bombe und trug dazu bei, Druck auf die Redaktion von Origo auszuüben. Chefredakteur Gergő Sáling wurde später entlassen, was viele Journalisten, darunter auch Pethő, dazu veranlasste, das Medium zu verlassen.

Lázár erstattete schließlich die Reisekosten, doch der Zweck des Treffens in Zürich blieb jahrelang geheim. Der ehemalige Minister lehnte eine Stellungnahme gegenüber Direkt36 ab. Auch Mangolds Beratungsunternehmen wies Medienanfragen zurück, während SAP angab, keine Kenntnis von einer Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Treffen zu haben. Rothschild und CNC reagierten nicht.

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