EILMELDUNG: Ungarn verlängert den „Massenmigrationsnotstand“ bis Ende 2026; Premierminister Magyar verspricht keine Lockerung der Grenzbestimmungen

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Ungarn wird den durch die Massenmigration verursachten Krisenzustand bis Ende 2026 verlängern, wie Premierminister Péter Magyar bekanntgab. Er betonte, dass seine Regierung die rechtlichen Rahmenbedingungen des Landes gegen illegale Migration nicht lockern werde.

Die Tisza-Regierung hat beschlossen, die Maßnahme, die am 7. September auslaufen sollte, bis zum 31. Dezember 2026 zu verlängern. Magyar erklärte, die Entscheidung sei nach Abwägung der Risiken getroffen worden, die selbst geringfügige Änderungen am Schutz der europäischen Außengrenzen mit sich bringen würden.

„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass selbst die kleinste gesetzliche Änderung Lücken im Schutz der europäischen Außengrenzen schaffen kann“, sagte der Ministerpräsident.

Magyar verweist auf Ceuta als Warnung für Europa

Magyar führte die jüngsten Ereignisse in Ceuta, Spaniens Enklave in Nordafrika, als Beleg dafür an, wie schnell sich Migrationsrouten ändern können.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten entwickelte sich dort innerhalb von nur zwei Tagen eine schwerwiegende Grenzkrise, bei der an einem einzigen Tag Zehntausende Menschen versuchten, von Marokko aus nach Spanien einzureisen. Er erklärte, dass Menschen auf See ums Leben gekommen seien und die spanischen Behörden außerordentliche Ressourcen mobilisieren mussten.

Magyar brachte die Situation mit einer Entscheidung des spanischen Obersten Gerichtshofs in Verbindung und argumentierte, dass Menschenschmugglernetzwerke die veränderten Umstände schnell erkannt und versucht hätten, diese auszunutzen.

„Ceuta ist eine Warnung an ganz Europa“, sagte er.

Der ungarische Ministerpräsident argumentierte, dass Migrationsrouten innerhalb weniger Tage umgeleitet werden können, während Menschenschmugglernetzwerke ständig nach Schwachstellen suchen. „Eine einzige Rechtslücke oder eine schlecht vorbereitete Änderung kann innerhalb kürzester Zeit zu einer unkontrollierbaren Situation führen. Die ungarische Regierung kann ein solches Risiko nicht eingehen“, sagte Magyar.

Ungarn droht weiterhin eine tägliche EU-Geldstrafe in Höhe von 1 Million Euro

Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Ungarn weiterhin mit einer von der Europäischen Union wegen seiner Migrationspolitik verhängten täglichen Geldstrafe in Höhe von 1 Million Euro konfrontiert ist. Magyar bezeichnete die Situation als ungerecht und argumentierte, dass Ungarn nicht nur zum Schutz seiner eigenen Grenzen, sondern auch zum Schutz der Außengrenzen der EU beitrage, während es dafür mit einer Geldstrafe belegt werde.

Er erklärte, seine Regierung verhandle seit Monaten mit den EU-Institutionen über einen neuen ungarischen Rechtsrahmen, der sowohl die Außengrenzen Ungarns als auch die der EU wirksam schützen und gleichzeitig mit dem EU-Recht im Einklang stehen würde. Bislang sei jedoch noch keine Lösung gefunden worden, die gewährleisten würde, dass die ungarischen Behörden weiterhin mit ausreichender Entschlossenheit und Wirksamkeit handeln könnten, so der Ministerpräsident.

Regierung verspricht ein neues System bis Dezember

Magyar argumentierte zudem, dass sich die Migrationslage seit 2016, als Ungarn die Notmaßnahme erstmals einführte, erheblich verändert habe. Er erklärte, dass mittlerweile rund 20 EU-Mitgliedstaaten einen strengeren Grenzschutz befürworteten, weshalb es seiner Ansicht nach ungerecht sei, Ungarn im Jahr 2026 wegen Vorschriften zu sanktionieren, die in einem völlig anderen politischen und rechtlichen Umfeld verabschiedet worden seien.

Daher wird die Regierung den Krisenzustand vorerst bis Ende Dezember aufrechterhalten. Magyar erklärte, die verbleibenden Wochen des Jahres würden genutzt, um „ein rechtmäßiges und funktionierendes System“ zu etablieren, das Ungarns Grenzen schütze und zugleich die Gelder der Steuerzahler sichere. „Unsere Aufgabe wird erfüllt sein“, sagte der Ministerpräsident.

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